Hasta la vista, baby! Der Terminator geht in die sechste Runde

Hasta la vista, baby! Der Terminator geht in die sechste Runde

Von Antonia Kasparek und Ingo Neumayer

Mister Universum, steirische Eiche, Herkules, Conan der Barbar, Gouverneur von Kalifornien, Umwelt-Aktivist und der "Terminator": Als letzterer ist Arnold Schwarzenegger jetzt schon zum sechsten Mal im Einsatz.

Ein Österreicher mit grauenhaftem Akzent und einem unaussprechlichen Namen wird erst zum Hollywood-Superstar und dann zu einem der wichtigsten Politiker der Welt. Und rettet nun als Terminator wieder die Welt. Wie konnte das nur passieren?

Ein Österreicher mit grauenhaftem Akzent und einem unaussprechlichen Namen wird erst zum Hollywood-Superstar und dann zu einem der wichtigsten Politiker der Welt. Und rettet nun als Terminator wieder die Welt. Wie konnte das nur passieren?

Ganz einfach, wenn man Arnold Schwarzenegger fragt: Mit Glück, Leidenschaft, Durchhaltevermögen und viel Glaube an sich selbst. Geboren in Thal in der Steiermark, betritt Schwarzenegger mit 15 Jahren das erste Mal ein Fitnessstudio. Sein Fußballtrainer hatte ihm wegen seiner dünnen Beine dazu geraten. Schwarzenegger findet Gefallen am Gewichteheben und wird schnell einer der Stars in der damals noch kleinen Bodybuilder-Szene.

Bereits mit 19 wird Schwarzenegger Bodybuilding-Weltmeister und darf sich "Mister Universum" nennen. Amerikanische Manager werden auf ihn aufmerksam und lotsen ihn nach Kalifornien, wo er unter professionellen Bedingungen trainieren kann. Mit Erfolg: Von 1970 bis 1975 sowie 1980 wird Schwarzenegger siebenmal zum "Mister Olympia" gekürt – die höchste Auszeichung unter den Bodybuilding-Profis.

Doch der Sport ist nicht alles für Schwarzenegger. Er eifert seinem Vorbild nach, dem Bodybuilder Reg Park, der in in trashigen Sandalenfilmen wie "Herkules erobert Atlantis" oder "Ursus und die Sklavin des Teufels" mitspielte. Mit Erfolg: 1969 ergattert Schwarzenegger im B-Movie "Herkules in New York" die Hauptrolle – damals noch unter dem Pseudonym "Arnold Strong".

Wegen seines starken Akzents wird Schwarzenegger oft belächelt. Doch wer ihn unterschätzt, tut der "steirischen Eiche" Unrecht. Er studiert neben seiner Bodybuilding-Karriere Betriebswirtschaftslehre und macht schon in den 70er Jahren viel Geld mit Immobiliengeschäften.

Als sich Ende der 70er seine Bodybuilding-Karriere dem Ende zu neigt, verstärkt Schwarzenegger seine Hollywood-Ambitionen. 1977 spielt er neben Jeff Bridges und Sally Field (rechts) in "Mr. Universum" einen ambitionierten Bodybuilder: eine Rolle, die ihm ziemlich leicht fällt.

1982 gelingt ihm dann der internationale Durchbruch als "Conan der Barbar". Schwarzenegger wird zu einem der bekanntesten Actionstars der 80er Jahre.

Ob in der Zukunft oder in der Vergangenheit, ob auf der Erde oder auf fernen Planeten: Schwarzenegger lässt in seinen Rollen überall die Muskeln spielen. Zwar ist auch die eine oder andere Komödie dabei, wie "Zwillinge" oder der "Kindergarten Cop". Doch am meisten überzeugt er als coole und wortkarge Kampfmaschine – so wie in "Terminator", seiner Paraderolle.

Wenn die Kameras aus sind, interessiert sich Schwarzenegger immer mehr für die Politik. Dass seine damalige Frau Maria Shriver (links) als Nichte von JFK zum einflussreichen Kennedy-Clan gehört, schadet dabei sicher nicht. Schon 1990 beruft ihn US-Präsident George Bush in seinen Beraterstab als Experten für Sport und Fitness. 2003 wird Schwarzenegger schließlich Gouverneur von Kalifornien.

