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Stellungnahme 20. Februar 2018

Stellungnahme 20. Februar 2018

Stellungnahme des WDR-Rundfunkrats zur Einrichtung eines Interims-Newsrooms in Köln

Blick auf die WDR Arkaden in Köln; Rechte: WDR

Blick auf die WDR-Arkaden in Köln

Der WDR-Rundfunkrat stimmt der Einrichtung eines Interims-Newsrooms in den Arkaden ab Juli 2019 zu, in dem bis zur Einrichtung des endgültigen Newsrooms im sanierten Filmhaus die aktuelle Berichterstattung von Hörfunk, Fernsehen und Internet crossmedial gebündelt wird. Das Gremium

  • begrüßt grundsätzlich die Pläne des WDR, durch die Einrichtung und technische Umsetzung des Interims-Newsrooms Synergie-Effekte für Regie und Produktionseinheiten auszuschöpfen.
  • erwartet bis zur Inbetriebnahme des Interims-Newsrooms umfassende Information, wie die geplante zentrale redaktionelle Leitung im medienübergreifenden Newsroom innerhalb der bisherigen Organisation des WDR und zwischen den getrennten Programmdirektionen verortet werden soll und wie sie in ein crossmediales Gesamtkonzept des WDR eingebettet wird.
  • betont, dass der WDR seine publizistische und investigative Kraft durch die neue Arbeitsorganisation weiter stärken sollte. Neben der Aufbereitung und Verbreitung von Inhalten muss dazu insbesondere die Recherche im Fokus stehen. Der Newsroom und die dadurch eingesparten Ressourcen sind zielorientiert einzusetzen, um noch mehr eigene nachrichtliche/aktuelle Inhalte zu schaffen. Der Newsroom darf nicht dazu führen, dass die Recherche-Kapazitäten in den Landesstudios reduziert werden.
  • erwartet, dass es durch die räumliche Trennung von der landespolitischen Redaktion, die in Düsseldorf verbleibt, und der Redaktion „Aktuelles“, die in den Newsroom nach Köln umzieht, nicht zu einer Abkoppelung der landespolitischen Berichterstattung kommen darf, wodurch diese im Aktuellen geschwächt wird. Landespolitische Berichterstattung gehört zum Kernbestandteil der aktuellen Berichterstattung und ist wesentlicher gesetzlicher Auftrag des Landessenders WDR.
  • unterstützt ausdrücklich das erklärte Ziel des Senders, trotz der stärker zentralisierten und medienübergreifenden Arbeitsweise die publizistische Vielfalt im WDR zu erhalten und die journalistische Qualität programmspezifisch in allen Medien zu sichern.
  • setzt darauf, dass der WDR messbare Erfolgskriterien für die Einrichtung des Interims-Newsrooms aufstellt und evaluiert. Der Rundfunkrat bittet um erste Ergebnisse ein Jahr nach dem Start. Die durch den Interims-Newsroom veränderten Strukturen und Arbeitsweisen sowie journalistischen Ergebnisse sind in die Evaluierung einzubeziehen. Die Ergebnisse sind bei der Planung des Newsrooms im Filmhaus zu berücksichtigen.
  • bittet zudem um Information über die Erfahrungen und journalistischen Ergebnisse des WDR seit Einrichtung der sog. „crossmedialen Leuchttürme“ für Wirtschaft und Sport.
  • geht davon aus, dass der WDR auch Erfahrungen anderer Redaktionen mit räumlich verdichteten und medienübergreifenden Formen der Arbeitsorganisationen berücksichtigt. Dabei sind kritische Berichte über nicht-individualisierte und räumlich zusammengelegte Arbeitsplätze einzubeziehen.
  • appelliert an den WDR, die Mitarbeiter/innen in die Entwicklung der neuen Arbeitsstrukturen und Aufgaben sowie bei der Einrichtung ihrer Arbeitsplätze aktiv einzubeziehen, um deren Motivation, Arbeitsfähigkeit und den Gesundheitsschutz zu gewährleisten.