"Möhnensturm" in Düsseldorf: Woher kommt der Brauch?

In der Düsseldorfer Altstadt schunkelten sich die Möhnen und Jecken warm

"Möhnensturm" in Düsseldorf: Woher kommt der Brauch?

  • Traditionell immer donnerstags vor Rosenmontag
  • Frauen übernehmen für einen Tag Regentschaft
  • Oberbürgermeister wird die Krawatte abgeschnitten

Es ist Tradition in Düsseldorf an Karneval: immer donnerstags vor Rosenmontag stürmen um 11:11 Uhr die sogenannten "Möhnen" das Rathaus. Den Männern dort, allen voran dem Oberbürgermeister, geht es dann sprichwörtlich an den Kragen. Ihnen wird nämlich der Schlips gekürzt.

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Was es mit diesem Brauchtum an Karneval auf sich hat, haben wir den Düsseldorfer Heimatverein für Frauen gefragt.

Woher kommt dieser Karnevalsbrauch?

Der Möhnensturm gilt als spätmittelalterlicher Brauch. Er entspricht der Fastnacht, an der "alles verkehrt läuft". Wo der Brauch genau entstanden ist, weiß keiner. Man geht davon aus, dass er sich entlang des Rheins in den Karnevalshochburgen entwickelt hat.

Warum wird denn eigentlich das Rathaus gestürmt?

Bei dem Brauch geht es vor allem darum, das Frauen für einen Tag an die Macht kommen. Symbolisch stürmen sie deshalb das Rathaus. Dort sitzen oft nur Männer, die in der Regel das Regiment führen.

Es ist vollbracht: Möhnen an der Macht!

Düsseldorf ist seit 11 Uhr 11 fest in der Hand der jecken Wiever. Oberbürgermeister Thomas Geisel wurde entmachtet und das närrische Volk feierte den Rathaussturm im Sonnenschein.

Jecken in Düsseldorf

Venetia Sabine hat sich Oberbürgermeister Thomas Geisel geschnappt: Krawatte ab, Macht weg! Das sind die Gesetze an Weiberfastnacht.

Venetia Sabine hat sich Oberbürgermeister Thomas Geisel geschnappt: Krawatte ab, Macht weg! Das sind die Gesetze an Weiberfastnacht.

Das Düsseldorfer Rathaus ist seit 11 Uhr 11 in der Hand der Frauen.

Ab jetzt regieren die Möhnen in der Landeshauptstadt.

Herren herzlich willkommen!

Vor dem Rathaus feiern die Jecken ihren Sieg.

Ein dreifaches "Helau!"

Bis um 14 Uhr spielten auf der Bühne vor dem Rathaus mehrere Bands für die Jecken.

Danach wird auf den Straßen und in den Kneipen weiter gefeiert.

Wenn es diesen beiden Jecken zu voll wird, heben sie einfach mit ihren Ballons ab.

Da freut sich der gelbschwarze Brummer über das schöne Wetter und die super Stimmung.

Ob dieser Bienenschwarm den Brummer kennt?

Sechs Freiheitsstatuen und eine Möhne fordern: "together jeck".

Zu deutsch: "gemeinsam jeck". Das Motto prangt am Rathaus.

Es funktioniert - friedlich schunkeln Hutmacherin, Teufelchen und mexikanische Totenmaske.

Das Wetter in der Landeshauptstadt könnte nicht besser sein: strahlender Sonnenschein.

Das ist der Beweis: mit grauen Haaren kann man noch sehr jung aussehen.

Schnell noch ein Selfie für die Lieben zu Hause.

"Hallo Möhnen, wir wollen mit Euch feiern!"

Auch mit Strohfrauen?

Das Logo von Fortuna Düsseldorf ziert diese Hellebarde.  

Diese Narren sind skeptisch und gewappnet gegen fremde Mächte mit Alufolie auf dem Kopf.

Dabei sind doch heute nur friedliche Narren unterwegs.

Und süße Nagetiere, wie diese Maus aus dem Hause WDR.

Warum wird symbolisch die Krawatte abgeschnitten?

Die Krawatte wurde als Statussymbol der Männer angesehen. Da die Frauen für diesen Tag das Regiment hatten, mussten die Krawatten abgeschnitten werden.

Was genau bedeutet denn "Möhne"?

Mitte des 19. Jahrhunderts verstand man unter dem Begriff "Möhne" eine ältere, mitunter verwitwete Frau, die stets dunkle Kleidung und einen Hut trug. Damit die Frauen nicht erkannt wurden, verkleideten sich auch junge Frauen als "Möhne", zum Teil auch mit Masken vor dem Gesicht.

Stand: 28.02.2019, 13:00