Neu in 2019: Das ändert sich für Verbraucher

Änderungen 2019

Neu in 2019: Das ändert sich für Verbraucher

  • Mehr Geld für Beschäftigte
  • Eltern bekommen mehr Kindergeld
  • Mehr Zeit für die Steuererklärung
  • Was sich 2019 sonst noch ändert

Mehr Netto vom Brutto

Der Beitrag für die Arbeitslosenversicherung sinkt zum Januar 2019 von 3,0 auf 2,5 Prozent. Ab Neujahr teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer zudem wieder den Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung zu gleichen Teilen - für Arbeitnehmer ist das eine Entlastung. Außerdem sinkt der Zusatzbeitrag im Schnitt von 1,0 auf 0,9 Prozent.

Für Selbstständige mit geringem Einkommen sinkt der Mindestbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung durch die Absenkung der Beitragsbemessungsgrenze deutlich. Außerdem gibt es höhere Steuerfreibeträge und einen Ausgleich für die sogenannte kalte Progression im Steuertarif.

Der Beitrag zur Pflegeversicherung steigt hingegen um 0,5 Punkte auf 3,05 Prozent - für Kinderlose auf 3,3 Prozent.

Beschäftigte, die auf dem Weg der Entgeltumwandlung für die spätere Betriebsrente eigenes Geld sparen wollen, profitieren bei Vertragsabschlüssen ab 1. Januar 2019 von einer neuen Zuschusspflicht des Arbeitgebers.

Mehr Mindestlohn, Kindergeld, Rente, Kinderunterhalt und Sozialhilfe

Der gesetzliche Mindestlohn steigt ab 1. Januar 2019 von derzeit 8,84 Euro auf 9,19 Euro pro Stunde. Er gilt bis auf wenige Ausnahmen für alle volljährige Arbeitnehmer.

Eltern können sich ab Juli 2019 auf ein Plus beim Kindergeld von zehn Euro pro Kind freuen. Bereits ab Januar erhöht sich der Kinderfreibetrag von 4.788 Euro auf 4.980 Euro.

Diverse EURO-Banknoten und Senioren auf einer Parkbank

Gute Nachrichten auch für die rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland: Ab Juli 2019 steigen die Renten im Westen voraussichtlich um 3,18 und im Osten um 3,91 Prozent. Endgültig entscheidet sich die Rentenerhöhung erst im Frühjahr 2019.

Mütter mit vor 1992 geborenen Kindern sollen einen halben Rentenpunkt zusätzlich angerechnet bekommen. Auch die Erwerbsminderungsrente wird bei Neuanträgen künftig günstiger für den Antragsteller berechnet.

Der Regelsatz für Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II erhöht sich für Alleinstehende um acht Euro auf 424 Euro pro Monat. Zudem steigt der Mindestunterhalt für Trennungskinder nach der sogenannten Düsseldorfer Tabelle.

Längere Fristen für die Steuererklärung

Das neue Jahr bringt für die meisten Beschäftigten längere Fristen für die Steuererklärung. Wer seine Erklärung für das Jahr 2018 selbst macht, hat bis zum 31. Juli 2019 Zeit und damit zwei Monate länger als zuvor. Wenn ein Berater mitwirkt, verlängert sich die Frist ebenfalls um zwei Monate und endet für die Steuererklärung 2018 am 29. Februar 2020.


Und: Mit der Steuererklärung 2018 müssen keine Belege mehr beim Finanzamt eingereicht werden. Allerdings kann der Fiskus die Vorlage von Quittungen und Rechnungen bis zu einem Jahr nach dem Bescheid verlangen.

Brückenteilzeit - vorübergehend weniger arbeiten

In Firmen mit mehr als 45 Beschäftigten haben Arbeitnehmer ab Januar 2019 das Recht, nach einer Teilzeitbeschäftigung wieder voll zu arbeiten. Die Teilzeitphase kann zwischen einem und fünf Jahren dauern und ist nicht an Kinderbetreuung oder Pflege gebunden. Allerdings müssen Unternehmen mit bis zu 200 Arbeitnehmern aber nur einem von 15 den Anspruch gewähren.

Bessere Bedingungen für Pflege

Pflegebedürftige und deren Angehörige sollen 2019 besser unterstützt werden. So gibt es für Taxifahrten zum Arzt in vielen Fällen eine automatische Erlaubnis durch die Krankenkasse. Bei Kuraufenthalten von pflegenden Angehörigen kann der Pflegebedürftige dort mit betreut werden.

Das ab Januar 2019 geltende Pflegepersonal-Stärkungsgesetz sieht vor, dass in Pflegeheimen 13.000 zusätzliche Stellen geschaffen werden, um so die Pflege zu verbessern.

