Die 70er im Schnelldurchlauf

Die 70er im Schnelldurchlauf

Von Philip Stegers

Hard Rock, Konzeptalben, Glamrock und Disco. Die 70er bieten mehr großartige Musik als in eine Bildergalerie passt. Wir jagen im Schnelldurchlauf mit zehn wichtigen Bands und Künstlern durch ein tolles Jahrzehnt.

Deep Purple in Rock

Bereits Ende der 60er Jahre kommt eine neue Musikrichtung auf, die auf zuvor ungehörte Härte setzt: Hard Rock. Unverzichtbare Bestandteile sind gut abgehangene Gitarrenriffs, eine treibende Rhythmusgruppe und ein Sänger, der mit hoher Falsettstimme singt. Deep Purple gelingt mit dem Album "Deep Purple in Rock" ein Meilenstein des Genres.

Bereits Ende der 60er Jahre kommt eine neue Musikrichtung auf, die auf zuvor ungehörte Härte setzt: Hard Rock. Unverzichtbare Bestandteile sind gut abgehangene Gitarrenriffs, eine treibende Rhythmusgruppe und ein Sänger, der mit hoher Falsettstimme singt. Deep Purple gelingt mit dem Album "Deep Purple in Rock" ein Meilenstein des Genres.

Auch Led Zeppelin sind Pioniere des Hard Rock. Titel wie "Stairway to Heaven" oder "Kashmir" sprengen oft den Rahmen des üblichen Drei-Minuten-Popsongs. Sie kultivieren zudem das Image als mysteriöse Rockgötter mit Hang zu legendären Exzessen. Schlagzeuger John Bonham (rechts) stirbt 1980 nach einem Trinkgelage.

Für besonders lange Lieder und Konzeptalben sind auch Pink Floyd berühmt. "Dark Side of the Moon" dreht sich im weitesten Sinn um menschlichen Wahnsinn. Das Thema kommt nicht von ungefähr, da die Band Ende der 60er miterleben musste, wie ihr damaliger Bandleader Syd Barrett infolge seines Drogenkonsums zu einem psychischen Wrack wurde.

David Bowie hebt das Konzeptalbum auf ein neues Niveau. Er erfindet Charaktere wie Ziggy Stardust, Aladdin Sane oder "The Thin White Duke" und schlüpft bis zur Selbstaufgabe in deren Rollen. Gemeinsam mit seinem Kumpel Marc Bolan ist er ein Wegbereiter der Glamrock-Welle in den 70ern, bevor er sich 1976 nach Berlin begibt, um sein düsteres Meisterwerk "Low" aufzunehmen.

In England hat man Mitte der 70er genug von elaborierten Konzeptalben und ewig langen Gitarrensolos. Punkbands wie die Sex Pistols (Bild) oder The Clash sorgen für eine musikalische Rückbesinnung auf das Wesentliche: Drei Akkorde und die Wahrheit.

"Where Do The Children Play?": Zur Grundausstattung vieler Mädchenzimmer gehören in den 70ern die Platten von Cat Stevens, der mit seinen sanften Songs einen Nerv trifft. Eine Nahtoderfahrung löst 1977 bei dem Songwriter eine Zuwendung zum Islam aus, infolgedessen er sich fast 20 Jahre lang komplett aus der Musikbranche zurückzieht.

Das erfolgreichste Album der 70er stammt von Fleetwood Mac. Gleich zwei zerbrochene Beziehungen der Bandmitglieder Stevie Nicks/ Lindsay Buckingham bzw. Christine und John McVie geben Stoff für Ohrwürmer wie "You Can Go Your Own Way" oder "Don't Stop".

Auch sein Stern geht in den 70ern auf. Froschversteher Elton John landet mit "Rocket Man", "Goodbye Yellow Brick Road" oder "Crocodile Rock" einen Charterfolg nach dem nächsten.

Das Discofieber bricht ab Mitte der 70er aus, zusätzlich befeuert von dem Film "Saturday Night Fever" mit John Travolta und den unwiderstehlichen Hits der Bee Gees.

Die selbstbewusste "Blondie"-Sängerin Debbie Harry wird in den 70ern zur Stilikone. Aus ihrem Erfolgsalbum "Parallel Lines" werden 1978 gleich sechs Singles ausgekoppelt, darunter Klassiker wie "One Way or Another" oder "Hanging on the Telephone".

Stand: 03.09.2019, 11:17 Uhr