"Die Wasserkrieger" – ein Hörspiel als Mockumentary

Symbolbild - Zerdrückte Wasserflasche aus Plastik vor Wüstenkulisse

"Die Wasserkrieger" – ein Hörspiel als Mockumentary

Weltweit wird Trinkwasser immer knapper und zugleich immer wertvoller. Rund um den fiktiven Wasserkonzern Dell‘Aqua spinnt "Die Wasserkrieger" eine Geschichte, die bald sehr real sein könnte: Eine Reporterin spürt dem ökonomischen Kampf ums knappe Trinkwasser nach.

Der Zugang zu Wasser hat laut einer UN-Resolution von 2010 den Rang eines Menschenrechts. Dennoch ist Wasser zugleich auch ein Wirtschaftsgut, noch dazu ein immer knapperes. Das Hörspiel "Die Wasserkrieger" (WDR 2017) zeichnet ein Szenario der deshalb drohenden Konsequenzen. Die fiktive Journalistin Mia Schelling begleitet ein Jahr lang den CEO des Konzerns Dell‘Aqua, Ken Feldhoff, auf seinen Reisen. Rund um die Welt richtet er den Blick auf das ökonomische Potenzial der Ware Wasser.


"Die Wasserkrieger" von Tim Staffel ist das erste WDR-Hörspiel, das als Mockumentary produziert wurde. Dieser Begriff beschreibt eigentlich ein Filmgenre, das die Mittel der Dokumentation nutzt, obwohl die Inhalte fiktional sind. Der Effekt: Wirklichkeit wird simuliert und überspitzt. "Die Wasserkrieger" setzt dafür die Mittel einer Radio-Reportage ein, um Geschichten über Menschen zu erzählen, die in den Kampf um die Ressource Wasser verwickelt sind. "Die Figuren und Handlungen sind erfunden. Aber der Hintergrund ist wahr. All das könnte morgen genau so passieren", sagt Hörspiel-Chefin Martina Müller-Wallraf.


So rät Konzernchef Ken Feldhoff zum Beispiel der Troika in Griechenland zur Privatisierung der Wasserversorgung, worauf die Preise um 300 Prozent steigen. In der Türkei will Dell‘Aqua ganze Dörfer zugunsten eines Staudammprojekts am Tigris fluten. Und in der westfälischen Kleinstadt Libba hat der Konzern Land gekauft, um für das Geschäft mit Flaschenwasser an Wasserreservoire heranzukommen. Doch in Libba formiert sich Widerstand.
Um das in Kooperation mit dem Deutschlandradio entstandene Hörspiel möglichst realistisch wirken zu lassen, hat Autor und Regisseur Tim Staffel die Mockumentary mit den Darstellern "on location" aufgenommen und sie improvisieren lassen: im Schweinemastbetrieb, in der Wasserabfüllanlage, auf der Staumauer.


Die Klimaerwärmung wird die Wasserknappheit weltweit verschärfen. Deshalb hat der WDR "Die Wasserkrieger" während der Weltklimakonferenz in Bonn ins Programm genommen. "WDR 5 Neugier genügt" sendet zehn Folgen à zehn Minuten (13. – 24. November / mo.-fr. zwischen 10:05 und 12:00 Uhr). Auf WDR 3 ist das Hörspiel als Zweiteiler zu hören (15. und 16. November / 19:04 – 20:00 Uhr). Bereits gesendete Folgen stehen als Podcast zur Verfügung.

Der Bericht ist in der Oktoberausgabe des WDR-Unternehmensmagazins "WDR print" erschienen.

Stand: 07.11.2017, 17:34