Comic-Held Asterix wird 60

Comic-Held Asterix wird 60

Von René Denzer

"Wir schreiben das Jahr 50 vor Christus. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt ... Ganz Gallien? Nein! Ein von unbeugsamen Galliern bevölkertes Dorf hört nicht auf, den Eindringlingen Widerstand zu leisten ..." – ein Einstieg in eine Comic-Reihe, der den weltweiten Siegeszug von Asterix, Obelix und Co. markiert. Am 29. Oktober 1959 erblicken die schlagfertigen Gallier das Licht der Welt.

Goscinny und Uderzo

Geschaffen werden die Figuren von Zeichner Albert Uderzo und Autor René Goscinny. Sie haben damals bestimmt nicht gedacht, dass heute rund 380 Millionen verkaufte Alben seit 1959, Übersetzungen in 111 Sprachen und Dialekte und ein gutes Dutzend Filme, die auf den Asterix-Alben basieren, zusammengekommen sind.

Geschaffen werden die Figuren von Zeichner Albert Uderzo und Autor René Goscinny. Sie haben damals bestimmt nicht gedacht, dass heute rund 380 Millionen verkaufte Alben seit 1959, Übersetzungen in 111 Sprachen und Dialekte und ein gutes Dutzend Filme, die auf den Asterix-Alben basieren, zusammengekommen sind.

Während in Deutschland der erste Band "Der Gallier" 1968 erscheint, ist Asterix in Frankreich schon bekannt. Im französischen Jugendmagazin "Pilote" ist im Herbst 1959 erstmals ein Abenteuer der kampfeslustigen Gallier erschienen. Die Serie ist beliebt, zwei Jahre später erscheint ein erstes Comic-Album mit dem Titel "Astérix le Gaulois".

Die beiden Gallier treffen in Deutschland anfangs als Fortsetzungsfolgen 1965 in "Lupo modern" aus dem Kauka-Verlag auf Leserschaft – als "Siggi und Babarras". Wegen zu starker inhaltlicher Veränderungen in der deutschen Übersetzung, bei denen den Asterix-Vätern wirklich der Himmel auf den Kopf gefallen sein soll, werden dem Verlag die Rechte entzogen.

Der Ehapa-Verlag übernimmt und veröffentlicht seit 1968 die Geschichten.

Und die haben es in sich: Sie sind gespickt mit Feinheiten, Zitaten und Anspielungen. Lateinische Redensarten finden sich in den Geschichten genauso wieder, wie Zitate aus der Weltliteratur und der Kunstgeschichte. In "Asterix als Legionär" retten sich die Piraten auf ein Floß und zwar genauso, wie auf dem Ölgemälde "Das Floß der Medusa", das im Louvre in Paris hängt. 

Auch Weltstars wie James-Bond-Darsteller Sean Connery als römischer Druidenspion Nullnullsix in "Die Odyssee" oder auch die Beatles in "Asterix bei den Briten" tauchen in den Bänden auf.

Historisch verbürgte Figuren wie Caesar, Cleopatra oder Vercingetorix werden (zwar teilweise lächerlich oder grotesk) dargestellt und umgeben die Comics mit einer Aura des Historisch-Authentischen. Dazu gehört die Angst von Häuptling Majestix, dass ihm der Himmel auf den Kopf fallen könnte. In der Antike existierte unter anderem bei den Kelten die Vorstellung, dass der Himmel ein Gewölbe sei, das auch einstürzen kann. 

Running Gags, immer wiederkehrende Witze, finden sich zuhauf in den Comics. Obelix' Kommentar "Die spinnen, die Römer!" zu allen ihm unverständlichen Verhaltensweisen gehören genauso dazu, wie die Sympathie des Hundes Idefix für Bäume, derentwegen er in Tränen ausbricht, wenn sie gefällt werden. Oder die Szene beim Schlussbankett, bei der der Barde Troubadix gefesselt und geknebelt wird.

1977 stirbt René Goscinny bei einem Belastungs-EKG. Nach seinem Tod produziert Zeichner Uderzo, der eine Rot-Grün-Sehschwäche hat, allein. Und muss sich Kritik gefallen lassen, etwa als in "Gallien in Gefahr" gar Außerirdische auftauchen.

2013 übergibt Uderzo an Autor Jean-Yves Ferri (rechts im Bild) und Zeichner Didier Conrad. Jüngst ist mit "Die Tochter des Vercingetorix"  Band 38 der Reihe erschienen. 

Stand: 25.10.2019, 13:57 Uhr