Ein österreichischer Hollywood-Muskelprotz an der Spitze der achtgrößten Volkswirtschaft der Welt? Wieder wird Schwarzenegger belächelt. Und wieder belehrt er seine Kritiker eines Besseren. Schwarzenegger macht auch als Politiker eine gute Figur.

Ob Nelson Mandela

… oder Papst Franziskus: Schwarzenegger trifft Gott und die Welt, und alle freuen sich, ihn zu sehen. Tatsächlich kann er auch seine Politikerkarriere als Erfolg verbuchen. 2006 wird er wiedergewählt, und viele US-Amerikaner können sich ihn sogar als Präsidenten vorstellen. Das allerdings ist selbst für Schwarzenegger unerreichbar: US-Präsidenten dürfen laut Verfassung nicht im Ausland geboren sein.

Auch das Münchner Oktoberfest hat Arnie wieder besucht. In fescher Tracht hat er auf der Wiesn den Taktstock im Marstall-Festzelt geschwungen. Der wahrscheinlich stärkste Dirigent der Welt.

2011 endete Schwarzeneggers Amtszeit als Gouverneur. Prompt nimmt er seine Filmkarriere wieder auf. Er kehrt als "Terminator" zurück, jagt Zombies ("Maggie") und mexikanische Drogenbarone ("The Last Stand"). Und als sein alter Kumpel Sylvester Stallone anruft, steht er natürlich auch für die Fortsetzungen von dessen Actionstar-Parade "Expendables" zur Verfügung.

Republikaner unter sich: Zu Donald Trump hat Schwarzenegger anfangs ein ganz gutes Verhältnis. Das kühlt sich aber deutlich ab, als Trump im Juni 2017 aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigt. Schwarzenegger, der in Kalifornien strenge Gesetze gegen Emissionen eingeführt und erneuerbare Energien stark gefördert hat, kritisiert Trump scharf.

Arnold Schwarzenegger und Greta Thunberg – die beiden bringt man nicht unbedingt zusammen. Doch der Hollywood-Schauspieler hat dafür gesorgt, dass die Klimaaktivistin ein Elektroauto zur Verfügung hat, während sie in Nordamerika auf Tour ist. Das ungleiche Paar verfolgt die gleichen Ziele: Sie wollen den Umweltschutz vorantreiben und kämpfen mit großem persönlichen Einsatz gegen den Klimawandel. Im Mai hatten sich die beiden in Wien bei einer Tagung von Schwarzeneggers Klimaschutzorganisation "R20" kennengelernt.

Arnold Schwarzenegger hat nicht zum ersten Mal mit einer sozialen Geste überrascht: 2018 teilte er Frühstück für Feuerwehrleute und freiwillige Helfer aus, die in den Brandgebieten in Kalifornien im Einsatz waren. Er rief zu Spenden auf und unterstützt die Retter aus eigener Tasche mit 100.000 Dollar.

Die ersten beiden "Terminator"-Filme von James Cameron sind zweifelsohne Meilensteine des Actionkinos. Doch schon Teil drei, der 2003 ganze zwölf Jahre nach "Terminator 2 - Tag der Abrechnung" erschien, wurde den hohen Erwartungen nicht gerecht. "Terminator: Die Erlösung" (2009) und "Terminator: Genisys" (2015) schienen das Franchise dann eigentlich für geraume Zeit verbrannt zu haben.

Doch Totgesagte leben länger: Am 24. Oktober 2019 startet nun mit "Dark Fate" der sechste "Terminator"-Film. Linda Hamilton spielt als Sarah Connor an der Seite von Arnold Schwarzenegger. James Cameron, der bei den ersten beiden Terminator-Filmen Regie führte, kehrte für den Film als Co-Drehbuchautor und Produzent zum ersten Mal seit 1991 zurück. Kritiker sagen, "Dark Fate" sei der beste Teil seit "Terminator 2".

"Ich komme wieder", sagte Arnold Schwarzenegger einst 1984 in "Terminator". Seitdem ist er schon einige Male wiedergekommen und nun steht seine erneute Rückkehr auf die große Leinwand als Killerroboter kurz bevor. Hasta la vista, baby!

Stand: 23.10.2019, 10:15 Uhr