Hardy Krüger – Sein abenteuerliches Leben

Hardy Krüger – Sein abenteuerliches Leben

Mit John Wayne ging er in "Hatari!" auf Großwildjagd in Afrika, mit James Stewart kämpfte er ums Überleben in der Wüste. Hardy Krüger ist berühmt als Schauspieler und Autor. Am 12. April feiert er seinen 90. Geburtstag. Sein Leben in Bildern.

Szene aus dem Film "Junge Adler" (1944): Hardy Krüger (li.) und Josef Sieber (M) vor einem Flugzeug

Hardy Krüger kommt 1928 als Franz Eberhard August Krüger in Berlin zur Welt. Von seinen Eltern wird er, wie er selbst sagt, "zum Nazi erzogen". 1941 kam er auf die Adolf-Hitler-Schule der "Ordensburg Sonthofen", einem nationalsozialistischen Elite-Internat. Seinen ersten Filmauftritt hatte Krüger 1943 im NS-Propagandafilm "Junge Adler", er spielte einen Lehrling in einem Flugzeugwerk. Diese Dreharbeiten wurden zu einem Wendepunkt seines Lebens.

Hardy Krüger kommt 1928 als Franz Eberhard August Krüger in Berlin zur Welt. Von seinen Eltern wird er, wie er selbst sagt, "zum Nazi erzogen". 1941 kam er auf die Adolf-Hitler-Schule der "Ordensburg Sonthofen", einem nationalsozialistischen Elite-Internat. Seinen ersten Filmauftritt hatte Krüger 1943 im NS-Propagandafilm "Junge Adler", er spielte einen Lehrling in einem Flugzeugwerk. Diese Dreharbeiten wurden zu einem Wendepunkt seines Lebens.

Am Set zum Film "Junge Adler" lernt der damals 15-Jährige den Schauspieler Hans Söhnker kennen und wertschätzen. Söhnker, der geholfen hat Juden vor den Nazis zu verstecken, öffnet ihm die Augen für die Verbrechen des NS-Regimes. "Er hat den Mut gehabt, mir zu sagen: 'Dein Halbgott ist ein Verbrecher'", erinnert sich Krüger. Im Frühjahr 1945 wird der junge Mann zur Waffen-SS eingezogen. Er weigert sich, auf einen amerikanischen Spähtrupp zu schießen, desertiert später und kommt in amerikanische Kriegsgefangenschaft.

Nach dem Krieg beginnt Hardy Krügers Laufbahn als Schauspieler, zunächst als Statist am Hamburger Schauspielhaus. Für eine Schauspielschule hat er kein Geld. "Von hervorragenden Regisseuren wie Helmut Käutner habe ich mein Handwerk gelernt, dafür bin ich ewig dankbar", sagt Krüger rückblickend. Bereits 1949 dreht er drei Filme und dieses Tempo behierlt er auch in den 50er Jahren bei. Er spielt in Komödien, Krimis und Melodramen mit. Weil ihm der deutsche Film aber zu seicht ist, geht Krüger nach Paris, London und später Hollywood.

International betritt der Jungstar mit dem Hobby der Fliegerei 1957 die Szene. Im Kriegsfilm "Einer kam durch" verkörpert er den Jagdflieger Franz von Werra, der 1940 über England abgeschossen wird, als Gefangener nach Kanada kommt und sich von dort aus über die USA und Südamerika nach Deutschland durchschlägt.

1961 ruft Hollywood – das ist der internationale Durchbruch. In "Hatari" geht er mit John Wayne in der tansanischen Serengeti auf Großwildjagd. Während der Dreharbeiten zu der romantischen Action-Komödie wird seine Liebe zu Afrika geweckt. Er erwirbt zusammen mit seinem Partner James Mallory einen Teil der Momella-Farm, auf der "Hatari" gedreht wurde. Anfang der 70er Jahre muss er das Anwesen verkaufen.

Krüger wirkt in vielen bekannten Streifen mit. 1965 rettet er in "Der Flug des Phönix" als deutscher Modellflugzeug-Konstrukteur die Besatzung eines in der Sahara abgestürzten Flugzeugs: Er konstruiert es aus den Trümmern einen neues Flieger.

Krüger wird in den 70er Jahren auch als Autor populär. Er schreibt neben Erinnerungen auch Erzählungen, Romane und Reiseberichte.

Einige seiner Bücher setzte Krüger für das Fernsehen um. So stellte er zwischen 1987 und 1995 in der NDR-Serie "Weltenbummler" spektakuläre Regionen und ihre Bewohner vor.

In Interviews kommt der Schauspieler immer wieder darauf zurück, was ihm inzwischen am meisten am Herzen liegt: die Deutschen, und vor allem die jungen Leute vor Politikverdrossenheit und Rechtsradikalismus zu warnen. "Als 1959 die Hakenkreuze an die große Kölner Synagoge geschmiert wurden, hat mich das wütend gemacht", sagt er 2017 in der WDR-Talksendung "Kölner Sommer Treff". Seitdem engagiere er sich gegen rechte Gewalt.

2013 gründet er zusammen mit Hark Bohm, Klaus Bednarz und Dieter Hallervorden die Initiative "Gemeinsam gegen rechte Gewalt". Als Zeitzeuge des Nazi-Terrors besucht er heute Schulklassen (hier gemeinsam mit seiner Ehefrau Anita Park) und erzählt von Verblendung, Krieg und wie ihm die Kindheit gestohlen wurde.

Wortkarger ist Krüger, wenn es um sein Privatleben geht. Darüber redet der 90-Jährige nicht sehr viel. Er hat drei Kinder von drei verschiedenen Frauen. Christiane Krüger, heute 72, und der 49-jährige Hardy junior sind wie er Schauspieler geworden.

Krüger ist zum dritten Mal verheiratet, seit 1978 mit seiner amerikanischen Ehefrau Anita Park. Ihr zuliebe verbringt er den größten Teil des Jahres im kalifornischen Palm Springs. Dennoch – ein Weltenbummler ist er geblieben.

Stand: 10.04.2018, 15:40 Uhr