Bestes deutsches Computerspiel: "Trüberbrook"

Dorothee Bär (CSU, Staatsministerin für Digitalisierung) und Andreas Scheuer (CSU, Bundesverkehrsminister) stehen inmitten von kostümierten Star-Wars-Figuren.

Bestes deutsches Computerspiel: "Trüberbrook"

  • "Trüberbrook" gewinnt mit 110.000 Euro dotierte Auszeichung
  • Förderfonds in Höhe von 50 Millionen Euro im Bundeshaushalt 2019
  • Game-Markt gewinnt in Deutschland an Bedeutung

Das beste deutsche Computerspiel 2019 ist "Trüberbrook". Das Grafik-Adventure gewann am Dienstagabend (09.04.2018) bei der Verleihung des Deutschen Computerspielpreises in Berlin die mit 110.000 Euro dotierte Auszeichung. Es erhielt zudem den Preis für die "Beste Inszenierung".

In dem Spiel der Firma Bildundtonfabrik versucht ein amerikanischer Student in der deutschen Provinzidylle im Jahr 1967 eine gestohlene Abhandlung über Quantenphysik zurück zu erlangen. "Bestes internationales Spiel" wurde das Action-Adventure "God of War". "Bestes Jugendspiel" wurde unter anderem "Unforseen Incidents" von Blackwoods Entertainment aus Bochum.

Zur festlichen Gala waren rund 700 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur geladen, darunter Staatsministerin Dorothee Bär (CSU) und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

Computerspiele sind Teil des medialen Mainstreams

Gamescom

Computerspiele gehören zum Alltag 2019

Offenbar stehen Computerspiele, mehr als andere Unterhaltungsprodukte, im Fokus der Politik. Die Freunde der "digitalen Unterhaltungselektronik" kämpfen bereits seit 20 Jahren erfolgreich für die Akzeptanz von Computerspielen. Heute berichten Feuilletons über Mainstream- und Indie-Games, Theater nutzen Games-Techniken für Inszenierungen und Museen gründen Sammlungen von Games. Auch die wachsende Bedeutung des Games-Marktes in Deutschland sorgt für Aufmerksamkeit: Er legte im vergangenen Jahr um neun Prozent zu, auf mittlerweile vier Milliarden Euro. Allerdings bekommen deutsche Produktionen davon nur etwa fünf Prozent ab, denn Computerspiele aus Deutschland erreichen meist nicht internationale Spitzenqualität.

In Sachen Spielentwicklung ein Entwicklungsland

Um den deutschen Spielentwicklern auf die Beine zu helfen, wurde 2009 vom Bundestag der Deutsche Computerspielpreis eingerichtet: Mit zuletzt über einer halben Million Euro in Preisgeldern sollte die deutsche Games-Industrie nach vorne gebracht werden. Wirtschaftlich brachte das nicht viel. Trotzdem zahlte sich Ende 2018 die jahrelange Lobby-Arbeit der deutschen Computerspielbranche aus: Im Bundeshaushalt 2019 ist ein Förderfonds in Höhe von 50 Millionen Euro für deutsche Entwicklungen vorgesehen.

Auf dem Weg zum Kulturpreis

Felix Falk, Geschäftsführer des Branchenverbands "game", geht davon aus, dass der deutsche Computerspielpreis sich verändern wird, weil er als Förderpreis nicht mehr nötig ist. Vielmehr soll er ein Kulturpreis werden, eine Würdigung der Spielentwickler und ihrer Arbeit.

Stand: 10.04.2019, 09:11