Zweiter Vorentscheid in Hamm

Zweiter Vorentscheid in Hamm

Von Anne Leudts

In der Alfred-Fischer Halle in Hamm wollen wieder zehn Chöre ein Ticket fürs Halbfinale lösen. Vor über 1000 Besuchern möchten sie für Gänsehautmomente auf der Bühne sorgen – und natürlich die Jury überzeugen! Denn es werden wieder fünf Kandidaten für das Halbfinale gesucht.

Und wieder sind ganz unterschiedliche Chöre dabei: Schülerchor und Männerchor, Jazzchor und Frauenchor, Showchor und Feierabendchor – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Und Spannung garantiert, denn gut geprobt ist noch längst nicht gut aufgeführt. Das zeigt sich am Abend in Hamm mehr als deutlich. Die Nervosität kann einem Chor ziemliche Schnippchen schlagen.

Aus dem Münsterland muss der erste Chor auf die Bühne: Der Schoenefeldt Chor mit seinen rund 80 Sängerinnen und Sängern präsentiert „Mambo“ von Herbert Grönemeyer. Giovanni Zarrella hat viel Spaß bei der Nummer, vermisst aber doch etwas den Klang der Männerstimmen. Wie ein großer Tanker wirkt der Chor auf Rolf Schmitz-Malburg vom WDR Rundfunkchor. „Und bei einem großen Tanker können auch mal ein paar Töne über Bord gehen“. Der Rhythmus war gut, aber es gebe Luft nach oben, so sein Urteil.

„Euer guter Klang ist es wert, weiterentwickelt zu werden“

Die jungen Sängerinnen und Sänger des Kammerchors St. Ursula aus Geilenkirchen treten mit „Blame it on the Boogie“ auf. Schnell und rasant präsentieren sie das Stück. Etwas zu schnell, wie Rolf Schmitz-Malburg feststellt. Und gibt den Tipp: „Euer guter Klang ist es wert, weiterentwickelt zu werden“. Natalie Horler findet den Auftritt toll und erkennt, dass die Nervosität heute doch etwas überhandgenommen hat. Jane Comerford glaubt auch, dass die Gesamtausstrahlung stimmt, aber der Song vielleicht nicht das „gewohnte Fahrwasser“ ist.

Wenn ein 45 gestandene Männer auftreten, dann müssen sie wohl „Männer mag man eben“ singen: Die Chorgemeinschaft Voßwinkel-Höingen aus Arnsberg präsentiert diesen Song mit Witz und interessantem Arrangement. Und erreicht damit Jane Comerford natürlich sofort: „Ihr habt solch einen Niedlichkeitsfaktor. Toll!“. Giovanni gefällt diese unglaubliche Coolness und Entspanntheit. Und auch Natalie findet alles sehr unterhaltsam.

Sie nennen sich „Friday on my mind“ und proben freitags in Münster. Mit „Blue Skies“ will der gemischte Chor die Herzen der Jury erobern. Giovanni Zarrella gefällt die Choreografie sehr gut, ihm fehlen aber Emotionen bei diesem Chor. Rolf Schmitz-Malburg lobt das gemeinschaftliche Singen: „Das habt ihr positiv in Klang umgemünzt“.

Unsere teilnehmenden Chöre in Hamm

Die zehn unterschiedlichen Chöre sorgen für große Stimmung in der Alfred-Fischer Halle in Hamm.

Sängerinnen und Sänger des Schoenefeldt Chors auf der Bühne.

Der Schoenefeldt Chor aus dem Kreis Warendorf.

Der Schoenefeldt Chor aus dem Kreis Warendorf.

Der Kammerchor des Bischöflichen Gymnasiums St. Ursula aus Geilenkirchen.

Die Herren der Chorgemeinschaft Voßwinkel-Höingen.

Friday on my mind aus Münster.

Aus Unna die ChoRleriker.

FLOW aus Aachen.

HERRENmitDAMEN aus Köln.

Die Sängerinnen von "Abgestimmt" aus Olsberg.

DIN A5 aus Bielefeld.

Der Chor "BonnVoice".

Aus dem Ruhgebiet kommen „Die ChoRleriker“ und singen den selbst getexteten Song „Auffe Halde“. Giovanni ist sehr überrascht und nimmt dem Chor diese Interpretation komplett ab. Rolf wünscht sich, dass auch das Solo vertont und nicht gesprochen wird. Natalie Horler lobt Verbundenheit und Charme der Truppe „Alle Achtung“.

Aus Aachen angereist sind rund 30 junge Sängerinnen und Sänger mit ihrem Chorleiter: Flow möchte nicht nur einen fluffigen Klang präsentieren, sondern alle Zuschauer berühren: Mit dem Mashup "Daft Punk" begeistern sie die Jury uneingeschränkt. „Hammergeil“ sagt Natalie Horler, großartig findet Rolf Schmitz-Malburg und auch Jane findet es „nahezu perfekt“ und „amazing“.

Wie bei einem Theaterabend in den 1930er Jahren

Das Ensemble „HERRENmitDAMEN“ bringt wieder Ruhe auf die Bühne. Sie präsentieren „Frühstück“ einen ebenfalls umgetexteten Song aus dem Musical „Die Drehorgel“. Jane Comerford findet zwar den Text nicht so passend zum ursprünglichen Stück, aber die klangliche Feinabstimmung ganz toll. Auch Giovanni findet, dass sie klanglich herrlich aufeinander abgestimmt sind und Natalie fühlt sich wie bei einem Theaterabend in den 1930er Jahren.

Dann kommt wieder ein Chor aus dem Sauerland auf die Bühne. Abgestimmt aus Olsberg singt „Junge“ von den Ärzten. Mit witziger Choreografie wollen sie weiterkommen. Jane Comerford findet dann auch, dass sich der Frauenchor gut in Szene gesetzt hat. Giovanni lobt, dass der Rhythmus gut durchgezogen wurde. Aber Rolf Schmitz-Malburg meint, dass das Lied wohl besser einen Ton tiefer gesungen worden wäre – das hätte dem Klangbild geholfen.

Das Logo von "Der beste Chor im Westen" als glänzend goldene Plastik.

Das kleinste Ensemble kommt aus Bielefeld  und nennt sich Din A5. Die fünf jungen Sängerinnen und Sänger wollen mit „Can’t help falling in Love“ von Elvis Presley punkten. Mit ihren glasklaren Stimmen rühren sie Natalie damit zu Tränen „ganz, ganz toll“ und auch Rolf spürt diese „totale, pure Freude am Singen“.

Als letzter Chor kommt BonnVoice auf die Bühne und möchte natürlich auch ein Ticket fürs Halbfinale bekommen. Die knapp 40 Sängerinnen und Sänger präsentieren „Ich seh dich“ von Oliver Gies. „Wahnsinn“, so Natalie Horler. Das grenze an Perfektion. Und auch Jane kann nur noch sagen „absolutely beautiful“.

Dann ist wieder die Jury dran und muss entscheiden, wen sie ins Halbfinale schickt. Nur fünf von zehn Chören kommen weiter. Die Entscheidung wird sicher nicht leicht.

Wie es ausgeht ist zu sehen am 30. November um 20.15 Uhr im WDR Fernsehen. Oder in der Mediathek ab dem 30. November.

Stand: 25.11.2018, 16:05