Der bisherige Pflege-TÜV, der die Qualität von Pflegeheimen in einer Gesamtnote bewertet, wird voraussichtlich ab November 2019 abgelöst. Ein neues Verfahren soll dann gewährleisten, das Qualität der Pflege besser bewertet werden kann.

Neue Verpackungsordnung

Die Deutschen produzieren zuviel Verpackungsmüll, dem soll ab dem 1. Januar 2019 eine neue Verpackungsordnung Einhalt gebieten - unter anderem durch mehr Recycling. Die größten Auswirkungen bekommen Handel und Recyclingbranche zu spüren, für Verbraucher ändert sich deutlich weniger:

Bessere Kennzeichnung von Einweg- und Mehrwegflaschen

Die neue Verpackungsordnung sieht auch vor, dass Supermärkte und andere Läden an Getränkeregalen künftig gut lesbare Schilder mit den Hinweisen "Mehrweg" und "Einweg" anbringen. Außerdem wird die Pfandpflicht ausgeweitet: Für Einweg-Verpackungen mit Frucht- und Gemüse-Nektaren mit Kohlensäure - etwa Apfelschorlen aus Nektar - und Mischgetränke mit Molkeanteil von mehr als 50 Prozent werden künftig 25 Cent Pfand fällig.

Voller Mülleimer mit Verpackungsmüll.

Neue Regelung gegen Müll

Online-Handel ist künftig in der Pflicht. Versandverpackungen zählen auch zu Verpackungen - also müssen nun ausdrücklich auch Online-Händler ihre Verpackungen registrieren lassen und dafür Lizenzgebühren zahlen. Das gilt auch für sogenannte Umverpackung, in die abgepackte Ware zusätzlich eingepackt ist.

Elektro-Dienstauto und Jobtickets

Wer ein Elektro-Dienstauto privat nutzt, muss dies bislang mit einem Prozent des inländischen Listenpreises pro Kalendermonat versteuern. Für E-Autos, die nach dem 31. Dezember 2018 und vor dem 1. Januar 2022 angeschafft werden, sinkt der Wert auf 0,5 Prozent. Verbilligte Jobtickets sind künftig gänzlich steuerfrei.

Günstiges Telefonieren im EU-Ausland

Nachdem die Roaming-Gebühren 2017 abgeschafft wurden, will die EU nun auch die satten Aufschläge für das Telefonieren aus den Heimatnetzen ins Ausland deckeln. Der Preis für Auslandstelefonate wird voraussichtlich zum 15. Mai 2019 auf 19 Cent pro Minute begrenzt. Das Versenden einer SMS darf maximal sechs Cent kosten.

Neue 100-Euro- und 200-Euro-Scheine

Zum 28. Mai 2019 gibt die Europäische Zentralbank neue 100-Euro- und 200-Euro-Scheine aus. Die Noten haben neue Sicherheitsmerkmale wie Hologramme. Außerdem sind die neuen Scheine kleiner und passen besser ins Portemonnaie.

Mit der Ausgabe der Hunderter und Zweihunderter ist die zweite Generation der Euro-Banknoten komplett. Fünfer, Zehner, Zwanziger und Fünfziger haben den Relaunch schon hinter sich, der 500-Euro-Schein wird nicht mehr neu aufgelegt.

Onlinebanking: iTAN-Liste vor dem Aus

Ab Herbst 2019 können Bankgeschäfte am heimischen Computer nicht mehr mit per Post verschickten Nummern von iTAN-Listen freigegeben werden. Vorgeschrieben ist dann, dass bei elektronischen Zahlungsvorgängen ein dynamischer Authentifizierungscode generiert wird.

Ausgenommen von der neuen Regelung sind Überweisungen bis zu 30 Euro.

Diesel-Fahrverbot

Vorbehaltlich weiterer Urteile wird es in einigen NRW-Städten im Laufe des Jahres Fahrverbote für ältere Dieselmodelle geben.

In Köln soll das Verbot ab April 2019 für die Umweltzone gelten - also die gesamte Innenstadt. In Gelsenkirchen sind ältere Diesel ab juli 2019 auf der vielbefahrenen Kurt-Schumacher-Straße tabu. In Essen sind Diesel der Schadstoffklasse 5 ebenfalls ab Juli auf einigen Straßen verboten - darunter auch auf der A40, die durch das Essener Stadtgebiet führt. Bereits ab April 2019 soll in Bonn auf zwei Straßen ein Fahrverbot geben.

Fahrverbote für Dieselfahrzeuge in Köln und Bonn WDR aktuell 08.11.2018 02:47 Min. Verfügbar bis 08.11.2019 WDR Von Sebastian Galle

Stand: 29.12.2018, 00:00