Der Kopf von CCR: John Fogerty wird 75

Der Kopf von CCR: John Fogerty wird 75

Von Philip Stegers

Mit Creedence Clearwater Revival wurde John Fogerty Ende der 60er dank Hits wie "Bad Moon Rising" und "Proud Mary" zu einer der prägenden Figuren des amerikanischen Rock. Am 28. Mai feiert der streitbare Sänger und Songwriter seinen 75. Geburtstag.

Creedence Clearwater Revival

John Fogerty (links) gründet 1959 mit seinem Bruder Tom (vorne) und den Schulfreunden Stu Cook (2. von rechts) und Doug Clifford (rechts) eine Band. Unter wechselnden Namen wie Tommy Fogerty & The Blue Velvets und The Golliwogs tritt das Quartett in San Francisco und Umgebung auf. 1967 benennt man sich auf Wunsch der Plattenfirma in Creedence Clearwater Revival um.

John Fogerty (links) gründet 1959 mit seinem Bruder Tom (vorne) und den Schulfreunden Stu Cook (2. von rechts) und Doug Clifford (rechts) eine Band. Unter wechselnden Namen wie Tommy Fogerty & The Blue Velvets und The Golliwogs tritt das Quartett in San Francisco und Umgebung auf. 1967 benennt man sich auf Wunsch der Plattenfirma in Creedence Clearwater Revival um.

John Fogerty übernimmt die Rolle des Leadsängers von seinem älteren Bruder Tom. Er schreibt nun auch die Songs der Band und managt sie. Soviel Machtkonzentration sorgt für große Spannungen im Bandgefüge.

"Proud Mary", "Bad Moon Rising", "Green River" – ab 1969 folgt Hit auf Hit. In diesem ungemein produktiven Jahr bringt die Band gleich drei Alben heraus. Auch auf dem Woodstock-Festival tritt Creedence Clearwater Revival auf. Doch weil John Fogerty mit dem Auftritt unzufrieden ist, erscheint der Konzertmitschnitt erst 25 Jahre später und taucht auch nicht im Film auf.

Dem musikalischen Hippie-Zeitgeist jener Tage setzt John Fogerty vergleichsweise bodenständige Ohrwürmer über Flüsse, Schiffe und Stürme entgegen. Von den musikalischen Fähigkeiten seiner Bandkollegen hält er nicht viel. Frustriert von seinem diktatorischen Bruder, steigt Tom Fogerty 1971 aus.

Creedence Clearwater Revival macht als Trio weiter. John Fogerty verlangt, dass seine verbliebenen Mitstreiter nun ebenfalls Songs schreiben, weigert sich allerdings, deren Lieder zu singen. 1972 folgt das völlig missglückte Album "Mardi Gras", dass das Ende der Band besiegelt. Rückblickend untermauert die Platte zumindest die Behauptung von John Fogerty, dass das Talent in der Band nicht gleichmäßig verteilt war.

Die Zeiten des gemeinsamen Biertrinkens sind vorbei. Die nächsten Jahrzehnte verbringt John Fogerty mit Rechtsstreitigkeiten und Gerichtsprozessen gegen ehemalige Bandkollegen und die Plattenfirma von Creedence Clearwater Revival. 1993 wird die Band in die Rock'n'Roll Hall of Fame aufgenommen. Zu einem gemeinsamen Auftritt kann man sich nicht aufraffen.

Seit 1972 ist John Fogerty mit längeren Pausen als Solokünstler unterwegs. An die großen Erfolge der Vergangenheit kann er dabei nicht anknüpfen. Sein größter Solo-Hit ist "Rocking All Over the World" – allerdings in einer Coverversion von Status Quo.

John Fogerty ist in zweiter Ehe mit seiner Frau Julie verheiratet. Das Paar hat drei musikalische Kinder, mit denen John Fogerty auch live auftritt.

Der Kultfilm "The Big Lebowski" sorgt 1998 für ein CCR Revial. Hauptfigur Jeff "The Dude" Lebowski (Jeff Bridges, r.) hasst zwar die Eagles, aber auf Creedence Clearwater Revival lässt er nichts kommen. John Fogerty hat den Film übrigens bis heute nicht gesehen.

Besonders milde ist John Fogerty im Alter nicht geworden. In seiner 2015 erschienenen Autobiografie "Fortunate Son" lässt er an seinen ehemaligen Bandkollegen kein gutes Haar. Umso schöner sind jedoch die entspannten Songdarbietungen, die er regelmäßig auf seiner Farm mit seinen Kindern aufnimmt und auf seinem YouTube-Kanal veröffentlicht.

Stand: 24.05.2020, 13:10 Uhr