Wo stößt Ihre Toleranz an Grenzen?

Wo stößt Ihre Toleranz an Grenzen?

In welchen Situationen im Alltag wird Ihre Toleranz strapaziert? Wann ballen Sie gedanklich die Faust in der Tasche? WDR.de hat Menschen in Bielefeld und Köln gefragt.

Toleranz Umfrage

"Ich bin Christ", bekennt Maximilian aus Bielefeld. "Und es geht mir zu weit, wenn sich Menschen über meinen Glauben lustig machen", so wie in der 'heute show'. Als freikirchlicher Baptist werde er von vielen Menschen als Fundamentalist abgestempelt. "Auch wenn man nicht meinen Standpunkt vertritt, der oft als konservativ beschrieben wird, sollte man sich nicht lustig machen. Das geht mir zu weit."

"Ich bin Christ", bekennt Maximilian aus Bielefeld. "Und es geht mir zu weit, wenn sich Menschen über meinen Glauben lustig machen", so wie in der 'heute show'. Als freikirchlicher Baptist werde er von vielen Menschen als Fundamentalist abgestempelt. "Auch wenn man nicht meinen Standpunkt vertritt, der oft als konservativ beschrieben wird, sollte man sich nicht lustig machen. Das geht mir zu weit."

Bei der Religion sind auch bei Manuel aus Köln die Grenzen der Toleranz erreicht. "Wenn Menschen ihren Glauben aufdrängen wollen", präzisiert er. "Jeder sollte das Recht auf seine Religion haben - aber auch das Recht haben, sich dagegen zu entscheiden." Diese Freiheit sieht er in der Debatte um den Salafismus derzeit gefährdet.

An die Krawalle, die sich bei einer Demo rechter "Hooligans gegen Salafisten" in Köln im Oktober 2014 entzündet haben, erinnert sich Carolin Hadamovsky zu gut. "Jede Form von Gewalt verunsichert mich, egal ob von Rechten, Linken oder Andersgläubigen. Und da hört auch meine Toleranz auf", sagt sie. Sie empfindet das Leben in Deutschland als gut. Und hofft auf weniger Krawall und Gewalt, wenn mehr Menschen unsere Gesellschaftsordnung übernehmen.

"Meine Toleranz hört auf, wenn jemand laut ist, mich anpöbelt und nicht in Ruhe lässt", sagt Studentin Kim.

Ähnlich sieht es auch ihre Kommilitonin Isabell. Sie mag es nicht, "wenn mich jemand persönlich angreift, ohne mich überhaupt zu kennen".

Sofia und Mircea Grigoreanu kommen aus Rumänien und sind der Meinung, dass Rumänen und Deutsche durchaus mit ähnlichen Themen konfrontiert werden, die die Toleranz strapazieren. "Wir müssen mit Sinti und Roma zusammenleben, und das klappt nicht immer gut." Das Ehepaar hat selbst ein Romamädchen groß gezogen, "das hat sehr gut geklappt", meinen die beiden. "Gesellschaftlich bleibt es aber ein schwieriges Thema!"

"Meine Toleranz wird täglich strapaziert - etwa bei der Arbeit", sagt Wolfgang. Er ist Sporthallenwart und erlebt immer wieder, dass Schüler und Mitglieder von Sportvereinen nicht sehr pfleglich mit den Sportgeräten umgehen. "Wenn ich bestimmte Dinge immer wieder sagen muss, dann kann ich schon ungemütlich werden." Aber das komme nur sehr selten vor, fügt er hinzu.

Bei der Arbeit muss auch Christof Brefka tolerant sein. Als Restaurantleiter hat er immer wieder mit Kunden zu tun, die sich "daneben benehmen". "Wenn jemand für 20 Personen reserviert und dann eine Stunde später kommt als angekündigt, dann habe ich echt ein Problem", sagt er. Und dann ist da natürlich immer mal auch Kritik am Essen. "Und die ist aus meiner Sicht häufig unbegründet. Das müssen wir dann so gut wie möglich lösen!"

Ihre Mitmenschen - vor allem die Mitfahrer - strapazieren auch die Toleranz von Vanessa Funken. "Wenn ich mit der Bahn fahre, ist es oft voll. Dann stört es schon manchmal, wenn die Leute etwas essen und auf die anderen keine Rücksicht nehmen." Zudem stört sie, dass viele Menschen rücksichtslos sind - und keinen Platz für ältere Menschen machen.

Eigentlich mag Collins Akuoko Hunde, und auch deren Besitzer. Nur: "Der Hundekot hier in Köln ist wirklich schlimm. In anderen Städten machen die Besitzer das sofort weg. Wenn ich hier Leute darauf anspreche, bekomme ich noch Ärger. Das ist nicht schön."

Stand: 14.11.2014, 10:45 Uhr