Ordensritter: Von Königen, Plagiaten und XXL-Humor

Ordensritter: Von Königen, Plagiaten und XXL-Humor

Von Katja Goebel

Der "Orden wider den tierischen Ernst" zeichnet Menschen mit "Humor und Menschlichkeit im Amt" aus. Eine Auswahl der Ritter vergangener Jahre.

Der Ordensritter 2016: Markus Söder

2016 - Markus Söder: Eines der schrillsten Kostüme in der Geschichte der Ordensverleihung trug der damalige Bayerische Finanzminister (CSU). Er tauchte als König Ludwig II in Aachen auf. Sein Ritterschlag war nicht ohne Murren über die Bühne gegangen. Seine damaligen Äußerungen zur Flüchtlingspolitik hatten der Verleihung auch Kritik eingebracht.

2016 - Markus Söder: Eines der schrillsten Kostüme in der Geschichte der Ordensverleihung trug der damalige Bayerische Finanzminister (CSU). Er tauchte als König Ludwig II in Aachen auf. Sein Ritterschlag war nicht ohne Murren über die Bühne gegangen. Seine damaligen Äußerungen zur Flüchtlingspolitik hatten der Verleihung auch Kritik eingebracht.

2014 - Christian Lindner: Auch der FDP-Parteichef durfte im den Aachener Narrenkäfig bereits Platz nehmen. Seine Rede hielt der Politiker damals komplett in Versform.

2012 - Ottfried Fischer: Humor in XXL- der Berufskabarettist und Schauspieler halte den Menschen heiter und hintergründig den Spiegel vor, lautete damals die Begründung für den Ritterschlag.

2011 - Karl Theodor zu Guttenberg: "Ich bin lediglich das Plagiat!", so stellte sich der Bruder des eigentlichen Ordensträgers am Abend der Verleihung unter lautem Gelächter des Publikums vor. Der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg war während der rund dreistündigen Feier lediglich als Pappfigur auf der Bühne zugegen.

2009 - Mario Adorf: Der Schauspieler wechselte bei seinem Auftritt gleich mehrmals das Outfit, bewies Witz und Schlitzohrigkeit und sang schließlich auch noch.

2008 - Fürstin Gloria von Thurn und Taxis: Sie hielt vor den Karnevalisten eine launige Rede über Gleichberechtigung. "Welcome Powerfrau - Schneewittchen ade!"

2005 - Karl Lehmann: Der Mainzer Kardinal stieg als Hirte verkleidet auf die Aachener Bühne. Heiterkeit und Gelassenheit seien Gaben, die ein Christ haben müsse, hatte Lehmann im Vorfeld der Verleihung betont.

2004 - Henning Scherf: Der damalige SPD-Bürgermeister von Bremen hatte sich zur Ordensverleihung gleich standesgemäß ins Ritterkostüm geworfen - blonde Lockenperücke inklusive. "Allüren sind dem Nordlicht fremd", urteilte der Aachener Karnvevalsverein.

1979 - Hans-Dietrich Genscher: Auch der ehemalige Außenminister bekam 1979 die närrische Trophäe. Das Bild zeigt ihn bei einer Festsitzung in Aachen im Jahr 2008.

1978 - Ephraim Kishon: Der Israelische Schriftsteller hielt damals in Aachen eine satirische Rede zum Verhältnis zwischen Bürgern und Behörden.

Seit 1950 wird der Orden von der Aachener Karnevalsgesellschaft verliehen. Die Idee dazu hatte Jacques Königstein, damaliger Präsident des Aachener Karnvevalvereins. (Das Bild zeigt ihn bei einer Rede 1959) Erster Ordensritter war übrigens ein britischer Militärstaatsanwalt, der einen Verurteilten über die Karnevalstage aus der Haft entlassen hatte.

Stand: 16.02.2019, 10:00 Uhr