Hunderttausende feierten Rosenmontagszüge

Hunderttausende feierten Rosenmontagszüge

  • Höhepunkt des Straßenkarnevals: die Rosenmontagszüge
  • Kölner Zug zwischenzeitlich wegen Rettungseinsatzes gestoppt - Fünf Verletzte
  • Düsseldorf mit eigenem jüdischem Wagen - und den "Toten Hosen" im Zug
Rettungseinsatz am Appellhofplatz

Rettungseinsatz am Appellhofplatz

Hunderttausende Jecke haben am Rosenmontag (12.02.2018) mit den großen Umzügen den Höhepunkt des Straßenkarnevals in NRW gefeiert. Am Nachmittag musste der Zug in der Kölner Innenstadt wegen eines Rettungseinsatzes stoppen. Wie die Polizei mitteilte, gingen Pferde im Zug durch. Fünf Menschen wurden dabei verletzt. Der Zug konnte erst nach knapp einer Stunde weiterziehen.

Köln tanzt aus der Reihe

Der Kölner Zug, der größte im Rheinland, startete gegen 10 Uhr. Wie üblich zogen die Blauen Funken als erste Karnevals-Gesellschaft durch das Severinstor. Das Motto: "Mer Kölsche danze us der Reih" (Wir Kölner tanzen aus der Reihe).

Rund 11.000 Teilnehmer in bunten Kostümen und prächtigen Uniformen legten die 7,5 Kilometer durch die Innenstadt zurück. Höhepunkt des Zuges war natürlich das Dreigestirn. Bis zum Ziel verteilten die Zugteilnehmer 300 Tonnen Süßigkeiten und 300.000 Blumen an die närrische Menge.

Kölle Alaaf - "D'r Zoch kütt"

Die Jecken waren los in Köln. Zum Rosenmontagszug schunkelten und tanzten rund eine Million Besucher. Am frühen Nachmittag wurde der Zug wegen eines Rettungseinsatzes unterbrochen.

Tanzmarie

Das Motto in Köln: "Mer Kölsche danze us der Reih" (Wir Kölner tanzen aus der Reihe).

Das Motto in Köln: "Mer Kölsche danze us der Reih" (Wir Kölner tanzen aus der Reihe).

Mehr als zehntausend Zugteilnehmer sind durch die Stadt gezogen.

"Enmol Prinz zo sin": In der Session 2018 ist es Michael II. von der KKG Nippeser Bürgerwehr.

Der Zug wurde am frühen Nachmittag von einem Unglück überschattet. Eine Pferdekutsche war durchgegangen, fünf Menschen wurden verletzt.

Der hinter der Kutsche folgende Teil des Rosenmontagszuges wurde gestoppt.

Nach etwa einer halben Stunde konnte der Zug fortgesetzt werden.

Die Politik liefert reichlich Vorlagen für die Persiflagewagen: GroKo-Verhandlungen auf dem Spielplatz führen zur "Großen Kollision".

Die #MeToo-Debatte ist auch im Karneval ein Thema: Schweine grapschen nach dem Tanzmariechen.

Auch der Brexit ist Thema.

Der Dieselsumpf ist immer noch nicht trocken gelegt.

Mit beiden Händen winken und werfen.

300 Tonnen Süßigkeiten werden in Köln verteilt.

Schokolade, Pralinen und Bonbons regnen auf die Kostümierten am Straßenrand.

Besonders begehrt: Strüßje (Sträußchen), die häufig gezielt nach Sichtkontakt verteilt werden.

Diese Hübschen sammeln sicherlich reichlich Blümchen.

Schunkeln und ein lautes "Alaaf" - so geht Straßenkarneval.

Verkleidung ist ein Muss, gerne bunt und verrückt.

Die Affen sind los!

Vor nicht langer Zeit hatte der FC-Geisbock europäische Träume, die jäh zerplatzt sind.

Das Kölner Herz schlägt trotzdem für den FC.

Einheitstracht für Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU).

Und dann die Hände zum Himmel.

So schön: Dom, Sonnenschein und Karneval!

"Hallo Barbarossaplatz": Querbeat spielen ihren Sessionshit 2017/2018 live im Zug.

Viele Jecken sind früh unterwegs, um sich die besten Plätze am Zugweg zu sichern.

Vor dem offiziellen Zug schreiten kleinere Gruppen den Zugweg entlang...

...und sorgen schon einmal für gute Stimmung.

Gute Kostümwahl - gerüstet für jedes Wetter.

Zu diesen Cowboys hält man am besten Abstand.

Piraten trifft man zu Karneval an jeder Ecke.

Beste Kulisse für ein Selfie am Rosenmontag – der im Karneval oft besungene Dom.

Die Helfer sind schon viele Stunden vorher im Einsatz...

...machen Tribünen und die Wege hübsch.

Auch die Sanitäter haben ihre Plätze eingenommen, lange bevor der erste Wagen kommt.

Die Polizei war mit Großaufgebot im Einsatz. Abgesehen von dem Unglück mit der Kutsche zeigte sich die Polizei in Köln zunächst zufrieden mit dem Verlauf.

Diskussion um "Karneval als Saufgelage"

Nach dem exzessiven Sessionsauftakt gab es massive Beschwerden über Saufgelage, Urin, Müll, Erbrochenes auf den Straßen. Abgesehen von dem Unglück mit der Pferdekutsche zog die Polizei am Nachmittag zunächst eine positive Bilanz des karnevalistischen Treibens.

