Steffi Graf: Eine Tennis-Ikone wird 50

Steffi Graf: Eine Tennis-Ikone wird 50

Von Antonia Kasparek

Steffi Graf ist eine der erfolgreichsten Tennisspielerinnen der Geschichte: Sie hat sieben Mal auf dem Heiligen Rasen von Wimbledon triumphiert, 107 Turniersiege gefeiert, 22 Grand-Slam-Titel geholt. Am 14. Juni 2019 feiert die "Gräfin" ihren 50. Geburtstag.

Fräulein Vorhand, Tennis-Ikone, Sport-Botschafterin: Stefanie Maria Graf, seit jeher und von jedem nur Steffi genannt, verzauberte in den 80er und 90er Jahren die Tennis-Welt. Unvergessen: der Wimbledon-Sieg der Jahrhundertsportlerin gegen Martina Navrátilová im Jahr 1988.

Steffi Graf und Boris Becker mischten die Tenniswelt auf und lösten in Deutschland einen wahren Tennis-Boom aus. Der weiße Sport wurde zum Volksport. Beide gewannen ihren ersten Grand Slam mit 17 Jahren und die Geburtsorte der Tennis-Asse (Mannheim und Leimen) trennen auch nur gut 20 Kilometer. "Man hat sie nicht umsonst die Gräfin genannt, weil sie einfach einmalig ist. So eine Spielerin werden wir wahrscheinlich nie wieder haben", sagte Boris Becker über sie.

Steffi Graf (zweite v. r.) kommt am 14. Juni 1969 in Mannheim zur Welt, wächst allerdings in der 10.000-Seelen-Gemeinde Brühl im Rhein-Neckar-Kreis auf. Mit drei Jahren hält sie erstmals einen Tennisschläger in der Hand und lässt schnell ihr Ausnahmetalent aufblitzen: Schon mit elf Jahren nimmt sie an der deutschen Hallenmeisterschaft teil. Mit 13 Jahren spielt Steffi Graf ihre erste Profi-Saison.

Am 17. August 1987 vollzog sich der erwartete Machtwechsel im Damen-Tennis. Steffi Graf wurde mit einem Sieg über Chris Evert im Finale von Manhattan Beach die neue Nummer Eins der Tennisweltrangliste. Sie löste Martina Navrátilová ab, die mit wenigen Unterbrechungen seit 1978 die Top-Position inne hatte.

Steffi Graf gewann in ihrer Karriere insgesamt 22 Grand-Slam-Turniere: Sieben Mal Wimbledon, sechs Mal die French Open, fünf Mal die US Open und vier Mal die Australian Open. Sie war Sportlerin des Jahres, ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande und Mitglied in der Hall of Fame des deutschen Sports.

Steffis Vater Peter Graf: Als sie neun Jahre alt ist, hängt er seinen Beruf als Tennistrainer an den Nagel, um sich vollständig um die sportlichen Geschicke seiner Tochter kümmern zu können. Später belastet ein Steuerverfahren gegen ihn auch die Tochter. Ihre Eltern lassen sich 1998 scheiden.

Ein Tennis-Traumpaar: Zwei Jahre nach der Trennung von ihrem langjährigen Freund, dem Rennfahrer Michael Bartels, heiratet Steffi Graf am 22. Oktober 2001 den US-amerikanischen Tennisspieler Andre Agassi. Sie leben heute zurückgezogen in Las Vegas in den USA.

Auch wenn sich das Paar heute weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat, bekräftigen beide immer wieder ihre Liebe zueinander und die Harmonie ihrer Ehe. Steffi Graf und Andre Agassi haben zwei gemeinsame Kinder: Sohn Jaden Gil (* 2001) und Tochter Jaz Elle (* 2003).

Nachdem sich Steffi Graf im Juni 1997 am Knie verletzte, konnte sie mehr als ein Jahr kein WTA-Turnier spielen. Erstmals seit 1983 fiel sie dadurch aus der Weltrangliste. Im Jahr 1999 gelang ihr das Comeback: Sie triumphierte noch einmal bei den French Open und stand erneut im Wimbledon-Finale, doch nach anhaltenden Knieproblemen erklärte sie am 13. August 1999 bei einer Pressekonferenz ihr sofortiges Karriereende.

Interviews gibt sie heute nur ganz selten, öffentliche Auftritte für Sponsoren oder ihre Stiftung "Children for Tomorrow" sind rar. Auch genaue Auskünfte über Steffi Grafs Vermögen gibt es nicht, doch allein an Preisgeldern nahm die Tennis-Ikone während ihrer Karriere über 21 Millionen US-Dollar ein. Lukrative Werbedeals und sonstige Einnahmequellen sind da noch nicht eingerechnet.

Stand: 12.06.2019, 14:49 Uhr