Wie kann ich Internet-Tracker aussperren?

Wie kann ich Internet-Tracker aussperren?

Von Jörg Brunsmann

Ohne Daten sammeln und Werbung geht heute nichts mehr im Netz. Viele Angebote finanzieren sich, indem sie den Nutzern gezielte Werbung präsentieren. Das geht mithilfe von so genannten Web-Trackern.

Dahinter stecken Unternehmen, die gezielt Daten abgreifen und Nutzer über das ganze Netz hinweg verfolgen. So entstehen – für uns Nutzer unsichtbar – Persönlichkeitsprofile, die Auskunft über Wohngegend, Familienstand, Hobbys und finanzielle Verhältnisse geben.

Auf vielen Seiten finden sich Dutzende von Trackern

Mittlerweile hat das Web-Tracking auf vielen Seiten überhand genommen – teilweise verfolgen einen Dutzende von Trackern; 50 bis 70 Tracking-Programme, die im Hintergrund laufen, sind bei werbefinanzierten Seiten keine Seltenheit.

Auch das Löschen von Cookies – kleine Datenpakete, die auf der Festplatte hinterlegt werden, um Nutzer wiederzuerkennen – bringt mittlerweile nicht mehr viel. Tracking-Unternehmen identifizieren Nutzer mithilfe der so genannten "Fingerprinting"-Technik; ein digitaler Fingerabdruck, mit dem man Tracking über Geräte hinweg betreiben kann – vom PC zum Laptop und weiter zum Smartphone lassen Nutzer sich erkennen.

Wie kann ich Internet-Tracker aussperren?

WDR 2 Servicezeit | 10.10.2017 | 03:14 Min.

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Anti-Tracking-Programm: Viel Auswahl vor allem für den PC

Gerade auf dem Smartphone ist es deutlich schwerer, Tracker auszusperren. Besonders, wenn Apps im Spiel sind. Bei denen kann man als normaler Nutzer nur schwer kontrollieren, welche Daten erfasst und weitergegeben werden. Anders am PC oder wenn man reine Internetseiten nutzt: Dort gibt es für viele Browser Anti-Tracking-Programme, die sich als so genannte Add-ons installieren lassen. Die Stiftung Warentest hat eine Reihe dieser Programme jetzt unter die Lupe genommen.

Anfänger oder erfahrener Nutzer?

Junge liegt mit Laptop auf dem Bett.

Wer im Netz unterwegs ist, hinterlässt Spuren

Die Stiftung Warentest hat sich angeschaut, wie viele Tracker die Programme in der Grundeinstellungen aussperren und wie gut sie für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet sind. Den höchsten Wert bei der Zahl der ausgesperrten Tracker erreicht "Scriptsafe" mit 85 Prozent. Allerdings ist es für Einsteiger eher weniger geeignet, hier vergibt die Stiftung Warentest nur ein "ausreichend". Die Optionen für erfahrene Nutzer werden dagegen als "sehr gut" beurteilt.

"Ghostery" - einfach Handhabung

Anders beim Programm "Ghostery". Hier werden in der Standardeinstellung nur drei Prozent der Tracker blockiert, die Handhabung für Normalnutzer wird dafür als "gut", die für erfahrene Nutzer als "sehr gut" bewertet.

Ein Kompromiss bildet das Programm Adblock Plus, das als eines der beliebtesten Anti-Tracking-Programme gilt. Es verringert die Zahl der Tracker laut Stiftung Warentest um immerhin 48 Prozent, die Handhabung für Normalnutzer wird mit "gut" beurteilt, die der Einstellmöglichkeiten für erfahrene Nutzer mit "befriedigend".

So finanzieren sich Anti-Tracking-Blocker

Allerdings wird Adblock Plus von vielen Experten kritisiert. Der Grund ist das Geschäftsmodell hinter dem Programm. Der Anbieter führt eine so genannte "white list". Unternehmen können sich einen Platz auf dieser Liste kaufen und schaffen es so trotz aktiviertem Anti-Tracking-Programm auf die PCs der Nutzer – weil sie von Adblock Plus durchgewunken werden.

Kostenlose Basis, Erweiterung muss bezahlt werden

Geld verdienen wollen natürlich auch die Anbieter der meisten anderen Anti-Tracking-Programme. Dort funktioniert das Geschäftsmodell allerdings meistens so, dass die Basis-Version kostenlos zur Verfügung gestellt wird und wer mehr Funktionen will, muss dann die kostenpflichtige, erweiterte Version kaufen.

"Privacy Badger" mit Schwächen

Eine Ausnahme bildet hier der "Privacy Badger", er stammt von der US-amerikanischen Datenschutzorganisation "Electronic Frontier Foundation". Diese Organisation hat kein Interesse, mit ihrem Programm Geld zu verdienen, es ist daher auch in der Komplett-Version kostenlos.

Allerdings hat es laut Stiftung Warentest einige Schwächen. Standardmäßig werden nur 21 Prozent der Tracker abgefangen und während die Handhabung für Normalnutzer noch "gut" ist, sind die Optionen für Erfahrene nur "befriedigend". Zudem, so die Tester, hat das Programm Schwächen beim Menü-Design.

Installieren als Add-On

Installiert werden die Anti-Tracking-Programme in der Regel nicht als eigenständige Programme, sondern als so genanntes Add-on innerhalb des jeweiligen Browsers. Wichtig ist daher, dass der Tracking-Blockierer, den man sich ausgesucht hat, für den eigenen Browser auch angeboten wird.

Die meisten Anti-Tracking-Programme sind verfügbar für die beliebtesten Browser wie Firefox, Chrome, Internet Explorer und Safari. Eine Ausnahme bildet der „Cliqz“-Anti-Tracker. Ihn gibt es in zwei Versionen: Als Add-On für den Firefox und als eigenständigen Browser.

Stand: 10.10.2017, 11:10