Frank Sinatra: Zum 20. Todestag von "The Voice"

Frank Sinatra: Zum 20. Todestag von "The Voice"

"Er könnte den Menschen das Telefonbuch vorsingen, und es würde ihnen immer noch gefallen", soll die amerikanische Sängerin Dionne Warwick einst über Frank Sinatra gesagt haben. Am 14. Mai 2018 jährt sich der Todestag von "The Voice" zum 20. Mal.

Frank Sinatra

Als Francis Albert wird "Frank" Sinatra als Sohn italienischer Einwanderer am 12. Dezember 1915 in der Stadt Hoboken im US-Bundesstaat New Jersey geboren. Sein Vater war Boxer und arbeitete als Feuerwehrmann, seine Mutter war Hebamme.

Als Francis Albert wird "Frank" Sinatra als Sohn italienischer Einwanderer am 12. Dezember 1915 in der Stadt Hoboken im US-Bundesstaat New Jersey geboren. Sein Vater war Boxer und arbeitete als Feuerwehrmann, seine Mutter war Hebamme.

Musik spielte bei Frank Sinatra bereits früh eine Rolle. Schon als Teenager tingelte er mit seiner Ukulele und einer kleinen Musikanlage durch die Bars seiner Heimatstadt. Und seit er sein Idol Bing Crosby 1933 live gesehen hatte, war klar: Frank wollte Sänger werden.

1935 gewann er mit dem Vokalquartett The Hoboken Four einen populären Talentwettbewerb, es folgte seine erste nationale Tournee. Ab 1937 hatte er dann ein festes Engagement in einer Musikbar in New Jersey. Zusammen mit vielen Radioauftritten legte er dort den Grundstein für seine einzigartige Karriere.

Ein Engagement bei einer Big Band und die ersten Schallplatten als Leadsänger brachte Frank Sinatra weiter nach oben. 1940 wechselte er als Sänger zum Orchester von Tommy Dorsey (links im Bild). Mit "I'll Never Smile Again" folgte sein erster Nummer-1-Hit. Der nationale Durchbruch war geschafft. Von nun an schraubte Frank Sinatra an seiner Solokarierre.

1943 unterzeichnete er bei der Plattenfirma Columbia. Seine Veröffentlichungen brachten ihn zahlreiche Spitzenplätze in den Charts ein. Grundlage für seine Popularität war auch die konsequente Nutzung des Mediums Radio. Über viele Jahre hinweg war er mehrmals wöchentlich in verschiedenen Radioshows zu hören.

Vor allem die jungen Mädchen standen auf "Frankie Boy". 1944 löste Sinatra nach einer Konzertserie in New York die sogenannten Columbus Day Riots aus – die erste Massenekstase der Popgeschichte, wie sie später Elvis Presley oder die Beatles in den USA erlebten.

Mit Künstlerkollegen wie Dean Martin und Sammy Davis Jr. gehörte er dem sogenannten Rat Pack an. Seine international erfolgreichen Hits, darunter "Strangers in the Night", "My Way" und "New York, New York" bescherten Sinatra Weltruhm und sind heute Klassiker für die Ewigkeit. Frank Sinatra war musikalisch in vielen Bereichen ein Mann der Superlative und überaus produktiv.

In den 54 Jahren seiner Karierre spielte er knapp 1300 Songs im Studio ein, live brachte er es auf rund 1900 Lieder. Bis 2007 verging kaum ein Jahr, ohne dass nicht mindestens ein Sinatra-Song in den Top 100 der Billbord-Charts vertreten war. Seine Alben wurden mehr als 150 Millionen Mal verkauft. Dazu gewann er über 18 Grammys. Und das ist nur ein kleiner Teil seines Erfolgs.

Dabei schien es mit seiner Karierre zu Beginn der 50er-Jahre fast schon vorbei. Er verlor zunehmend seinen Ruf als Saubermann: Eheprobleme, Scheidungen und zahlreiche Affären mit teils prominenten Frauen prägten das Bild. Auch floppte seine erste eigene Fernsehserie. 1952 verlor er sogar seinen Plattenvertrag bei Columbia. Dazu wurde ihm immer wieder eine enge Verbindung zum organisierten Verbrechen nachgesagt, das seine Karierre unterstützt haben soll.

Frank Sinatra war nicht nur als Musiker, sondern auch als Schauspieler überaus engagiert und erfolgreich. Mehrfach wurde er mit dem Oscar ausgezeichnet – unter anderem für die Rolle des Soldaten "Maggio" in dem Film "Verdammt in alle Ewigkeit" mit Donna Reed. 1971 erhielt er auch einen Sonde-Oscar für besondere humanitäre Verdienste, denn auch hier engagierte sich Sinatra stark.

Von Beginn seiner Karriere an trat der Musiker regelmäßig für wohltätige Zwecke auf. Die Summe aller von ihm im Laufe der Jahrzehnte auf Benefiz-Veranstaltungen eingespielten und gespendeten Gelder wird auf über eine Milliarde Dollar geschätzt.

Frank Sinatra hatte nie eine professionelle Gesangsausbildung erhalten und konnte nach eigener Aussage nur rudimentär Noten lesen. Dennoch gilt er als einer der bedeutendsten Liedinterpreten des 20. Jahrhunderts. Gesanglich setzte er mit vielen seiner Alben gleich mehrfach bis heute Maßstäbe, was Phrasierung, Timing und lyrische Tiefe betrifft.

Am 14. Mai 1998 starb Sinatra an Folgen eines Herzinfarkts im Cedars-Sinai-Krankenhaus von Los Angeles. Ihm zu Ehren wurden in Las Vegas für drei Minuten die Lichter der Stadt ausgeschaltet. In Anspielung auf seinen Spitznamen Ol’ Blue Eyes wurde das Empire State Building in New York ganze drei Tage in blaues Licht getaucht.

Stand: 14.05.2018, 08:00 Uhr