22. Juni 2006 - Vor 100 Jahren: Billy Wilder wird geboren

Stichtag

22. Juni 2006 - Vor 100 Jahren: Billy Wilder wird geboren

Marilyn Monroe bringt Billy Wilder zur Verzweiflung. Ständig kommt sie zu spät zum Dreh, vergisst ihren Text, hat psychische Probleme. Bis zu 50 Wiederholungen braucht es, bis eine Szene von "Manche mögen's heiß" (1959) im Kasten ist. Trotzdem wird es der Regisseur immer wieder mit der Schauspielerin versuchen. Denn "wenn der Film fertig ist, dann vergisst man, dass es eine schlimme Zeit war", erinnert sich Wilder. "Dann hatte man etwas, wissen Sie, etwas völlig Einzigartiges, das sich nie wiederholen lässt."Wilder wird am 22. Juni 1906 als Sohn jüdischer Eltern in einem Dorf bei Krakau geboren. Mit 18 wird er Reporter beim Boulevardblatt "Die Stunde" - eine Erfahrung, die er dramatisch in seinem Film "Reporter des Satans" (1951) und humoristisch in "Extrablatt" (1974) verarbeitet. 1926 schreibt er in Berlin für "Menschen am Sonntag" sein erstes Drehbuch. Wie alle Filmautoren will auch Wilder nach Hollywood. Aber erst "die Ankunft des Herrn Hitlers, die uns ins Exil trieb", bringt ihn nach Amerika. Einen Tag nach dem Reichstagsbrand geht er nach Paris, 1934 dann in die USA. Hier muss er, "seiner Sprache beraubt", erst Englisch lernen - indem er sich mit hübschen jungen Mädchen verabredet, wie er später sagen wird.

Wilder wird Vertragsautor der Hollywoodstudios, muss jeden Tag elf Seiten abliefern und erkennen, dass von seinen Büchern am Ende nicht viel übrig bleibt. Deshalb wird er mit "Der Major und das Mädchen" (1942) selbst Regisseur. In der Folge dreht er mit "Das verflixte 7. Jahr" (1955) oder "Das Appartement" (1960) einige der populärsten Komödien der Traumfabrik. Die Hauptrollen gibt er der Monroe oder seinem Lieblingsschauspieler Jack Lemmon. Getreu seinem Motto "Du sollst nicht langweilen!" paaren sich dort Wortwitz und Slapstickelemente.Wilders Spätwerk ist weniger erfolgreich: in Hollywood sind inzwischen andere Filme gefragt. Der Regisseur stirbt 2002 in Alter von 95 Jahren in Beverly Hillsan den Folgen einer Lungenentzündung.

Stand: 22.06.06