WDR erstmals auf queerer Jobmesse "Sticks & Stones"

Virtueller Messestand des WDR auf der „Sticks & Stones“

WDR erstmals auf queerer Jobmesse "Sticks & Stones"

  • WDR nimmt zum ersten Mal an "Sticks & Stones" teil
  • Queere Jobmesse findet im Netz statt
  • WDR Mitarbeiter*innen chatten mit Messebesucher*innen
  • Gespräch mit Beauftragten für Gleichstellung und queer@wdr

Der WDR nimmt zum ersten Mal an der queeren Job- und Karrieremesse "Sticks & Stones" teil, die vom 23. bis 29. Juni 2020 virtuell im Netz stattfindet. Personalabteilung, Diversity-Management und das Netzwerk queer@wdr informieren über das Job- und Ausbildungsangebot sowie den WDR als LGBTI-freundlichen Arbeitgeber und Programmmacher.

Ein Interview mit der Beauftragten für Gleichstellung, Britta Frielingsdorf, und Achim Freudenberg, einem der drei Sprecher*innen von queer@wdr.

WDR: Was erhoffen Sie sich von Ihrer Teilnahme an der "Sticks & Stones"?

Achim Freudenberg, einer der drei Sprecher*innen von queer@wdr

Achim Freudenberg arbeitet im Marketing und gehört zu den Gründungsmitgliedern von queer@wdr.

Achim Freudenberg: Als Netzwerk freuen wir uns natürlich, öffentlich sichtbar zu werden und in Kontakt mit potenziellen Interessenten treten zu können. Für Menschen, die sich für ein großes Unternehmen wie den WDR interessieren, ist die Existenz eines queeren Netzwerks ein positives Signal. Mit unserer Teilnahme unterstützen wir die Darstellung des WDR als einen achtsamen Arbeitgeber, der seine Vielfalt betont und sich entschieden gegen Diskriminierung einsetzt.

WDR: Was erwartet diejenigen, die den Stand besuchen?

Britta Frielingsdorf, WDR-Beauftragte für Gleichstellung

Britta Frielingsdorf, Beauftragte für Gleichstellung im WDR

Britta Frielingsdorf: Grundsätzlich sind die Jobangebote zu finden, die wir auf der Karriere-Seite des WDR anbieten. Und wir haben Informationen zu allen Volontariaten, Trainee- und Ausbildungsmöglichkeiten bis ins nächste Jahr hinein. Es gibt zum Beispiel ein Volontariat Requisite oder ein Traineeprogramm für Medientechnik. Wir erhoffen uns auch Interesse an den Stellen, auf die sich nur wenige bewerben bei uns – etwa in den IT-Berufen.

Freudenberg: Die Job-Angebote richten sich natürlich an alle Menschen. Aber für Menschen aus der LGBTIQ-Community bietet die Messe eine Möglichkeit, sich mit einem Arbeitgeber auseinanderzusetzen, der die Vielfalt betont. Der für einen diskriminierungsfreien Arbeitsplatz sorgt und ein gutes Klima. Das ist ein positives Signal: Hier darf ich so sein, wie ich bin.

WDR: Ist ein direkter Kontakt mit Mitarbeitenden des WDR möglich?

Frielingsdorf: Ja. An den meisten Messetagen gibt es zweistündige Chats für einen direkten Austausch mit dem Messepublikum. Auf Seiten des WDR machen das Menschen aus dem Netzwerk queer@wdr, die aus unterschiedlichen Bereichen des Hauses kommen. Wer die Messe besucht, bekommt also authentische Berichte über die Arbeitssituation im WDR.

Freudenberg: Die Messe hat Thementage festgelegt, am 25.6. zum Beispiel ist das Überthema "Trans*". Wer sich an dem Tag einloggt, weiß, dass es bei allen Messeständen im Chat um das Thema Transsexualität und Transidentität geht.

WDR: Was bietet der WDR darüber hinaus an?

Freudenberg: Wir zeigen auch eine kleine, feine Auswahl an Fernsehbeiträgen und Trailern. Mit dabei ist der "Aktuelle Stunde"-Beitrag über die Essener Studioleiterin Georgine Kellermann und ein "Menschen hautnah"-Film über Anastasia, die erste Transgender-Kommandeurin der Bundeswehr.

WDR: Das Netzwerk queer@wdr gibt es offiziell seit September 2018. Was konnten Sie bereits anstoßen, verbessern?

Freudenberg: Es geht nicht immer nur darum, etwas verbessern zu wollen. Es geht um das Netzwerken, darum, Verbindungen zu schaffen und eine Sichtbarkeit – sowohl vor Vorgesetzten als auch Kolleginnen und Kollegen. Wir haben rund 100 Mitglieder und zeigen: Es gibt uns, wir sind überall. Das schafft eine Identität, und das ist uns sehr wichtig. 2019 haben wir auch am CSD teilgenommen, dieses Jahr hat uns Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wir planen aber einen bunten Abend im WDR-Funkhaus – sobald es wieder möglich ist. 

WDR: Was erwarten queere Leute von ihrem Arbeitgeber?

Freudenberg: Genauso behandelt zu werden, wie alle anderen Beschäftigten auch, mit den gleichen Rechten und Pflichten.

WDR: Wie begegnen sich heterosexuelle und queere Menschen im WDR?

Freudenberg: Das Haus ist in meiner Wahrnehmung sehr liberal und sozialverträglich. Aber überall, wo Menschen arbeiten, existieren auch Vorbehalte oder Klischees. Auch hier gibt es Leute, die Probleme mit queeren Menschen haben – wenn auch nicht in einer massiven Form. Da ist queer@wdr ein Signal, ein Support innerhalb der Belegschaft.

WDR: Welche Erfahrung haben Sie persönlich gemacht?

Freudenberg: Ich bin seit 2003 im WDR und habe nie eine schlimme Form von Diskriminierung erlebt. Vielleicht bin ich anfangs mal belächelt worden – heute würde man sagen, dass das auch eine Art von Diskriminierung darstellen könnte. Aus dem Netzwerk weiß ich, dass sich manche durchaus auch mal blöde Sprüche anhören mussten. Aber wenn ich die Geschichte von Georgine Kellermann anschaue: Ich denke, 2003 hätte es viel weniger gesellschaftliche Akzeptanz und auch weniger Akzeptanz im WDR gegeben. Unsere Gesellschaft ist mitgewachsen.

WDR: Darum ist eine diverse Mitarbeiterschaft für den WDR so wichtig?

Frielingsdorf: Wir wollen die Gesellschaft abbilden, und das gelingt uns am besten, wenn wir selber genauso vielfältig sind. Wir alle haben einen ganz bestimmten Blick, geprägt durch unsere bisherigen Lebenserfahrungen. Alt, jung, mit oder ohne Migrationshintergrund, mit oder ohne Behinderung. Je vielfältiger, desto besser!

Talks: Empowerment WDR 20.01.2020 06:48 Min. Verfügbar bis 20.01.2025 WDR

Stand: 19.06.2020, 14:20