Banner WDR Unternehmen

Programmausschuss lobt Nachrichtenformate und will sie weiter stärken

AKS-Studio

Programmausschuss lobt Nachrichtenformate und will sie weiter stärken

Stellungnahme vom 30. August 2018

Der WDR-Rundfunkrat begrüßt, dass die Informations- und Nachrichtensendungen des WDR sachgerecht, neutral und handwerklich gut gemacht sind. Sie bieten dem Publikum einen guten Überblick über das aktuelle Tagesgeschehen und werden professionell dargeboten. Der WDR ist im Informationsbereich insgesamt gut aufgestellt. Allerdings sieht das Gremium noch folgendes Verbesserungspotenzial.

Der WDR-Rundfunkrat

  • empfiehlt bei aller notwendigen zielgruppengerechten Ansprache die Neutralität der Nachrichten zu bewahren. Beiträge von Korrespondent/innen sollten mit einem Hinweis dazu anmoderiert werden, dass der/die Interviewpartner/in das Geschehen aus seinem/ihrem Blickwinkel erläutert.
  • wünscht, dass für komplexere Inhalte mehr Sendezeit zur Verfügung gestellt wird, um diese Themen mit mehr Hintergrundinformation aufzubereiten. Ziel ist eine bessere Verständlichkeit und Einordnung der Sachverhalte. In diesem Sinne sollten auch Hintergründe zur Person bei Expert/innen genannt werden, die zu politischen oder wirtschaftlichen Entwicklungen interviewt werden. Insgesamt sollte der WDR prüfen, ob der Verzicht auf einzelne Themen für eine intensivere Betrachtung eines weiteren Themas sinnvoll sein kann.
  • regt in diesem Zusammenhang an, die 10-Minuten-Formate von ‚WDR aktuell‘ im Hörfunk zu weiteren relevanten Nachrichtenzeiten einzusetzen. Der Informationsgehalt dieser längeren Formate, die es ermöglichen, Hintergründe zu erläutern, ist wesentlich höher als bei den kürzeren Nachrichten. Die Sendungen bieten zudem einen deutlich besseren Überblick über das Tagesgeschehen.
  • begrüßt grundsätzlich eine zielgruppenorientierte Aufbereitung der Nachrichten wie bei 1LIVE. Allerdings sollte auch dem jüngeren Publikum ein umfassender Überblick relevanter Nachrichten geboten und internationale Themen nicht vernachlässigt werden.
  • wiederholt seine Erwartungen aus seiner Stellungnahme „Barrierefreiheit zum WDR-Programm für alle Menschen" vom 30. September 2016, insbesondere den Wunsch, Gebärdensprache häufiger einzusetzen und ein eigenes Angebot in Leichter Sprache zu schaffen. Gerade die Informations- und Nachrichtensendungen sollten möglichst allen Menschen zugänglich und besonders verständlich aufbereitet sein. Das Gremium begrüßt, dass die ‚Aktuelle Stunde‘ (AKS) live untertitelt wird und regt an, dieses wichtige Magazin zusätzlich in Gebärdensprache anzubieten. Auch sollten die Kurznachrichten im Hörfunk im Sinne einer größeren Barrierefreiheit möglichst weniger schnell präsentiert werden.
  • empfiehlt vor dem Hintergrund der schnellen Taktung der Nachrichten die Erläuterung von Fachbegriffen und Abkürzungen, um auch hier eine bessere Verständlichkeit zu erreichen.
  • hält die regionale Berichterstattung des WDR für ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal. Daher sollte der Fokus der AKS auf der regionalen Berichterstattung liegen. Bei überregionalen oder internationalen Themen sollte möglichst der NRW-Bezug aufgezeigt werden.
  • regt an, übergeordnete Themen mit einem spezifischen NRW-Bezug in Themenwochen einzubetten – wie im ‚Morgenecho‘ von WDR 5. Auf diese Weise könnte die AKS beispielsweise die Bedeutung der Wissenschaftslandschaft, der Industrie, Energie, Kultur und des Sports für den Bund und NRW stärker hervorheben.
  • mahnt eine sorgfältige Bildauswahl an, um Wort-Bild-Scheren und somit Fehlinterpretationen zu verhindern.
  • regt insgesamt an, in den Nachrichten und Informationssendungen nicht nur Probleme zu beschreiben, sondern im Sinne eines konstruktiven Journalismus auch mögliche Lösungsvorschläge oder positive Aspekte eines Sachverhalts aufzuzeigen. Damit soll die Vermittlung einer einseitig negativen Sicht beispielsweise bei politisch-gesellschaftlichen Entwicklungen vermieden werden.