WDR erhält 2020 drei Grimme-Preise

Grimmepreis 2020

WDR erhält 2020 drei Grimme-Preise

  • Drei Auszeichnungen für den WDR
  • Preise u.a. für Georg Restle und "Der König von Köln"
  • Der Grimme-Preis soll voraussichtlich am 21. August verliehen werden.

Der WDR kann sich bei der 56. Verleihung der Grimme-Preise über drei Auszeichnungen freuen. In der Kategorie Information & Kultur konnte sich der WDR gleich zwei Mal durchsetzen: Neben dem Dokumentarfilm "Wie ‚Holocaust‘ ins Fernsehen kam" wurde Georg Restle stellvertretend für die Redaktion von MONITOR für "Besondere Journalistische Leistung" geehrt. Gewinner des Publikumspreises der Marler Gruppe ist der Film "Der König von Köln". Den Ehrenpreis der Stifter erhält Regisseur und Autor Heinrich Breloer. Die Veranstaltung soll voraussichtlich am 21. August in Marl stattfinden.

Tom Buhrow: "WDR mit beeindruckender Bandbreite"

WDR-Intendant Tom Buhrow: "Ich gratuliere allen Preisträgerinnen und Preisträgern zum Grimme-Preis. 'Wie Holocaust ins Fernsehen kam' und 'Der König von Köln' – Georg Restle und Heinrich Breloer – der WDR ist in diesem Jahr mit einer beeindruckenden Bandbreite von Produktionen und Protagonisten wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, vertreten. Vielen Dank an die Jury, die Marler Gruppe und den Deutschen Volkshochschulverband."

MONITOR haltungsstark gegen Rechtsextremismus

Grimmepreis 2020 Georg Restle

Georg Restle und die "MONITOR"-Redaktion werden für ihre haltungs- und meinungsstarke Berichterstattung über Rechtsextremismus und Rechtsterrorismus ausgezeichnet.

Der Preis für eine "Besondere Journalistische Leistung" innerhalb der Kategorie Information & Kultur wird Georg Restle stellvertretend für die Redaktion von MONITOR verliehen. Ausgezeichnet wird "die kontinuierliche und haltungsstarke Berichterstattung über Rechtsextremismus und Rechtsterrorismus". Die Jury lobt den vorbildlichen medialen Umgang mit dem Thema, dessen Berichterstattung von Anschuldigungen, Streit und dem Einsatz von Fake News geprägt sei. Hierbei hebt sie die genaue Recherche hervor sowie den Verzicht sensationalistischer und übertriebener Formulierungen, Bilder und Effekte.

Anerkennung erfährt Georg Restle zudem für seine Meinungsstärke als Redaktionsleiter. In seinen Kommentaren zeige er eine klare Haltung und verdeutliche, dass die Bedrohung für die Demokratie, die Freiheit und die Menschenrechte real und gefährlich ist – ohne jedoch Panik zu verbreiten.

Georg Restle: "Rechtsextremismus hat viele Gesichter. Ob im Nadelstreifenanzug in den Parlamenten, ob in offen gewaltbereiten Szenen oder in den Dunkelkammern des Internets: MONITOR ist es wichtig, die Zusammenhänge aufzuzeigen und Gefahren für die Demokratie klar zu benennen. Dies erfordert immer wieder Mut der Autoren und Autorinnen, einen langen Atem der Redaktion und ein breites Kreuz des Redaktionsleiters. Dass wir dafür mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet werden, freut mich sehr. Ich sehe dies auch als Anerkennung unserer jahrelangen intensiven Beschäftigung mit einem Thema, das diese Republik mehr herausfordert als je zuvor."

