Kölner Schull- un Veedelszöch: Kamelle und Gedenken

Teilnehmer beim Schull- un Veedelszöch

Kölner Schull- un Veedelszöch: Kamelle und Gedenken

  • 7.200 Teilnehmer bei den Kölner Schull- und Veedelszöch
  • Gedenkminute in der Nähe der Einsturzstelle am Waidmarkt
  • Gute Stimmung trotz Regens

11 Uhr 11 - das war der Startschuss am Karnevalssonntag (03.03.2019) für den zweitgrößten Kölner Zug: Die Schull- un Veedelszöch sind fast den identischen Weg gezogen wie auch der Rosenmontagszug einen Tag später. Hunderttausende feierten auf den Straßen und Plätzen am Zugweg, im Umzug selbst sind etwa 7.200 Jecke mit dabei gewesen.

Bei den Schull- un Veedelszöch machten diesmal 53 Schulen und 54 Vereine mit. Insgesamt sorgten fast 800 Musiker dafür, dass am Rande des Zugwegs trotz des trüben Wetters geschunkelt und getanzt werden konnte. An einer Stelle war es allerdings eher still im karnevalistischen Trubel.

Videos der einzelnen Gruppen im Zug

Gedenken an Stadtarchiv-Einsturz

Teilnehmer beim Schull- un Veedelszöch

An der Einsturzstelle hält der Zug kurz inne

Am 3. März jährte sich der Einsturz des Kölner Stadtarchivs am Waidmarkt zum zehnten Mal. Das Unglück forderte 2009 zwei Menschenleben, wertvolle historische Dokumente gingen für immer verloren und noch immer ist nicht ganz geklärt, wie es zum Einsturz kommen konnte. Bis zum Unglückstag führten alljährlich die Schull- und Veedelszöch und der Rosenmontagszug am Waidmarkt entlang. Seitdem dort ein riesiges Loch klafft, machen die Züge einen Bogen um den Waidmarkt.

Aus Anlass dieses Gedenktages hat der Zug ganz in der Nähe der Einsturzstelle eine kurze Pause eingelegt. Anschließend hat der Zug seinen Weg in Richtung Innenstadt und Dom fortsetzt. Für die Sicherheit entlang des Zugwegs sorgten - neben der Polizei und dem Ordnungsamt - etwa 150 ehrenamtliche Ordner.

Vier Stunden Kamelle und Strüssjer

Die ersten Gruppen der Schull- un Veedelszöch haben nach rund vier Stunden das Ziel erreicht. Spannend wurde es am sam frühen Abend für alle Teilnehmer. Traditionell kürt eine Jury die drei besten Gruppen, die dann am nächsten Tag im großen Rosenmontagszug dabei sein dürfen. Die Sieger waren der "Stammdesch Kölsche Sonnekinder", die "Jecke Öhrcher KG von 2014" und die "Katholische Jugend rund um den Chlodwigplatz".

Für die Gruppen dürfte es am Montag windig werden. So werden in Köln beim Rosenmontagszug keine Pferde mitlaufen, auch Wagen mit hohen und windanfälligen Aufbauten werden herausgenommen. Das teilte das Festkomitee Kölner Karneval am Sonntagnachmittag mit. Die Entscheidung gelte unter dem Vorbehalt, dass sich die Wetterbedingungen nicht bis Montagvormittag weiter verschlechtern. Auch Bonn nimmt die Pferde aus dem Zug, die Wagen werden nochmal auf Windlasten überprüft.

Der Festausschuss Aachener Karneval für den Rosenmontagszug hat am Sonntag entschieden, dass keine Wagen mit losen Dächern am Zug teilnehmen dürfen. Außerdem sollten Vereine überlegen, ob sie mit Pferden und Kutschen überhaupt an den Start gehen wollen.

Stand: 03.03.2019, 20:14