Doppelscherz: Wenn ein Witzbold nicht reicht

Doppelscherz: Wenn ein Witzbold nicht reicht

Von Ingo Neumayer

Was ist lustiger als ein Komiker? Genau: Zwei Komiker. Deshalb trifft man Spaßmacher auch oft im Doppelpack an.

Stan Laurel und Oliver Hardy

Stan Laurel (li.) und Oliver Hardy (re.) haben zwar 1951 den letzten gemeinsamen Film gedreht. Doch "Dick und Doof", wie sie in Deutschland genannt wurden, sind auch Jahrzehnte später legendär und sozusagen der "Goldstandard", was Klamauk und Slapstick angeht. Der Einfaltspinsel Laurel, der Wichtigtuer Hardy und dazu die unverkennbare Musik von Fred Strittmatter – diese Kombination ist bis heute unschlagbar.

Stan Laurel (li.) und Oliver Hardy (re.) haben zwar 1951 den letzten gemeinsamen Film gedreht. Doch "Dick und Doof", wie sie in Deutschland genannt wurden, sind auch Jahrzehnte später legendär und sozusagen der "Goldstandard", was Klamauk und Slapstick angeht. Der Einfaltspinsel Laurel, der Wichtigtuer Hardy und dazu die unverkennbare Musik von Fred Strittmatter – diese Kombination ist bis heute unschlagbar.

Der Erfolg von Laurel und Hardy rief weltweit viele Bewunderer auf den Plan. So war das dänische Duo Pat und Patachon nicht nur optisch sehr nah an den Vorbildern dran. Auch die Slapstickeinlagen und die Abenteuer, die die beiden zu bestreiten hatten, kamen "Dick und Doof"-Fans oft bekannt vor. Das lag unter anderem auch daran, dass die Filme vom selben Team fürs deutsche Fernsehen bearbeitet wurden. Auch der Erzähler war derselbe wie bei Laurel und Hardy: Kabarettist Hanns Dieter Hüsch.

Fernandel und Gino Cervi bevorzugten als "Don Camillo und Peppone" weniger phyische Comedy-Elementen. Stattdessen lieferten sie sich witzige Wortgefechte und ließ kaum ein gutes Haar am jeweils anderen. Hier der kommunistische Bürgermeister, dort der schlitzohrige Pfarrer: Dieses Konzept funktionierte fünf Filme lang, bis Fernandel bei den Dreharbeiten zum sechsten Abenteuer starb. Es folgten mehrere Neuauflagen, unter anderem mit Mario Adorf und Terence Hill als Don Camillo.

Apropos Terence Hill: Der Haudrauf mit den ultrablauen Augen tauchte auch gerne im Doppelpack auf. Zusammen mit Bud Spencer vermöbelte er in knapp 20 Filmen reihenweise die Bösewichte. Neben Kopfnüssen und Backpfeifen wurden dabei auch jede Menge alberne Sprüche verteilt.

Trotteliges Gummigesicht trifft trinkfesten Schwerenöter: Mit dieser Kombination feierten Jerry Lewis und Dean Martin und in den 50ern große Erfolge. Unterschiedlicher konnten Charaktere kaum sein, und ein Großteil der Komik bezog sich aus genau diesem Widerstreit.

Auch Hans Moser und Theo Lingen waren ein Komiker-Duo der Gegensätze: Der nuschelnde Moser verfiel in seinen Wiener Schmäh', während Lingen gerne korrekt-blasiert in bestem Hochdeutsch daher kam.

Sie gelten als Wegbereiter des "Buddy-Film"-Genres: Jack Lemmon und Walter Matthau gaben gerne die Kumpels, die füreinander durch dick und dünn gingen. Die Zuneigung der beiden auf der Leinwand war dabei nicht gespielt: Auch privat waren die beiden gute Freunde.

Überhaupt waren die 80er eine gute Zeit für deutsche Comedy im Doppelpack: Auch Diether Krebs und Iris Berben kamen damals mit "Sketchup" ganz groß raus. Absurde Dialoge, bescheuerte Verkleidungen, Kalauer am laufenden Band prägten die Sketch-Show, die Krebs zunächst mit Beatrice Richter begonnen hatte.

Die Zusammenarbeit zwischen Loriot und Evelyn Hamann begann schon in den 70ern. Ursprünglich suchte Loriot als Sketch-Partnerin eine "blonde, pummelige Hausfrau". Doch Hamann überzeugte ihn mit ihrer trockenen Art und glänzte an seiner Seite in legendären Sketchen: Ob "Jodeldiplom", "Kosakenzipfel" oder "Ödipussi" – zusammen haben die beiden deutsche Humorgeschichte geschrieben.

Der Stern von Harald Schmidt ging Anfang der 90er mit "Schmidteinander" auf. Die Show lebte von Chaos, Irrsinn – und von Schmidts Zusammenspiel mit Herbert Feuerstein, auf dessen Kosten viele seiner Gags gingen. Als Arbeitsbeziehung funktionierte das wunderbar, privat hatten sich die beiden allerdings nichts zu sagen. Nach vier Jahren "Schmidteinander" ging man getrennte Wege.

"Fiep, Fiep, Fiep", "Mief", "Zicke Zack Tsatsiki" hießen die Songs, mit denen Wigald Boning und Olli Dittrich Anfang der 90er die Charts stürmten. Der Bandname der beiden lautete dann auch ehrlicherweise "Die Doofen", die erste Platte wurde nicht minder treffend "Lieder, die die Welt nicht braucht" genannt. Doch nicht nur musikalisch, auch in diversen Sketch-Formaten arbeiteten die beiden gut und gerne zusammen.

Es bleibt in der Familie: Margie Kinsky und Bill Mockridge sind seit Jahren verheiratet und haben mit ihren sechs Söhnen schon so einiges erlebt. Wie viel Szenen aus ihrer Comedy-Reihe "Die Mockridges – eine Knallerfamilie" dabei einen wahren Ursprung haben, ist nicht sicher. Macht aber auch nichts. Denn witzig sind die beiden allemal.

Wie bitte? Wir haben Ihr Lieblings-Komikerduo vergessen? Dann machen Sie es doch wie Waldorf und Statler, die beiden Opas auf dem Balkon der "Muppet Show": Meckern und motzen Sie mal so richtig los über all die Deppen da draußen, die von nix eine Ahnung haben. Das befreit und tut guuuuut ...

Stand: 08.01.2019, 16:40 Uhr