Glenn Frey würde 70

Glenn Frey würde 70

Von Philip Stegers

Als Gründungsmitglied der Eagles prägte Glenn Frey den Westcoast-Rock der 70er Jahre und logierte mit seiner sagenhaft erfolgreichen Band im dekadenten "Hotel California". Am 6.11. wäre der Sänger und Songwriter 70 Jahre alt geworden.

Glenn Frey

Glenn Frey wird am 6.11.1948 in Detroit geboren. Seine Eltern schuften in der Automobilindustrie. Schon früh ist der Berufswunsch klar, er will Musiker werden. Als Gitarrist seines Kumpels Bob Seger macht er die ersten Plattenaufnahmen.

Glenn Frey wird am 6.11.1948 in Detroit geboren. Seine Eltern schuften in der Automobilindustrie. Schon früh ist der Berufswunsch klar, er will Musiker werden. Als Gitarrist seines Kumpels Bob Seger macht er die ersten Plattenaufnahmen.

Anfang der 70er schlägt sich Glenn Frey als Begleitmusiker in Los Angeles durch. Er wohnt mit Schlagzeuger Don Henley zusammen in einer WG. Die beiden haben zwar Ambitionen, aber keine Ahnung, wie man einen Song schreibt. Wie gut, dass nebenan der Songwriter Jackson Browne wohnt, den die beiden ausgiebig beim Komponieren am Klavier belauschen.

Kurz darauf gründen Glenn Frey (2.v.r.) und Don Henley (1.v.r.) die Eagles. Sie werden verstärkt von Randy Meisner (2.v.l.) und Bernie Leadon (1.v.l.) Schon bald darauf werden sie zu einer der erfolgreichsten Bands der 70er Jahre.

Ein bisschen Country, ein bisschen Rock und versierte Gesangsharmonien. Auf den abgehangenen Westcoast-Sound der Eagles können sich viele Musikfans einigen. Songs wie "Desperado”, "Take It Easy", "One Of These Nights" oder "Best Of My Love" laufen in den Radiosendern rauf und runter.

Seinen Spitznamen "Sporticus" trägt Glenn Frey wegen seiner ausgeprägten Sportbesessenheit.  Im Tonstudio tüftelt er am liebsten alleine an den Arrangements der Band herum, was ihm einen weiteren Spitznamen einbringt: Lone Arranger (Der einsamer Arrangeur)

Vor allem in den USA brechen die Eagles alle Rekorde. Mit "Hotel California" gelingt der Band ein absoluter Klassiker der Rockmusik. Doch der Erfolg und der exorbitante Drogenkonsum fordern ihren Preis. Die Egos der Bandmitglieder werden immer größer, mehrfach kommt es zu Handgreiflichkeiten. 1980 lösen sich die erschöpften Eagles auf.

Nach dem Ende der Eagles startet Glenn Frey eine erfolgreiche Solokarriere und beginnt, gesünder zu leben. Die wilden Jahre fordern ihren Tribut. Seine vom Kokain zerstörte Nasenscheidewand muss operativ wieder zusammengeflickt werden.

Auch als Schauspieler versucht sich Glenn Frey ab und an. Bei der Rollenwahl beweist er Humor. In "Let's Get Harry" spielt er einen Kleinstadtbürger mit einem Kokainproblem auf Mission in Kolumbien.

1994 geschieht dann das, was laut Don Henley erst passieren würde, "wenn die Hölle zufriert": Die Eagles kommen wieder zusammen. Die Reunion-Tournee läuft dann auch passenderweise unter dem Motto "Hell Freezes Over" ("Die Hölle friert zu"). Doch dabei bleibt es nicht - weitere Tourneen folgen, 2007 erscheint sogar ein neues Studioalbum: "Long Road Out Of Eden", das erste seit 28 Jahren.

Am 18. Januar stirbt der gesundheitlich angeschlagene Glenn Frey an den Komplikationen einer Operation im Alter von 67 Jahren. Auf der anstehenden Welttournee der Eagles wird er von seinem Sohn Deacan vertreten.

Stand: 06.11.2018, 00:00 Uhr