Space Truckin': Galaktisch gute Popsongs

Space Truckin': Galaktisch gute Popsongs

Von Philip Stegers

Der gefährliche Beruf des Astronauten und die Unendlichkeit des Weltalls bieten immer wieder neue Inspriation für tolle Songs. Zum 50. Jahrestag der ersten Mondlandung haben wir uns musikalisch im Sonnensystem umgesehen.

Fernsehsatellit "Telstar"

Schon vor der ersten bemannten Mondfahrt regen das Weltall und neue Technologien die musikalische Phantasie an. The Tornados widmen dem Fernsehsatelliten "Telstar" 1962 ein gleichnamiges Instrumentalstück, das dank der eingängig-quäkenden Orgelmelodie zum Welthit wird.

Schon vor der ersten bemannten Mondfahrt regen das Weltall und neue Technologien die musikalische Phantasie an. The Tornados widmen dem Fernsehsatelliten "Telstar" 1962 ein gleichnamiges Instrumentalstück, das dank der eingängig-quäkenden Orgelmelodie zum Welthit wird.

Passend zur Mondlandung gelingt David Bowie im Juli 1969 der erste große Hit mit "Space Oddity". Die durch das Lied berühmt gewordene Figur des Astronauten Major Tom taucht auch in anderen Songs von Bowie wieder auf, so etwa in "Ashes to Ashes" und "Hello Spaceboy".

Major Tom begibt sich 1982 erneut auf Mission ins All, diesmal im Song "Major Tom (völlig losgelöst)" von Peter Schilling. Wie in David Bowies Lied gibt es auch hier technische Probleme im Raumschiff, die eine Rückkehr des Astronauten zur Erde unmöglich machen.

Zu NDW-Zeiten wird noch ein anderer Weltraumsong ein Riesenhit. DÖF mit Sängerin Inga Humpe düsen im Sauseschritt durch das All und schicken den kosmischen Liebesboten "Codo" auf die Erde, um die Menschheit vom Hass zu befreien.

"Es ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Schritt für die Menschheit", verkündet Neil Armstrong, als er am 21. Juli 1969 als erster Mensch den Mond betritt. Eine englische Band fürchtet dagegen zehn Jahre später, sich beim Spaziergang auf dem Mond den Fuß zu brechen.

"Giant steps are what you take, walking on the moon, I hope my leg don’t break", heißt es in "Walking on the Moon" von The Police. Die Band um Sänger Sting zeigt sich in modischen Fragen zu jener Zeit deutlich furchtloser.

Kraftwerk, sonst eher Robotern und Computern zugetan, wagt mit "Spacelab" 1978 ebenfalls einen musikalischen Ausflug ins All. Im selben Jahr verliert Westdeutschland gegen die DDR ein prestigeträchtiges Wettrennen im Weltraum.

Die DDR schickt 1978 vor der BRD einen Staatsbürger ins All. "Wer ist Sigmund Jähn?" singen Die Prinzen 1999 und erinnern an den ersten deutschen Kosmonauten, der mit dem sowjetischen Raumschiff "Sojus 31" zur Raumstation Mir flog. Dieses Lied ist nicht die erste musikalische Würdigung, die Sigmund Jähn erfuhr.

Als Sigmund Jähn 1978 wieder auf der Erde gelandet war, überhäufte ihn die DDR-Führung nicht nur mit Orden. Das Staatslabel AMIGA veröffentlichte auch eine Schallplatte mit dem Titel "Die Erde dreht sich links herum", auf der der "Bruder Gagarins" für seine Verdienste besungen wird.

Der "Rocket Man" von Elton John begibt sich auf einen Marsflug und vermisst schon am ersten Tag seine geliebte Ehefrau. Trübe Gedanken plagen den Astronauten. Während man ihn auf der Erde für einen Helden hält, verzweifelt er im All an der Einsamkeit und Eintönigkeit seiner Mission. Eine andere Perspektive beleuchtet ein charmant-böses Lied von der Rah Band.

Die auf der Erde zurückgebliebene Frau versucht in "Clouds Across the Moon" mittels eines Telefonisten den auf dem Mars herumschwirrenden Ehemann zu erreichen. Zwar bestellt sie ihrem Gatten artig Liebesgrüße von den Kindern, sie gibt ihm allerdings auch zu verstehen, dass sie sich vor Angeboten aus der Männerwelt kaum retten kann und nicht länger allein bleiben möchte.

Der "Man on the Moon" um den es bei R.E.M. geht, ist kein Astronaut. Sänger Michael Stipe schrieb diesen Song über den beühmt-berüchtigten amerikanischen Comedian Andy Kaufman.

2.000 Lichtjahre von der Erde entfernt tut sich was in Sachen Popmusik. Rio Reiser sitzt hier in seinem Lied "Signale" in einem schrottreifen Raumschiff und versucht verzweifelt Kontakt mit einem Nachbarstern aufzunehmen. Auch eine andere Band treibt sich in dieser Gegend im All herum.

"2000 Light Years from Home" sind die Rolling Stones unterwegs, als sie 1967 die musikalischen Koordinaten zielsicher in Richtung Psychedelik einstellen. Genau wie Rio Reiser finden es die britischen Astronauten im All ziemlich einsam.

Dagegen sollte ein Ausflug in den Weltraum mit Deep Purple doch gleich viel mehr Spaß machen. In "Space Truckin’" fliegen die Hardrock-Pioniere von der Venus zum Mars und feiern eine große galaktische Party. Es wird im Liedtext zwar nicht explizit erwähnt, doch nach allem, was man über die Band weiß, ist davon auszugehen, dass sich an Bord ihres Raumkreuzers auch alkoholische Getränke befinden.

Stand: 17.07.2019, 00:00 Uhr