"Es ist mir wirklich eine große Ehre"

Stefan Stabenow

"Es ist mir wirklich eine große Ehre"

Stefan Stabenow wird für den "Besten Schnitt" in dem WDR-Fernsehfilm "Unser Kind" mit dem DEUTSCHEN KAMERAPREIS geehrt.

Für den "Besten Schnitt" in dem Fernsehfilm "Unser Kind" (WDR) ist Editor Stefan Stabenow mit dem DEUTSCHEN KAMERAPREIS ausgezeichnet worden.

"Unser Kind" (Redaktion: Frank Tönsmann/WDR) thematisiert die Problematik des Sorgerechts von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnern. Durch einen Unfall verliert Ellen ihre Lebensgefährtin Katharina. Für ihr Kind Franz hat Ellen nur die Vormundschaft und nicht automatisch das Sorgerecht, wie es bei einer heterosexuellen Ehe wäre. Die Chancen auf eine Adoption stehen schlecht. Zudem melden der Samenspender und die Eltern der Verstorbenen plötzlich Ansprüche an.

30 Stunden Rohmaterial, acht Wochen Schnitt

Aus etwa 30 Stunden Rohmaterial hat Stefan Stabenow in circa acht Wochen den eineinhalbstündigen Film geschnitten. "Eine zentrale Herausforderung war sicherlich, die emotionalen Bindungen der verschiedenen Figuren zu Franz, zu Katharina, aber auch untereinander durch den Schnitt unterstützend zu erzählen und nach und nach zu voller Entfaltung zu verhelfen, oft auch durch Aufbrechung einer linearen Erzählweise", sagt Stabenow.

Die Jury des DEUTSCHEN KAMERAPREISES begründet die Auszeichnung: "'Unser Kind' ist ein hochemotionales Drama, das souverän umgesetzt wird. Der Schnitt verbindet auf elegante und organische Weise die Zeitebenen von Gegenwart und Vergangenheit. Er gibt den Figuren Raum, sich zu entfalten, ohne direkt Partei zu ergreifen. Durch den Schnitt wird der Rhythmus etabliert, der die Zuschauer fesselt, ohne sie dabei zu manipulieren."

"Mir wäre nie in den Sinn gekommen, einmal mit dem DEUTSCHEN KAMERAPREIS ausgezeichnet zu werden"

Stefan Stabenow ist freier Cutter und wohnt in Berlin. Eine ganze Reihe der Filme, an denen er mitgewirkt hat, waren bereits große Erfolge. Dazu gehören unter anderem das Ehedrama "Gegenüber" (2007) und der Banker-Film "Unter dir die Stadt" (2010), die jeweils Festivalbeiträge unter anderem in Cannes waren. Weitere Erfolgsproduktionen sind das vielfach ausgezeichnete Flüchtlingsdrama "BABAI – Mein Vater" (2015) und das georgische Drama "IN BLOOM – Die langen hellen Tage" (2013), mit mehr als 30 Auszeichnungen einer der Festivalhits des Jahres 2013. Dreimal war Stabenow beim Festival "Filmplus" für die beste künstlerische Montage eines Kinospielfilms nominiert – 2011 für "Unter dir die Stadt", 2013 für das Musiker-Drama "Local Heroes" (2013) von Henning Backhaus sowie 2016 für den Polit-Thriller "Die Lügen der Sieger" (2014) von Christoph Hochhäusler.

Über "seinen" DEUTSCHEN KAMERAPREIS sagt Stefan Stabenow: "Ich freue mich einfach über diese renommierte Auszeichnung, sie ist mir wirklich eine große Ehre – und ich bin sehr dankbar für die damit verbundene Wertschätzung meiner Arbeit. Als junger Mensch träumte ich einmal davon, Kameramann zu werden. Als ich das dann verwarf, wäre mir nie in den Sinn gekommen, einmal mit dem DEUTSCHEN KAMERAPREIS ausgezeichnet zu werden."

Der 29. Deutsche Kamerapreis wurde am 10. Mai 2019 im Kölner Tanzbrunnen verliehen. Seit 1982 werden mit dem Deutschen Kamerapreis Leistungen von Bildgestalterinnen und Bildgestaltern sowie Editorinnen und Editoren gewürdigt.

Sendetermin im WDR Fernsehen: Montag, 13. Mai 2019, 22.40 – 0.15 Uhr. Der Film ist ab sofort auch in der ARD Mediathek verfügbar.

Stand: 10.05.2019, 19:00