"Quantensprung in der Bewusstseinswerdung des Holocaust"

Grimmepreis 2020 Holocaust ins Fernsehen

Die Doku "Wie ‚Holocaust‘ ins Fernsehen kam" wurde ebenfalls geehrt. Im Bild der US-Schauspieler Michael Moriarty, der in der damaligen TV-Serie einen SS-Juristen spielt

Ein weiterer Preis in der Kategorie Information & Kultur geht an Alice Agneskirchner (Buch und Regie) für den Dokumentarfilm "Wie ‚Holocaust‘ ins Fernsehen kam" (Hanfgarn & Ufer für WDR/NDR/SWR, WDR-Redaktion: Beate Schlanstein). Der Film beschreibt die Produktions-, Ausstrahlungs- und Rezeptionsgeschichte der vierteiligen US-Serie "Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss" über den Genozid an den Juden.

"Alice Agneskirchner hat zahlreiche Protagonist*innen dazu gebracht, Auskunft zu geben, hat manchen von ihnen in einen mitunter schmerzhaften Erinnerungsprozess geführt und sensibel begleitet", urteilt die Jury. "Auf instruktive Weise ist es Alice Agneskirchner gelungen, der Vielschichtigkeit der Serie als fiktionales Produkt, ihrer Ausstrahlung als Medienereignis und deren Wirkung als eine Art Quantensprung in der Bewusstseinswerdung des Holocaust in der bundesdeutschen Gesellschaft gerecht zu werden und alle diese Aspekte in ihrer Komplexität darzustellen und zu vermitteln."

Der König von Köln: "Bestes politisches Kabarett"

Grimmepreis 2020 König von Köln

Den satirischen Spielfilm "Der König von Köln" lobt die Jury als "mitreißend" und als "gelungene Gesamtkomposition".

Mit dem Publikumspreis der Marler Gruppe wird 2020 "Der König von Köln" (Zeitsprung Pictures/Dreamtool Entertainment für WDR, WDR-Redaktion: Nina Klamroth) ausgezeichnet. Neben Ralf Husmann (Buch) und Richard Huber (Regie) erhalten Serkan Kaya, Judith Engel und Joachim Król den Preis für ihre darstellerische Leistung.

In dem satirischen Film, den die Marler Gruppe als "bestes politisches Kabarett" betitelt, wird ein einfacher Beamter des Bauamts zum Spielball einiger Superreicher, die bei einem geplanten Großbauprojekt mächtig absahnen wollen. "Das Buch von Ralf Husmann, das die Wirklichkeit des Oppenheim-Esch-Skandals unverkennbar mitgeschrieben hat, ist mitreißend. Die gelungene Gesamtkomposition von der Musik über den Text ("Politik heißt, alles so lange im Ungefähren zu halten, bis es nicht mehr zu ändern ist") bis zum Zusammenspiel der Charaktere nimmt die Zuschauer*innen intellektuell und emotional mit", so die Jurybegründung.

Heinrich Breloer erhält "Besondere Ehrung"

Grimmepreisträger 2020 Breloer

Heinrich Breloer wurde als "Mitbegründer und profiliertester Autor und Regisseur des Doku-Dramas" mit einer "Besonderen Ehrung" Deutschen Volkshochschul-Verbands gewürdigt.

Die "Besondere Ehrung" des Deutschen Volkshochschul-Verbands geht in diesem Jahr an Regisseur und Autor Heinrich Breloer, der mit seinen Mehrteilern "Brecht", "Die Manns" oder "Speer und Er" (alle drei Bavaria-ARD-Koproduktionen unter Federführung des WDR) das Genre des Doku-Dramas prägte. "Mit der Besonderen Ehrung für Heinrich Breloer würdigt der Deutsche Volkshochschul-Verband den Mitbegründer und profiliertesten Autor und Regisseur des Doku-Dramas", sagt DVV-Direktor Ulrich Aengenvoort.

Hintergrundinformationen zum 56. Grimme-Preis gibt es im Internet unter www.grimme-preis.de.

Der Grimme-Preis soll voraussichtlich am 21. August in Marl verliehen werden. Anfang Juli prüft das Institut gemeinsam mit der Stadt Marl, ob die Preisverleihung in gewohnter Weise stattfinden kann. Der Preis hätte ursprünglich am 27. März überreicht werden sollen, wegen der Corona-Epidemie hatte das Grimme-Institut am 11. März die Gala abgesagt.

Stand: 03.03.2020, 11:58