Verleumdungskampagne läuft ins Leere

WDR stellt diskreditierende Tweets richtig.

Verleumdungskampagne läuft ins Leere

Am Wochenende des 3./4. Oktober wurden langjährige WDR-Mitarbeiter in den sozialen Medien mit einem ursprünglich via Twitter verbreiteten Video diskreditiert. Mit diesem Tweet sollte der Eindruck erweckt werden, der WDR bringe Reichsflaggen zum Dreh einer Querdenken-Demo (von Coronamaßnahmen-Kritikern) mit, um so "bessere" Bilder zu erzeugen.

Die Behauptung, es handele sich um die im Netz namentlich genannten langjährigen Mitarbeiter des WDR, ist falsch. Der WDR hat keine Kenntnis darüber, wer die beiden Personen in dem Video sind. Dass mehrere Namen in verleumderischer Art verbreitet wurden, zeigt das verzweifelte Bemühen, einen Skandal zu fabrizieren. Der WDR akzeptiert das nicht und behält sich deshalb vor, gegen üble Nachrede und Verleumdung rechtlich vorzugehen.

Die Lokalzeit Köln hatte bei der besagten Demo einen Reporter zur Recherche vor Ort, der aber nicht berichtet hat. Bei dem Reporter handelt es sich ebenfalls nicht um eine der in dem Video gezeigten Personen.

Wir haben daraufhin einen Social Media-Analysten beauftragt, die Vorgänge zu untersuchen. Die Analyse hat gezeigt, dass das Video von einem Account veröffentlicht wurde, der auch sonst Verschwörungserzählungen verbreitet und sich durch Profilbild und Headerfoto mit der ursprünglich US-amerikanischen Verschwörungsbewegung QAnon identifiziert. Diese Bewegung transportiert auch rechtsextreme Aussagen.

Die Analyse liefert deutliche Hinweise darauf, dass auch die Accounts, die den Tweet weiter verbreitet haben, häufig rassistische, rechte und verschwörungsideologische Inhalte teilen. Einige dieser Accounts haben aktiv versucht, eine hohe Reichweite für das Thema durch Reply- und Mention-Spam zu erzielen. Die Analyse konnte ebenfalls zeigen, dass die Accounts untereinander durch gegenseitiges Folgen sehr stark vernetzt sind.

Nach Veröffentlichung unserer Statements in den sozialen Medien haben sich verschiedene Unterstützer gefunden. Einige User – darunter auch Journalisten – haben daraufhin ihre Tweets und Nachfragen gelöscht bzw. von einer Berichterstattung abgesehen.

Mittlerweile soll sich bei einem der Blogs, der diese Geschichte verbreitet hatte, eine Person aus dem Video gemeldet haben. Er sei kein WDR-Mitarbeiter.

Am Abend des 4. Oktober wurde der Ursprungs-Tweet zu dem Thema gelöscht.

Stand: 04.10.2020, 17:28