Keep on Running: Steve Winwood wird 70

Keep on Running: Steve Winwood wird 70

Von Philip Stegers

Bereits als Teenager sorgt Steve Winwood mit seinem unverwechselbaren Gesang für Aufsehen. Neben seiner erfolgreichen Solokarriere ist er bis heute ein gefragter Studiomusiker. Am 12. Mai feiert er seinen 70. Geburtstag.

Steve Winwood

Die Musikwelt staunt 1965 nicht schlecht, als klar wird, wer für den markanten Soulgesang auf der Hitsingle "Keep on Running" der Spencer Davis Group verantwortlich ist. Ein gerade mal 17-jähriger Teenager aus Birmingham – Steve Winwood.

Die Musikwelt staunt 1965 nicht schlecht, als klar wird, wer für den markanten Soulgesang auf der Hitsingle "Keep on Running" der Spencer Davis Group verantwortlich ist. Ein gerade mal 17-jähriger Teenager aus Birmingham – Steve Winwood.

Bis 1967 bleibt Steve Winwood in der Spencer Davis Group. Für die deutschen Fans singt er zum Abschied eine erstaunlich akzentfreie Version des Berliner Gassenhauers "Det war in Schöneberg" ein. Schlagzeuger Pete York trommelt heute übrigens in der Band von Komiker Helge Schneider.

Steve Winwood ist nicht nur ein begnadeter Sänger, sondern auch auch ein vielseitiger Multi-Instrumentalist. In den Anfängen seiner Karriere wird besonders die Hammondorgel zu seinem Markenzeichen.

Sein nächstes Bandprojekt heißt "Traffic". Die Bandmitglieder Jim Capaldi, Chris Wood, Steve Winwood und Dave Mason (v.l.n.r.) leben eine Weile in einer Kommune auf dem Dorf, wo sie von früh bis spät proben und Songs schreiben. Ihr Debütalbum "Mr. Fantasy" wird ein veritabler Erfolg in Großbritannien, der große internationale Durchbruch bleibt allerdings aus.

Beim chaotischen "Monsterkonzert" in Zürich sind 1968 auch Traffic und Steve Winwood (3.v.r.) dabei. Desweiteren geben sich die Ehre: Eric Burdon (ganz links), Blueslegende John Mayall (4.v.r) und ein Gitarrengott mit Hut – Jimi Hendrix. Auf dessen bahnbrechendem Album "Electric Ladyland" spielt Steve Winwood Hammondorgel auf dem Titel "Voodoo Chile".

Die gern zitierten "musikalischen Differenzen" sorgen für eine Pause bei Traffic. Steve Winwood nutzt die Zeit und gründet mit Ric Grech, Eric Clapton und Ginger Baker (v.l.n.r.) die Supergroup Blind Faith. 1969 erscheint ihr erstes und einziges Album, denn ein halbes Jahr später löst sich die Band schon wieder auf wegen – richtig! – musikalischen Differenzen.

In den 70er Jahren startet Steve Winwood eine überaus erfolgreiche Solokarriere. Doch auch als Sessionmusiker ist er ungemein gefragt. Auf Alben von Joe Cocker, George Harrison, Tina Turner, Phil Collins ist er unter anderem zu hören.

Als Lady Diana 1983 nach London zum Charity-Konzert bittet, kommen nicht nur Bill Wyman (links) und Chalie Watts (2.v.l.) von den Rolling Stones, auch Steve Winwood ist für die gute Sache dabei.

Seit 2004 ist Steve Winwood Teil der ruhmreichen "Rock and Roll Hall of Fame" als Mitglied von Traffic. Es ist einer der letzten öffentlichen Auftritte von Ex-Bandkollege Jim Capaldi, der bald darauf an einer Krebserkrankung stirbt.

2008 gibt Steve Winwood gemeinsam mit seinem alten Kumpel Eric Clapton drei ausverkaufte Konzerte im New Yorker Madison Square Garden. Dabei spielen sie auch ein paar alte Klassiker aus ihren Blind Faith-Tagen wie "Can’t Find My Way Home" und "Presence of The Lord".

Steve Winwood ist ein Familienmensch, der seit Jahrzehnten ein skandalfreies und zurückgezogenes Leben an der englischen Südküste führt. Der passionierte Wanderer ist sonntags übrigens regelmäßig im lokalen Gottesdienst anzutreffen, wo er mit Vorliebe an der Kirchenorgel sitzt.

Mit seiner zweiten Frau Eugenia ist Steve Winwood seit 1987 verheiratet. Das Paar hat vier Kinder, Tochter Lily Winwood ist selbst Musikerin und begleitet ihren Vater in diesem Jahr auf Tour.

Stand: 12.05.2018, 00:00 Uhr