Verführung, Reize und das Spiel der Geschlechter: Erotikfilme

Verführung, Reize und das Spiel der Geschlechter: Erotikfilme

Von Philip Stegers und René Denzer

Von skandalös bis kunstvoll reicht die Bezeichnung für Erotikfilme. In den Hauptrollen: Lust, Verführung, Reize und das Spiel der Geschlechter – eine Prise Humor darf ab und an aber auch nicht fehlen.

Marlon Brando und Maria Schneider in "Der letzte Tango in Paris"

An der Seite der unbekannten Maria Schneider feiert der zu diesem Zeitpunkt etwas in Vergessenheit geratene Marlon Brando 1972 ein fulminantes Comeback. Dass "Der letzte Tango in Paris" wegen der Sexszenen in einigen Ländern verboten wird, schadet dem Erfolg des Films nicht.

An der Seite der unbekannten Maria Schneider feiert der zu diesem Zeitpunkt etwas in Vergessenheit geratene Marlon Brando 1972 ein fulminantes Comeback. Dass "Der letzte Tango in Paris" wegen der Sexszenen in einigen Ländern verboten wird, schadet dem Erfolg des Films nicht.

Die 70er Jahre bringen ein neues Genre hervor: die Sexklamotte. Die Kombination aus nackter Haut und handfestem Humor kommt beim Publikum gut an. Sieben Millionen Zuschauer sehen in Deutschland "Schulmädchen-Report: Was Eltern nicht für möglich halten" im Kino.

Sex als Waffe: Verhängnisvolle Affären und Intrigen stehen im Mittelpunkt von "Gefährliche Liebschaften" mit Glenn Close, John Malkovich und Michelle Pfeiffer. Der Film beruht auf einem gleichnamigen Briefroman des 18. Jahrhunderts.

Auch Kult-Regisseur Stanley Kubrick griff für seinen letzten Film "Eyes Wide Shut" auf eine literarische Vorlage zurück.

Ein Beinüberschlag, der tiefe Einblicke gibt: Kein Film sorgte 1992 für so viel Furore wie "Basic Instinct". Besonders die Verhör-Szene, bei der Schauspielerin Sharon Stone sich unten herum für einen kurzen Augenblick sehr freizügig gibt, sorgt für Diskussionen. Gut für Stone, die Rolle der Männer mordenden Schriftstellerin Catherine Tramell verhalf ihr zum Durchbruch.

Sex und Leidenschaft sowie Fesseln und Peitschen spielen eine große Rolle in der Film-Trilogie "Fifty Shades of Grey". Die Romanvorlage schuf E. L. James. Weltweit wurden mehr als 125 Millionen Exemplare der Trilogie verkauft. Der erste Roman gilt dabei als das am schnellsten jemals verkaufte Taschenbuch – noch vor Harry Potter. Der erste Film spielte weltweit 567,9 Millionen US-Dollar ein.

Unterwerfung, totale Hingabe – das ist es, was Yuppie John (Mickey Rourke) von Kunsthändlerin Elizabeth (Kim Basinger) will. Die gibt sich dem erotischen Spiel hin "9 1/2 Wochen" lang. Der Film wird zum Erotik-Klassiker und die beiden Hauptdarsteller gelten als Sex-Symbole.

Liebe, Sex und Leidenschaft, die gibt es auch im Alter, oder? "Es hat mich angeödet, dass die Gesellschaft immer älter wird, es aber nicht die dazugehörigen Bilder gibt – Liebe und Sex hören ab einem bestimmten Alter scheinbar auf zu existieren", hatte Filmemacher Andreas Dresen einst gesagt. Der Gegenpol: sein Film "Wolke 9" aus dem Jahre 2008.

Auf den ersten Blick scheint es Brandon, gespielt von Michael Fassbender, an nichts zu fehlen: Er hat seinen Job, ein nettes Apartment und Erfolg bei Frauen. Und ein Problem: Er ist sexsüchtig. In "Shame" zeigt Regisseur Steve McQueen, wie sich ein Mensch in seiner Sexualität verbarrikadieren kann.

Humor und Erotik sind die Zutaten der achtteiligen Filmreihe "Eis am Stiel". Im Mittelpunkt stehen die drei Jugendfreunde Benny, Johnny und Momo und deren gemeinsame Interessen an Partys, Mädchen und die Jagd nach sexuellen Erlebnissen.

Grundlage für den Film "Blau ist eine warme Farbe" ist die gleichnamige Graphic Novel von Julie Maroh. Sie kritisierte die Sexszenen der beiden Protagonistinnen Adèle und Emma in dem Film und verglich sie mit Pornografie.

Stand: 21.05.2019, 08:40 Uhr