17. Oktober 2004 - Vor 25 Jahren: Mutter Teresa erhält den Friedensnobelpreis

Stichtag

17. Oktober 2004 - Vor 25 Jahren: Mutter Teresa erhält den Friedensnobelpreis

56 Kandidaten sind dem Preiskomitee in Stockholm vorgeschlagen worden, darunter so prominente wie der US-Präsident Jimmy Carter. Deshalb ist die Bekanntgabe des Friedensnobelpreises 1979 eine Überraschung: Ausgezeichnet wird eine Nonne, die in den Slums von Kalkutta arbeitet und sich Mutter Teresa nennt.
Mit bürgerlichem Namen heißt die Preisträgerin Agnes Gonxha Bojaxhiu. Sie wird am 10. August 1910 im mazedonischen Skopje geboren. Ihr Vater ist ein begüterter Bauunternehmer. Agnes tritt mit 18 Jahren in den Orden der Loreto-Schwestern ein und wird in Irland zur Missionarin ausgebildet. 1929 sendet man sie nach Indien, wo sie an einer höheren Schule in Kalkutta Geographie, Geschichte und Religion unterrichtet. Erst viele Jahre später steigt sie aus diesem geordneten Leben aus. Sie nennt es ihre "zweite Berufung", als sie in ein Armenviertel der Stadt umzieht und mit elf Helferinnen einen eigenen, neuen Orden gründet: Die Schwestern der Nächstenliebe.

Mutter Teresa, wie sie bald genannt wird, sammelt in den Slums ausgesetzte Kinder und Sterbende ein. Sie gründet ein Sterbehaus und eine Geburtsklinik. Obwohl ihr Kritiker vorwerfen, dass sie nur die Wunden verbinde, nicht aber die Verhältnisse ändere, wird die Ordensfrau bald weltbekannt. Sie sammelt jährlich 50 Millionen Dollar Spenden ein. Ihre Missionarinnen gründen Häuser in 133 Ländern.
Zur Preisverleihung am 17. Oktober 1979 erscheint Mutter Teresa in einem abgewetzten Pullover über dem Sari mit der Blauen Borte. Sie hat sich das Geld für das geplante Festbankett auszahlen lassen und organisiert damit eine Weihnachtsfeier für 2.000 Arme. Bei ihrer Dankesrede äußert sie nur einen Wunsch: "Findet die Armen in eurer eigenen Stadt. Liebe beginnt zu Hause."
Mutter Teresa stirbt am 5. September 1997 mit 87 Jahren an einem Herzanfall. Wegen des Autounfalls von Lady Diana wenige Tage zuvor findet ihr Tod nicht viel Beachtung. 2003 wird sie von Papst Johannes  Paul II. selig gesprochen.

Stand: 17.10.04