Kultstar des Prügelkinos: Terence Hill wird 80

Kultstar des Prügelkinos: Terence Hill wird 80

Von René Denzer

Strahlend blaue Augen, ein schelmisches Lächeln, Slapstick und Prügel – an der Seite von Bud Spencer avanciert Terence Hill in den 70er Jahren zum Kultstar des Prügelkinos. Am 29. März 2019 wird er 80 Jahre alt.

Geboren ist Terence Hill als Mario Girotti in Venedig. Seine Mutter war Deutsche, der Vater Italiener. Der findet als Chemiker einen Job in Deutschland. 1943 zieht die Familie nach Lommatzsch bei Dresden.

Geboren ist Terence Hill als Mario Girotti in Venedig. Seine Mutter war Deutsche, der Vater Italiener. Der findet als Chemiker einen Job in Deutschland. 1943 zieht die Familie nach Lommatzsch bei Dresden.

Die alliierten Luftangriffe vom Februar 1945 sieht Hill aus der Ferne. Später sagt er, dass er deswegen jahrzehntelang Alpträume gehabt habe. Im Hause der Großeltern an der Döbelner Straße 40 wohnt die Familie bis 1947.

In Italien wird Terence Hill in der Schule gemobbt, weil er kein Italienisch spricht. Bei einem Schwimmwettkampf entdeckt der Regisseur Dino Risi den damals Zwölfjährigen und engagiert ihn für eine erste kleine Rolle. Später folgen Schauspielunterricht und ein Literaturstudium. Das bricht Hill ab, um sich ganz auf die Schauspielerei zu konzentrieren.

1963 gibt er in Luchino Viscontis Filmklassiker "Der Leopard" an der Seite von Burt Lancaster und Claudia Cardinale den Grafen Cavriaghi. In Deutschland spielt er unter anderem in "Winnetou II" mit.

Auf Western ist der Schaupieler aber nicht festgelegt. So ist er auch in dem Heldenepos "Die Nibelungen" oder dem Heimatfilm "Ruf der Wälder" (Foto) zu sehen.

Richtungsweisend für Leben und Karriere ist das Jahr 1967. Bei den Dreharbeiten zu "Gott vergibt ... Django nie" lernt er nicht nur seine spätere Frau Lori Zwicklbauer kennen, sondern steht auch erstmalig mit Carlo Pedersoli alias Bud Spencer vor der Kamera.

Der Film, der auch unter dem Titel "Gott vergibt ... wir beide nie" läuft, hat noch nichts mit den späteren Klamauk-Western gemein. Jahre später wird der Film neu synchronisiert und brutale Szenen herausgeschnitten, um an den Erfolg des Schauspielduos anzuknüpfen. Für ihre internationale Laufbahn sind ihre Namen zu italienisch: Aus Mario Girotti wird Terence Hill, aus Pedersoli Bud Spencer.

Die beiden Schauspieler scheinen unzertrennlich. "Das war eine magische Begegnung, das funktionierte einfach mit uns beiden und wir wussten gar nicht, warum", sagt Hill in einem Interview. Auch privat verstehen sich die beiden gut.

Den gemeinsamen Westernfilmen folgen andere wie "Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle" (Foto). Neben Slapstick, Witzen und saloppen Sprüchen darf auch hier eine ordentliche Tracht Prügel nicht fehlen. Insgesamt drehen sie 18 gemeinsame Filme – fast alle werden zu Kassenschlagern.

Und auch ohne seinen Lieblingskollegen steht Terence Hill immer wieder als Schauspieler vor der Kamera, wie in den Western "Meine Name ist Nobody" oder "Lucky Luke" (Foto).

Als sein Adoptivsohn bei einem Autounfall stirbt, zieht sich Terence Hill zehn Jahre aus dem Filmgeschäft zurück. Er lebt mit seiner Frau in seiner Wahlheimt Amerika. Erst 2000 steht er wieder vor der Kamera. In der italienischen Fernsehserie "Don Matteo" spielt Terence Hill wieder einen Pfarrer, der bis 2018 in rund 250 Folgen Kriminalfälle löst – und zwar immer einen Tick schneller als die örtliche Carabinieri der Kleinstadt Gubbio.

2016 stirbt Bud Spencer. Gemeinsam mit vielen Fans erweist Terence Hill seinem langjährigen Filmpartner und Freund in Rom die Ehre. „Mit Bud war es immer eine Freude. Ich weiß schon, was er sagen wird, wenn wir uns wiedersehen werden: Wir haben nie gestritten“, sagt Hill laut Nachrichtenagentur Ansa bei der Trauerfeier.

Im vergangenen Jahr war Terence Hill seit 20 Jahren erstmals wieder im Kino zu sehen. In "Mein Name ist Somebody – Zwei Fäuste kehren zurück" spielt er nicht nur die Hauptrolle, sondern schrieb auch das Drehbuch und führte Regie. In dem Film finden sich viele Bezüge zu alten Filmen, zugleich ist er eine Hommage an den verstorbenen Spencer.

Das freut auch Hills deutsche Fans, die ihn – wie hier in Worms – bei seiner Promo-Tour feiern.

Stand: 28.03.2019, 15:42 Uhr