Neu bei funk: reporter

WDR-Redakteurin Julia von Cube

Neu bei funk: reporter

Von Jana Wenge

Der WDR verstärkt das junge funk-Programm ab dem 11. April 2018 mit "reporter" um ein bewährtes journalistisches Format. Seit über drei Jahren produziert der WDR erfolgreich Reportagen für ein junges Publikum bei YouTube. Mit dem Namen "reporter" wird dieser Kanal nun Teil des funk-Netzwerks sein.

"reporter" ist ein journalistisches Videoformat, das sich an 20- bis 24-Jährige richtet und sich politischen und gesellschaftlichen Themen widmet. Die Reportagen betreffen die Lebenswelt der jungen Community - sie sind nah am Geschehen, mutig, überraschend und investigativ. Wir sprachen mit Projektleiterin Julia von Cube über das neue Format.

#wdr360 wird zu "reporter" und Teil von funk - Was ändert sich?

Wir haben als Team in den vergangenen Monaten mit unserer Arbeit große Erfolge gefeiert, insbesondere mit investigativen Reportagen zu "Fake-Influencern" oder "Gewinnspielen auf YouTube". Durch den Austausch mit funk haben wir uns sicherlich nochmal weiterentwickelt. Ein konkretes Beispiel: Wir verzichten nun auf Off-Texte und sind dadurch noch näher, authentischer und direkter in der Ansprache unserer Community. Unser Team ist in den letzten Wochen gewachsen. Die Stammbesetzung ist aber dieselbe geblieben.

Wo schickt Ihr Eure reporter überall hin? 

Wir schauen uns die Arbeitsbedingungen bei Lieferdiensten genau an. Ist das wirklich ein guter Job, um schnell und einfach Geld zu verdienen? Uns interessiert auch: Was schmiere ich mir als Frau eigentlich beim Schminken jeden Tag ins Gesicht? Ist mein Make-up sogar giftig? Und wir gehen der Frage nach, warum wir im Jahr 2018 feministische Pornos brauchen. Im Auftaktfilm kehrt reporter Ben Bode an einen Ort zurück, den er schon für #WDR360 besucht hat: den Braunkohle-Tagebau im Hambacher Forst. Vor über zwei Jahren hat er die Umweltaktivisten, die illegal am Waldrand und in den Bäumen des Hambacher Forsts leben, getroffen und ihre Motivation beim Kampf gegen den Braunkohle-Tagebau kennengelernt. Jetzt will er sich die Gegenseite anhören.

Und was macht ein Thema für junge Leute interessant?

Junge Menschen spüren sofort, ob man sie ernst nimmt. Wir gehen ganz bewusst auf die Zielgruppe ein, recherchieren nachvollziehbar und transparent. In dem medialen Umfeld der Zielgruppe, in dem Meinung und Subjektivität oft alles sind, gehen wir bewusst einen anderen Weg. Wir sind unideologisch und ergebnisoffen - und haben am Ende des Films einen Erkenntnisgewinn: Meinung machen andere. Wir machen Journalismus.

Ihr schafft es, mit Euren Filmen neue Sichtweisen auf gesellschaftspolitische Themen zu eröffnen. Was ist das Besondere daran?

Unsere reporter sind unvoreingenommen und betrachten die Themen aus ihrem Blickwinkel - einem jungen Blickwinkel. Dabei setzen wir auf Themen, die unsere Community bewegen und Teil ihrer Lebenswelt sind.

Logo neues funk-Format reporter

Neues funk-Format: reporter

Die Hauptausspielwege eures Formats sind YouTube und Facebook. Das heißt: die Community spielt eine wichtige Rolle. Wie genau sieht die aus?

Die Community steht für uns dabei absolut im Mittelpunkt. Unsere Zuschauer setzen sich sehr intensiv mit unseren Beiträgen auseinander. Das merken wir nicht nur an den vielen Kommentaren, sondern auch an der Vielzahl von Themenvorschlägen, die uns erreichen. Wir freuen uns weiterhin auf den Austausch, auf Fragen und Kritik.

Was ist das wichtigste Erfolgskriterium für einen guten, investigativen Journalismus?

Fragen stellen ohne Angst vor Antworten.

"reporter" wird von der Programmgruppe Aktuelles Fernsehen des WDR für funk produziert.

Die erste Folge im funk-Netzwerk wird am 11. April 2018 um 16.30 Uhr im YouTube-Channel von reporter und auf funk.net veröffentlicht.

Stand: 10.04.2018, 12:29