Stichtag

27. Mai 2005 - Vor 75 Jahren: Patent für transparentes Klebeband

In Deutschland heißt ein Klebeband Tesa, auch wenn es von einer anderen Marke ist. In den  USA oder in Frankreich heißt es "Scotch Tape". Der Name Tesa hat "Tesmer, Elsa", eine Firmenmitarbeiterin bei Beiersdorf, zur Patin. "Scotch Tape" verdankt sich dem flotten Spruch eines Arbeiters bei der "Minnesota Mining and Manufacturing Company" (heute: 3M).Der Ingenieur Richard Drew soll in den 20er Jahren Klebefolien entwickeln, mit denen sich in der Autoindustrie schon lackierte Flächen sicher abdecken lassen, ohne dass sie beim Abziehen Schaden nehmen. Er benutzt dazu Zellophan, ein damals neues Kunstprodukt. Aber: "Bringen sie das Band Ihren schottischen Chefs zurück!", sagt der testende Arbeiter. Denn die Folie will auf dem glatten Untergrund nicht richtig halten. Die Schotten, so der Arbeiter, seien zu geizig mit Klebstoff gewesen. Drew bessert nach - und nennt das Ergebnis, das erfolgreich klebt, "Scotch Tape". Bis heute ziert seine Verpackung ein Schottenrockmuster.

Das Klebeband wird am 27. Mai 1930 patentiert. Im Amerika der Wirtschaftskrise erweist es sich als Verkaufsschlager bei privaten Nutzern, an die Drew zunächst gar nicht dachte: Mit ihm kann man zerbrochene Sachen und zerrissenes Papier wieder unsichtbar kleben - also sparen. Hühner-Farmer kleben damit sogar angeschlagene Eier, damit sie die Henne noch bebrütet. Fünf Jahre später bringt Beiersdorf in Deutschland seinen Klebefilm heraus. Aber der wird erst später, durch Sparzwang, durchsichtig: Als im Zweiten Weltkrieg der bisher verwendete Kautschuk ausgeht, nimmt man auch hier Zellophan.

Stand: 27.05.05