Düsseldorf: Jeck erst recht

Mottowagen im Düsseldorfer Rosenmontagszug

Mottowagen im Düsseldorfer Rosenmontagszug

In Düsseldorf verhalf erfahrungsgemäß ein freundliches "Helau", gerichtet an die Besatzungen der Zugwagen, zu Schokolade, Pralinen oder Blumen. Das Motto des Zuges unter der Regentschaft von Prinz Carsten II. und Venetia Yvonne lautet: "Jeck erst recht".

Über 100 Wagen, Musikkapellen und Fußgruppen mit 8.000 Teilnehmern liefen in dem rund fünf Kilometer langen Zugweg mit. Erstmals war in diesem Jahr die jüdische Gemeinde mit einem eigenen Wagen dabei. Und als Überraschung für die Jecken hatten sich die "Toten Hosen" mit einem eigenen Wagen in den Zug geschmuggelt.

In der Landeshauptstadt waren die Persiflage-Wagen besonders spöttisch. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) thronte in Düsseldorf als Schwarze Witwe über den Schädeln lang verblichener Polit-Größen. Der scheidende SPD-Vorsitzende Martin Schulz wurde durch den Fleischwolf gedreht. FDP-Chef Christian Lindner nahm als Hasenfuß Reißaus vor der Regierungsverantwortung.

"Jeck erst recht" - Rosenmontag in Düsseldorf

Martin Schulz dreht sich selbst durch den Fleischwolf, Angela Merkel als Schwarze Witwe: Die Mottowagen im Düsseldorfer Rosenmontagszug waren gewohnt bissig.

Mottowagen im Düsseldorfer Rosenmontagszug

In diesem Jahr zieht Kanzlerin Angela Merkel als Schwarze Witwe durch die Landeshauptstadt.

In diesem Jahr zieht Kanzlerin Angela Merkel als Schwarze Witwe durch die Landeshauptstadt.

Und Martin Schulz dreht sich selbst durch den Fleischwolf.

Seine anvisierte Nachfolgerin Andrea Nahles gibt die Parole aus: "Genossen, das ENDE ist NAHles!"

Diesen Zwergen gefällt die Große Koalition wohl nicht.

Zum ersten Mal fährt ein Wagen der jüdischen Gemeinde mit. Er erinnert an den jüdischen Dichter Heinrich Heine.

Die Toten Hosen sorgen mit dem "Altbier-Lied" und "Tage wie dieser" für Stimmung. Die Düsseldorfer Punkrocker waren schon öfters mit eigenem Wagen beim Rosenmontagszug dabei.

"Helau" auch von Fortuna Düsseldorf.

Immer noch brandaktuell: Der Diesel-Abgas-Skandal.

Die Entwürfe des Wagenbauers Jacques Tilly haben den Ruf, deutschlandweit die frechsten zu sein.

Theresa May und die schwierige Nachgeburt vom Brexit.

Darf natürlich nicht fehlen: Donald Trump in den Klauen des russischen Bären.

Trumps "America first" frisst den Planeten auf.

Auch am Zugweg wird der US-Präsident gesichtet.

Dank seiner Politik will selbst die Freiheitsstatue das Land verlassen.

Ebenfalls auf der Flucht: Christian Lindner vor der Regierungsverantwortung.

Wagenbauer Tilly zeigt seinen gewohnten Biss: Polen und Ungarn als rechte Diktaturen.

Von der EU geförderte Sklaverei in Libyen.

Diese Pandas haben sich gut verpackt.

Immer schön laut "Helau" rufen, dann gibt's die meisten Süßigkeiten!

Dürfen wir zum Ententanz bitten?

Sehr begehrt, so ein Platz auf der Tribüne am Düsseldorfer Rathaus.

Als Oberbürgermeister ist Thomas Geisel ein Platz in der ersten Reihe reserviert.

Das diesjährige Motto in Düsseldorf: "Jeck erst recht"

Auch die Maus tanzt und schunkelt durch Düsseldorf.

Weniger gut gelaunt scheint diese Möhne.

Aachen und das Weltkulturerbe

Die Aachener zogen in diesem Jahr unter dem Motto "Os Kultur es ieschte Wahl - met et Mönster än d'r Karneval" durch die Stadt. Der größte Umzug Westfalens begann am Schloss in Münster. Natürlich konnten auch in Bonn Kamelle gefangen werden. Und im Ruhrgebiet zwischen Duisburg und Dortmund zogen zahlreiche Jecke durch die Städte. In Hagen wurde der Zug wegen eines Brandes abgebrochen.

Lkw-Sperren und Fahrverbote

Um die Züge zu schützen, waren in den Hochburgen Tausende Polizisten im Einsatz. Zudem gab es wieder Lastwagensperren und Fahrverbote in den Innenstädten, aus Sorge vor Terroranschlägen.

Daneben sollte rigoros gegen sexuelle Belästigungen vorgegangen werden. Nach den Vorfällen in der Kölner Silversternacht vor zwei Jahren und der #MeToo-Debatte um Machtmissbrauch hatte die Stadt Köln ein Beratungsmobil eingerichtet, an das sich Betroffene wenden konnten.

Stand: 12.02.2018, 18:40