Ein bisschen Bass muss sein

Ein bisschen Bass muss sein

Von Philip Stegers

Bassisten sagt man ja oft nach, dass sie nur zu ihrem Instrument gekommen seien, weil sie zu schlecht zum Gitarrespielen sind. Doch was wäre die Rock- und Popmusik ohne die Männer und Frauen an den tiefen Saiten?

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Bill Wyman von den Rolling Stones verkörperte all das, was eine Band gewöhnlich an einem Bassisten schätzt. Er war ein grundsolider Teamplayer, der sich musikalisch nicht in den Vordergrund drängte und auch kein Problem damit hatte, wenn die Bandkollegen Keith Richards und Ron Wood im Studio selbst den Bass einspielten.

Bill Wyman von den Rolling Stones verkörperte all das, was eine Band gewöhnlich an einem Bassisten schätzt. Er war ein grundsolider Teamplayer, der sich musikalisch nicht in den Vordergrund drängte und auch kein Problem damit hatte, wenn die Bandkollegen Keith Richards und Ron Wood im Studio selbst den Bass einspielten.

Bei aller Bewunderung für das musikalische Werk von Paul McCartney: Der Beatle ist nicht nur ein genialer Songwriter, sondern auch ein unglaublich guter Bassist mit einem ausgeprägten Sinn für Melodien. Vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass er eigentlich Gitarrist der Beatles war, bis der ursprüngliche Bassist Stuart Sutcliffe 1961 die Band verließ.

Queen-Bassist John Deacon ist eher ein ruhiger Vertreter seines Fachs, der sich inzwischen ganz aus der Musikbranche zurückgezogen hat und die Queen-Reunion seinen Bandkollegen Brian May und Roger Taylor überlässt. Von ihm stammen die Hits "Another One Bites The Dust", "I Want To Break Free" und "You're My Best Friend".

Wenn bei The Who Pete Townsend und Keith Moon auf der Bühne ihre Instrumente zerlegen, spielt Bassist John Entwistle (links im Bild) einfach ungerührt in brüllender Lautstärke weiter. Den Spitznamen "Donnerfinger" verdankt er seiner einzigartigen und virtuosen Spieltechnik. John Entwistle zupft den Bass nicht wie üblich mit einem Plektrum oder zwei Fingern, sondern "hämmert" mit vier Fingern auf die Saiten.

Als Pink Floyd nach dem Ausstieg ihres Bandleaders Syd Barrett eine Weile lang musikalisch etwas orientierungslos herumtreiben, übernimmt Bassist Roger Waters die Rolle des kreativen Kopfes. Auch dank seiner Songs auf "Dark Side of The Moon", "Wish You Were Here" oder "The Wall" wird Pink Floyd eine der erfolgreichsten Rockbands aller Zeiten.

Bei Cream findet Bassist und Sänger Jack Bruce (links im Bild) mit Eric Clapton und Ginger Baker zwei Mitstreiter, die ebenso den Blues und die freie musikalische Improvisation lieben. Zwischenmenschlich haut es nicht ganz so gut hin. Jack Bruce und Ginger Baker gehen sich regelmäßig an die Gurgel.

Bei den Hardrock-Pionieren Led Zeppelin ist John Paul Jones (2.v.r.) nicht nur ein Teil der bestens geölten Rhythmusgruppe mit Schlagzeuger John Bohn (1.v.r). Sobald Keyboards oder eine Mandoline gebraucht werden, ist der versierte Multi-Instrumentalist zur Stelle.

Vor Suzi Quatro ist für Frauen in Rockbands kein Platz vorgesehen - schon gar nicht als hemdsärmelige, singende Bassistin in Ledermontur. Sie wird eine Pionierin für Frauen im Musikgeschäft, die sich nicht vorschreiben lassen wollen, wie sie aufzutreten haben. Eine andere Bassistin bringt sich das Instrument bei, indem sie zu Suzi-Quatro-Platten übt ...

...Tina Weymouth, Bassistin der Talking Heads. Den tendenziell hysterischen Gesang von David Byrne unterfüttert die Autodidaktin mit reduzierten Funk-Basslinien und tanzbaren, eingängigen Melodien wie etwa bei "Psycho Killer" oder "Once in a Lifetime".

Level 42 um Sänger und Bassist Mark King landen mit "Lessons in Love" einen der Hits der 80er. Mark King sorgt auch dafür, dass die von ihm häufig verwendete Slap-Technik unter Bassisten populär wird. Dabei schlägt der Daumen auf die tiefen Saiten des Instruments und mit dem Zeigefinger werden die hohen Saiten kurz angerissen.

Stand: 16.10.2019, 11:03 Uhr