Kultgitarren

Kultgitarren

Von Philip Stegers

Ohne E-Gitarren wäre die Rockmusik vermutlich niemals erfunden worden. Einige Modelle sind Gitarristen wie Keith Richards, Brian May oder Angus Young besonders ans Herz gewachsen und sorgen bei Saitenliebhabern für leuchtende Augen.

Eric Clapton spielt eine Fender Stratocaster

Die Fender Stratocaster gehört seit ihrer Einführung 1954 zum Inventar der Rockmusik wie Eric Clapton. Der asymmetrische Korpus der Gitarre hat einen sogenannten "Cutaway", damit die Greifhand die hohen Lagen des Griffbretts problemlos erreichen kann. Auch David Gilmour, Ritchie Blackmore, Mark Knopfler und Jeff Beck wissen den transparenten Klang der Stratocaster zu schätzen.

Die Fender Stratocaster gehört seit ihrer Einführung 1954 zum Inventar der Rockmusik wie Eric Clapton. Der asymmetrische Korpus der Gitarre hat einen sogenannten "Cutaway", damit die Greifhand die hohen Lagen des Griffbretts problemlos erreichen kann. Auch David Gilmour, Ritchie Blackmore, Mark Knopfler und Jeff Beck wissen den transparenten Klang der Stratocaster zu schätzen.

Jimi Hendrix hatte seine Fender Stratocaster zum Fressen gern. In den Anfängen seiner Karriere spielte er sie gerne mit den Zähnen, zwischen den Beinen oder hinter dem Rücken. Auf dem Monterey Pop Festival 1967 zündete er seine handbemalte Stratocaster an und zertrümmerte sie anschließend. Immerhin ein kleiner Teil des Instruments blieb der Rockwelt erhalten. Hendrix-Fans können die Kultgitarre inzwischen als vollständigen und unflambierten Nachbau erwerben.

Nicht ohne meine Gibson SG: Für Angus Young von AC/DC ist seit jeher dieses 1961 vorgestellte Gitarrenmodell erste Wahl. Ein Grund dafür sind auch die Tonabnehmer der Gibson SG. Die sogenannten "Humbucker" machen aufgrund ihrer Bauweise nämlich mehr "Dampf" als einfache Tonabnehmer. Genau richtig für einen satten Hardrocksound.

Die doppelhalsige Gibson EDS-1275 erlangte durch Led-Zeppelin-Gitarrist Jimmy Page Kultstatus. Das Modell besteht aus einer sechssaitigen und einer zwölfsaitigen Gitarre. Jimmy Page setzte die Gibson wegen ihrer klanglichen Vielseitigkeit vor allem live für "Stairway to Heaven" ein. Fester Teil der Led-Zeppelin-Konzerte war zudem eine Solo-Geigenbogen-Einlage von ihm auf der Gitarre. In den Anfangstagen der Band spielte der Rockriff-Großmeister diese bevorzugt auf einer Fender Telecaster.

Ebenfalls ein großer Fan der Fender Telecaster ist Keith Richards. Zwei Modelle aus den 50ern im Farbton "Butterscotch" haben es ihm derart angetan, dass er ihnen die Namen "Micawber" und "Malcolm" gab. Auf diese beiden Gitarren hat der Rolling Stone nur fünf Saiten aufgezogen, die er zudem anders als üblich stimmt. Nachzuhören auf Songs wie "Brown Sugar", "Honky Tonk Women" oder "Tumbling Dice".

Die Firma Rickenbacker konnte sich dank der Beatles ab Mitte der 60er über eine gesteigerte Nachfrage freuen, da George Harrison und John Lennon die Gitarren nicht nur im Studio, sondern auch auf der Bühne und bei Fernsehauftritten spielten. The Byrds, Tom Petty und R.E.M. waren ebenfalls Fans des obertonreichen und hellen Klangs der Instrumente.

Eine absolut einmalige Gitarre besitzt Queen-Gitarrist Brian May. Weil seinerzeit das Geld für eine E-Gitarre fehlte, baute er 1963 zusammen mit seinem Vater die "Red Special". Der Korpus stammt aus einem Ahorntisch, der Hals aus einem hundert Jahre alten Kaminsims. Das Tremolosystem wurde aus einer Brotmesserklinge und zwei Ventilfedern eines Motorrads gebastelt. Bis heute spielt Brian May die Gitarre auf jedem Queen-Konzert.

Eddie van Halen war ein Freund von ausgefallenen Gitarren aller Art, vornehmlich mit Streifenoptik. Kultstatus hat seine "Frankenstrat" (rechts), eine selbst zusammengebastelte und bemalte Fender Stratocaster, die er mit einem "Humbucker"-Tonabnehmer und einem neuen Tremolosystem modifizierte. Um Imitatoren zu verwirren, baute er einen weiteren Tonabnehmer in die "Frankenstrat" ein, der aber nicht angeschlossen war.

Für einen extravaganten Künstler wie Prince durfte es natürlich keine E-Gitarre von der Stange sein. Der Gitarrenbauer Jerry Auerswald aus Konstanz baute die beiden Modelle "Symbol" (links) und "Model C" (rechts) für ihn. "Model C" hat als besonderes Merkmal einen "Sustain Bow", eine zusätzliche Verbindung zur Kopfplatte, die für eine bessere Klangübertragung sorgt. Die Gitarre war ein Geschenk von Fürstin Gloria von Thurn und Taxis an den Prinzen aus Minneapolis.

Zwei Legenden mit zwei legendären Gitarren: Willie Nelsons liebste Konzertgitarre hört auf den Namen "Trigger" und hat seit den 70ern ein zweites Loch im Korpus, dank der andauernd unsachgemäßen Verwendung eines harten Plektrums. Auf der Gitarre hat er zudem über 100 Autogramme gesammelt. Neil Young spielt bevorzugt eine Gibson Les Paul von 1953 namens "Old Black". Die Gitarre ist auf fast jedem Neil-Young-and-Crazy-Horse-Album zu hören.

Stand: 08.11.2021, 23:23 Uhr