Der Vorentscheid in der Region Nord

Chöre und Publikum singen gemeinsam bei "Der beste Chor im Westen"

Der Vorentscheid in der Region Nord

Die vielfältigsten Chöre kommen in diesem Jahr aus der Region Nord. In Bielefeld trafen folkloristische Klänge aus Russland auf Gospel und klassischen Chorgesang. Es gab sehr gefühlvolle Balladen wie auch mitreißenden Pop. Eine schwere Entscheidung wieder mal für die Jury.

Auch in der Region Nord hatten sich viele Chöre beworben, um der „beste Chor im Westen“ zu werden. Fünf von ihnen durften am Samstag (30. September) auf die Bühne im atmosphärisch tollen Ringlokschuppen in Bielefeld. Hier traten die Young Voices aus Ahaus an, die Gospel Connection aus Ibbenbüren, das Kammerensemble Euphonia aus Bottrop, Russkaja Duscha aus Gütersloh und der Junge Chor Münster. Alle Chöre sehr unterschiedlich, was Spannung für den Abend versprach.

Das Publikum war super gut drauf und unterstützte die Chöre jubelnd und johlend von der ersten Minute an.

Zuerst musste der größte Chor ran – fast hundert Damen aus Ahaus – die Young Voices. Sie präsentierten „Say something“ mit einem Solo und einer Choreographie. Die Jury war mehrheitlich angetan und emotional berührt. Gelobt wurde besonders die Einheit, die der Chor gezeigt hatte. Jane Comerford, Hochschuldozentin und Lead Sängerin von Texas Lightning: „Die Einheit ist gut, der Einklang auch und die Dirigentin ist einfach super mit ihrer Energie.“

Der Chor Young Voices beim Vorentscheid Nord im Ringlokschuppen.

Die Sängerinnen von den "Young Voices" aus Ahaus-Alstätte freuen sich über ihren Sieg im Regionalwettbewerb.

Das Kammerensemble Euphonia aus Bottrop ging mit dem „Abendlied“ von Josef Gabriel Rheinberger an den Start. Ein sehr schweres Stück, wie die Jury fand – gerade auf solch einer Bühne. „Die Intonation hier zu halten, ist einfach sehr schwer“, so Jane Comerford. Und Giovanni Zarrella hätte es gerne noch gefühlvoller gehabt.

Dann zogen die Sängerinnen und Sänger von Russkaja Duscha in ihren farbenfrohen Trachten auf. Sie sangen "Notschka Lugovaja". Das ging der Jury ans Herz und Natalie Horler gefiel vor allem, dass auf Russisch gesungen wurde.

Die Gospel Connection hielt mit Schwung dagegen und präsentierte „We are connected.“ Rolf Schmitz-Malburg, Bass-Sänger aus dem WDR Rundfunkchor, bewertete die Stimmgruppen sehr gut, aber die Soli bräuchten dringend „mehr Fleisch“. Auch Giovanni fand die Soli deutlich zu schwach.

Das machte der Junge Chor aus Münster mit seinen sehr jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern deutlich besser. Sie hatten sich das Vater Unser auf Kisuaheli vorgenommen und sangen dies sehr gefühlvoll mit tollen solistischen Einlagen. Natalie Horler von Cascada: „Das war super sauber gesungen. Großartig.“ und Jane meinte: „Ein super Groove bei der Solistin! Toll, in diesem jungen Alter“.

Junger Chor Münster auf der Bühne im Ringlokschuppen

Die Gruppe "Junger Chor Münster" nach ihrem Sieg im Ringlokschuppen in Bielefeld.

Der Junge Chor startete auch die zweite Runde und konnte seinen Eindruck bekräftigen. Die Gospel Connection versuchte die Jury mit „Thank you Lord I'm free“ von den Stühlen zu reißen und tatsächlich spürte Giovanni auch die „geile Energie“.

Russkaja Duscha zeigte den Klassiker mit „Kalinka“ und setzte auf eine effektvolle Interpretation. Natalie klatschte laut mit und war begeistert. Rolf lobte die tolle Interpretation.

Das Kammerensemble Euphonia ging auch mit einem christlichen Song in die zweite Runde und überzeugte die Jury mit einem runden Klang von "Jesus Christ you're my life".

Und zum Schluss der zweiten Runde kamen die Young Voices noch einmal auf die Bühne mit der chorischen Interpretation von „Rather Be“. Giovanni konnte nur noch „Wow“ sagen  - die Power der hundert Damen überrollte jeden in der Jury.

Und dann hatten die vier Juroren die schwere Aufgabe, zwei Chöre direkt ins Halbfinale zu schicken. Die Wahl fiel diesmal auf die Young Voices aus Ahaus und den Jungen Chor aus Münster. Begründung: Beide Chöre versuchten nichts auf die Bühne zu bringen, was sie nicht beherrschten. Außerdem sei ihre Song-Auswahl sehr ansprechend gewesen. Der Junge Chor glänzte mit zwei Solisten und die Energie der vielen Damen aus Ahaus wurde prima auf die Bühne gebracht.

Für die anderen Chöre gibt es aber noch Hoffnung. Am Ende darf die Jury zwei weitere Chöre per Wild Card ins Halbfinale schicken – aus der Gruppe der Chöre, die bis dahin nicht weitergekommen sind. Viel Glück.

Stand: 30.09.2017, 17:00