"Kindheit im Krieg" geht online

"Kindheit im Krieg" geht online

Die neue WDR-Zeitzeugenplattform "Kindheit im Krieg" geht mit zunächst 50 Video-Interviews online, fast genau 80 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs.

Jenen eine Stimme geben, die als Kinder den Schrecken des Krieges ausgesetzt waren – das möchte die neue WDR-Zeitzeugen-Plattform „Kindheit im Krieg“ (kindheitimkrieg.wdr.de). Sie geht zunächst mit rund 50 Video-Interviews am 30. August online, fast genau 80 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkriegs. Weitere Berichte von Betroffenen werden hinzukommen.

Kindheit im Krieg

Bereits zu Beginn des Jahres veröffentlichte der WDR die Augmented-Reality-App „WDR AR 1933-1945“, mit der Schüler*innen internationale Zeitzeugen des Zweiten Weltkriegs wie Hologramme digital in den Klassenraum holen können. Das Interviewprojekt „Kindheit im Krieg“ gibt nun Zeitzeugen auf einer Online-Plattform Raum, in ca. 30-minütigen Gesprächen über ihre Erlebnisse zu berichten. Auch die neue Online-Plattform „Kindheit im Krieg“ eignet sich für den Einsatz im Schulunterricht und soll die Stimmen möglichst vieler Zeitzeugen bewahren.

Buhrow: "Erinnerungen dürfen nicht verloren gehen."

Kindheit im Krieg

WDR-Intendant Tom Buhrow: „Beide Projekte machen den Schrecken des Krieges und die Folgen eindrücklich begreifbar. Das sind Erinnerungen, die nicht verloren gehen dürfen. Es ist unsere Aufgabe, Schülerinnen und Schülern dieses Wissen durch moderne, digitale Angebote weiterzugeben.“

„Kindheit im Krieg“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der elf WDR-Landesstudios und des Programmbereichs Internet: 20 Journalist*innen haben die Zeitzeug*innen interviewt. Zu Wort kommen Menschen, die als Kinder oder Jugendliche den Zweiten Weltkrieg in Deutschland erlebt haben – etwa der jüdische Autor Sally Perel, der durch seine Autobiografie „Ich war Hitlerjunge Salomon“ weltberühmt wurde. Aber auch junge Menschen, die aktuell vor Bomben und Terror flüchten mussten, wie die 14-jährige Gulhan Abdo aus Düsseldorf, die mit ihren Eltern und fünf Geschwistern aus dem syrischen Aleppo floh, schildern auf der Plattform ihre Kriegserlebnisse. Andere Kriegskinder stammen aus Afghanistan und Ruanda.

Stand: 30.08.2019, 12:15