"WDR hilft helfen" geht in die nächste Runde

Vom Hochwasser Betroffene reinigen ihr Hab und Gut.

"WDR hilft helfen" geht in die nächste Runde

Am Freitagabend hat der WDR die Hilfsaktion "Der Westen hält zusammen – WDR hilft helfen" gestartet und bringt Hilfesuchende und Helfende zusammen – seitdem sind hier rund 11.500 Nachrichten eingegangen.

Die Zahl der Menschen, die den Betroffenen in den Unwettergebieten helfen wollen, ist beeindruckend. Enorm sind bekanntlich die Schäden nach den Unwettern – die Hilfsbereitschaft ist es auch. Ein großer Teil der Angebote sei an den Hotlines eingegangen, sagt WDR-Kollegin Anika Bever, die sich wie viele andere WDR-Kolleg:innen spontan bereit erklärt hat, das landesweite Call-Center zu unterstützen. Aber auch über das Kontaktformular hatten sich Tausende Menschen gemeldet, die helfen wollten.

So wurde bisher mehrfach Sperrmüll entsorgt, Toilettenwagen wurden zur Verfügung gestellt, Tiere untergebracht und Wohnungen vermittelt. Die Kolleg:innen von der Hilfe-Hotline erzählen von einer Rentnerin aus Bad Neuenahr, die ihr Zuhause verloren hat und in einer möblierten Wohnung in Hennef untergebracht werden konnte. Ein Elektriker aus Wiehl fuhr in Hoffnungsthal bis zu zwölf Stunden am Stück zahlreiche Haushalte an, um mit Wasser vollgelaufene Sicherungskästen zu sichern und so wieder eine Stromzufuhr in den Häusern zu ermöglichen. Notstromaggregate zählen denn auch neben Bautrocknern zu den am dringendsten benötigten Geräten.

"WDR hilft helfen" geht nach dem großen Aktionswochenende in die nächste Runde. Während im Hintergrund weiterhin ein Team Hilfesuchende mit Helfenden passend zusammenführt, werden jetzt die Geldspenden der Menschen im Land benötigt. Denn neben Pumpen, Schaufeln, Baggern und neuen Möbeln brauchen die Betroffenen in den Krisengebieten nun vor allem finanzielle Unterstützung. Alle Infos zur Spendenaktion sind auf WDR.de zu finden:

Callcenter-Team arbeitet im Büro.

Im Call-Center arbeitet das Team seit Freitag rund um die Uhr und vermittelt Hilfesuchende und Helfende.

Hilfsangebote kanalisieren

Für Programmdirektorin Valerie Weber war schon früh klar, dass die WDR-Berichterstattung auch dafür sorgen würde, dass Menschen spontan helfen wollen. Ihre Sorge: In den Krisengebieten, in denen Zehntausende von Einsatzkräften von THW, Feuerwehr, Rotes Kreuz und Bundeswehr eng zusammenarbeiten, kann dies schnell zu unübersichtlichen Lagen führen. Deswegen habe der WDR eine Möglichkeit schaffen wollen, um die vielen Hilfsangebote zu kanalisieren – damit eben nicht alle in bester Absicht auf eigene Faust losfahren.

WDR-Reporter beim Interview.

Reporterin Sabine Büttner berichtet mit ihrem Team (Kamera Carsten Schmidt, Ton Michael Miebach) aus Erftstadt Blessem für WDR aktuell, Aktuelle Stunde, Lokalzeit, WDR2, WDR5, wdr.de und den Facebook-Kanal der Lokalzeit Köln.

Um die Zuschriften und Anrufe zu sichten und, wo es passt, einander zuzuordnen, arbeiten Kolleg:innen aus allen Programmbereichen Hand in Hand. Im Hintergrund wurde eine Datenbank aufgebaut, in der alle Mails, die Einträge aus dem Kontaktformular bei wdr.de sowie die Anrufe bei den Hotlines der Radiowellen und des WDR Fernsehen gesammelt werden. Das Team vermittelt dann den Suchenden gezielt die passenden Helfenden. In einigen Fällen hätten die Kolleg:innen beim Sortieren der Hilfegesuche und nach weiteren Recherchen zu der dortigen Situation die Polizei alarmiert, damit den Betroffenen sofort geholfen würde.

Valerie Weber im Porträt

Valerie Weber ist Programmdirektorin für NRW, Wissen und Kultur.

Dank an das gesamte Team

Valerie Weber: "Neben meinem persönlichen Dank für die Berichterstattung an die Redaktionen und Reporterinnen und Reporter im Land, die seit über einer Woche ihr Bestes geben, gilt mein Dank auch all denen, die in den WDR-Callcentern und Redaktionen tagein, tagaus bis zur völligen Erschöpfung mit den Menschen telefoniert und Datensätze kopiert haben und die schließlich mit Postleitzahlen-Suche und Landkarten die Menschen zusammengebracht haben. Dankeschön an alle Direktionen für die Unterstützung." Der WDR hat mit zahlreichen Sondersendungen aus den Krisengebieten in NRW berichtet. Zeitweise waren über 100 Reporter:innen an 108 Orten im Einsatz.

Stand: 18.07.2021, 17:35