Warnung: Abzocke bei Schädlingsbekämpfung

Das Bild zeigt einen Kammerjäger bei der Arbeit.

Warnung: Abzocke bei Schädlingsbekämpfung

  • Warnung vor unseriösen Schädlingsbekämpfern
  • Überhöhte Rechnungen, laienhaftes Vorgehen
  • Richtige Ansprechpartner sind wichtig

Die Verbraucherzentrale NRW warnt vor unseriösen Anbietern bei der Schädlingsbekämpfung. Aus Angst vor Insekten wie Wespen oder giftigen Raupen fielen Menschen oft auf teure Anbieter ohne Sachkunde herein, hieß es am Montag (15.07.2019).

Die Polizei im Ennepe-Ruhr-Kreis schließt sich der Warnung an. Sie ermittelt zur Zeit in einem Fall aus Herdecke. Da hatte eine Familie über das Internet einen Schädlingsbekämpfer gesucht. Der hatte in ihrem Wohnwagen auf einem Camping-Platz eine wirkungslose Behandlung gegen Holzwürmer durchgeführt und dafür 600 Euro kassiert.

Überteuerte Preise

Mehrere tote Wespen liegen auf Holzdielen

600 Euro für die Entfernung von Wespennest

Tatsächlich waren es Ameisen, die sich im Wohnwagen der Familie breit gemacht hatten. In Gevelsberg haben unseriöse Schädlingsbekämpfer vergangene Woche ein Wespennest für 600 Euro entfernt. Branchenüblich sind Preise zwischen 80 und 150 Euro. Die Familie hat Anzeige erstattet. 

Auch andere Verbraucher hätten von Rechnungen von bis zu 700 Euro für einen halbstündigen, laienhaften Einsatz berichtet. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Festpreise zu vereinbaren sowie Anzahlung statt Sofortkasse abzusprechen.

Seriöse Unternehmen finden

Richtige Ansprechpartner seien zum Beispiel Imker, zugelassene Schädlingsbekämpfer, Kammerjäger und einige Umweltschutzorganisationen. Auch Stadtverwaltungen oder Umweltämter helfen bei der Suche nach Fachleuten aus dem Umkreis. Die Zentrale warnte vor 0800-Nummern oder Handynummern, die vermeintliche Fachleute vermittelten, deren weite Anfahrt den Anrufer viel kosten könnte.

Zugleich weisen die Verbraucherschützer auf die Beachtung des Arten- und Naturschutzes hin. Nur Experten dürften entscheiden, ob ein Nest beseitigt werden darf. Wer die Behausungen eigenmächtig entferne, riskiere eine Geldbuße von bis zu 50.000 Euro.

Stand: 08.07.2020, 10:59