Suchspiel: Jeckes Brauchtum in NRW

Suchspiel: Jeckes Brauchtum in NRW

Mariechen, Dreigestirn und Lazarus - der Karneval in NRW hat einige besondere Traditionen und Figuren zu bieten. Wissenswertes dazu in unserem Suchspiel.

Narrenkappe

Finden Sie die richtigen Pärchen.

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Die höchsten Ämter in Köln zur Karnevalszeit: Prinz, Bauer und Jungfrau - das Dreigestirn. Den ersten "Prinzen" gab es 1823 - damals noch als "Held Karneval" bezeichnet. Das Dreigestirn existiert aber immerhin schon sein 1870. In anderen Städten sind es häufig Regentenpaare, die das jecke Volk repräsentieren.

Einmalig in Deutschland ist die "Wäscherprinzessin" im Bonner Stadtteil Beuel. Dort wurde waren früher zahlreiche Wäschereien beheimatet - und die Wäscherinnen gründeten 1824 erste Damenkomitees, um wie ihre Männer auch, Karneval feiern zu können. Eine eigene Regentin erhielten die so genannten "Möhne" im Jahr 1958 mit der Wäscherprinzessin, die jedes Jahr neu bestimmt wird.

In vielen Karnevalshochburgen gibt es Figuren, die den Herrschenden den Spiegel vorhalten oder als Sündenböcke für die Verfehlungen der Narren herhalten müssen. Die bekannteste dieser Figuren ist der Hoppeditz in Düsseldorf. Zu Beginn der Session am 11.11. wird er zum Leben erweckt, entsteigt vor dem Rathaus einem Senffass und hält eine bissige Rede. Sein Ende findet der Hoppeditz - diesmal in Form einer Strohpuppe - am Aschermittwoch, wenn er im Garten des Stadtmuseums wieder begraben wird.

Ähnlich ergeht es auch dem Morio in Münster. Der Morio wird am 11.11. auf dem Prinzipalmarkt den Narren vorgestellt - und dort nach einer Gerichtsverhandlung in der Nacht zu Aschermittwoch verbrannt.

Über fast jeder Kneipe in Köln hängt während der Karnevalszeit eine Strohpuppe - der Nubbel. Er steht am Ende der Session für alle kleinen und großen Sünden der Narren gerade. Die Kneipen organisieren am Karnevalsdienstag kleine Trauerumzüge, an deren Ende der Nubbel verbrannt wird.

In Jülich gibt es seit 300 Jahren den Brauch des "Lazarus". Jedes Jahr wird die Strohpuppe am Tag nach dem Dreikönigs-Feiertag getauft. Der "Job" des Lazarus ist der des buchstäblichen Strohmanns, der für alles büßen muss, was während der Karnevalstage schief gelaufen ist. Am Karnevalsdienstag wird Lazarus durch Jülich getragen. Das so genannte "Auswerfen" endet mit dem Versenken der Strohpuppe in der Rur.

Funken- beziehungsweise Tanzmariechen sind Bestandteil fast aller Karnevalsgesellschaften. Sie tanzen mit dem Tanzoffizier bei Sitzungen und auf den Zügen - teilweise mit artistischen Hebe- und Flugeinlagen.

Der Geisterzug ist eine alte karnevalistische Tradition, die 1992 in Köln wiederbelebt wurde. Als Alternativveranstaltung zu den klassischen Umzügen hat er sich mittlerweile fest im jecken Kalender etabliert. Ohne Wagen, Kamelle und die offziellen Karnevalsgesellschaften zieht der Zug durch die Stadt. Für die Musik sorgen die Teilnehmer selbst, verkleidet sind sie meist mit schaurigen Gespensterkostümen.

Die Wiederbelebung des Geisterzugs hatte auch politische Gründe: Als der Kölner Rosenmontagszug im Jahr 1991 wegen des Golfkriegs aus. Daraufhin riefen Friedensaktivisten zu einer Anti-Kriegs-Demo auf dem ursprünglichen Zugweg auf - der schlossen sich die Karnevalisten an. Ein Erfolg, der 1992 dann durch den Geisterzug wiederholt werden sollte.


Die Stunksitzung ist ein Bestandteil des alternativen Karnevals in Köln. Die Parodie auf die klassischen Prunksitzungen der großen Karnevalsgesellschaften fand zum ersten Mal 1984 statt, seit 1996 wird die Sitzung vom WDR übertragen . Für viele Darsteller und Macher der Stunksitzung war der Erfolg auch das Sprungbrett zu einer Kabarettkarriere.

Kein Geld mehr im Portemonnaie - in vielen Karnevalshochburgen wird zum Ende der Session der Geldbeutel symbolisch ausgewaschen. Unter anderem als Zeichen dafür, dass man sich den Karneval ordentlich etwas hat kosten lassen.

Ein Karnevalsbrauch, der sich vom Rheinland bis nach Westfalen erstreckt ist das Abschneiden von Krawatten an Weiberfastnacht. An diesem Tag übernehmen die Frauen die Macht - und schneiden dafür die Krawatte als Symbol der männlichen Macht ab.

Stand: 06.02.2018, 00:00 Uhr