17. Januar 2005 - Vor 50 Jahren: Erste Probefahrt des Atom-U-Bootes "Nautilus"

Stichtag

17. Januar 2005 - Vor 50 Jahren: Erste Probefahrt des Atom-U-Bootes "Nautilus"

"Under way on nuclear power", mit diesen markigen Worten von Eugene Wilkinson, Kommandant der "USS Nautilus", beginnt das atomare Zeitalter auch unter Wasser. Zehn Jahre nach Hiroshima, am 17. Januar 1955, schickt die US Navy, die Marine der Vereinigten Staaten, zum ersten Mal ein U-Boot mit atomarem Antrieb auf See. Mit der gebändigten Kraft der Kernspaltung bewegt es sich schneller fort als jedes andere U-Boot zuvor. Es ist 97,5 Meter lang, 8,1 Meter breit und bleibt  auf Radarschirmen unsichtbar, weil es nicht zum Betanken auftauchen muss. Mit der "Nautilus" beginnt eine neue Ära des Wettrüstens.
Internationale Schlagzeilen macht die "Nautilus" 1958 durch die "Operation Sunshine". Unter diesem Decknamen plant die Navy "top secret " eine historische Pionierleistung: die erste Unterquerung des Nordpols. Am 3. August 1958 erreicht die "Nautilus" als erstes Schiff den geografischen Nordpol. Nach 96 Stunden und 1.830 Meilen unter dem Eis taucht sie bei Grönland wieder auf: Ende der erfolgreichen Unterquerung des Nordpols.

Im Lauf der folgenden Jahre operiert die "Nautilus" im Atlantik, nimmt an Manövern teil und unterstützt die Seeblockade gegen Amerikas Erzfeind Kuba. Unterdessen läuft bei der US Navy die Weiterentwicklung der U-Boot-Technik auf vollen Touren. Die dickleibigen Boote der "Nautilus"-Klasse verursachen noch zu laute Geräusche und sind so leicht zu orten; außerdem müssen sie noch zum Abschießen von Raketen auftauchen. Am 20. Juli 1960 gelingt dann der erste Unterwasserabschuss einer "Polaris"-Rakete mit Atomsprengkopf. Die "Nautilus" legt nach mehreren Überholungen im Mai 1966 die 300.000. Meile auf See zurück. Bis zu ihrer Streichung aus dem Schiffsregister im Frühjahr 1979 führt sie "nicht näher bezeichnete Sonderoperationen" durch. Drei Jahre später wird die "Nautilus" zum nationalen Wahrzeichen erklärt und als Museums-Schiff in Groton im US-Bundesstaat Connecticut der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Stand: 17.01.05