16. April 1921: Peter Ustinov in London geboren

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16. April 1921: Peter Ustinov in London geboren

Sir Peter Ustinov gilt vielen als typischer Brite: trockener Humor, schrullig, gebildet. Tatsächlich wird Ustinov am 16. April 1921 in London geboren. Aber er legt Wert darauf, in St. Petersburg gezeugt und in Schwäbisch Gmünd getauft worden zu sein. Sein Vater ist Deutscher. Wenige Jahre vor seinem Tod findet der Sohn heraus, dass sein Vater 1938 als Spion den Plan Hitlers zum Überfall auf die Tschechoslowakei an das britische Außenministerium meldete. Seine Mutter ist eine Französin mit russischen, italienischen und äthiopischen Vorfahren. Peter lernt vier Sprachen, besucht die Eliteschule Westminster, verlässt sie aber mit 16 Jahren ohne Abschluss, um die Schauspielerei zu lernen.Ustinov hat früh Erfolg: Mit 17 Jahren steht er in London auf der Bühne, mit 18 führt er sein erstes eigenes Stück auf, mit 19 steht er erstmals vor der Kamera. Ustinov ist ein Kreativer, der sich nie auf einen Beruf festlegen lässt: Er schreibt Theaterstücke und Romane, inszeniert Opern, komponiert, entwirft Bühnenbilder, führt Regie beim Theater und im Film, dreht Dokumentationen, singt. Weltberühmt wird er 1950 als Kaiser Nero im Historiendrama "Quo Vadis". Auch seinen ersten Oscar erhält er zehn Jahre später für eine Rolle aus dem alten Rom: Er stellt den Sklavenhändler in "Spartacus" dar. Seine letzte Filmrolle ist nochmals eine große historische Gestalt: 2003 verkörpert er in "Luther" den sächsischen Kurfürsten Friedrich. Einen Oscar bringt ihm auch die Rolle des Spions Arthur Simpson in "Topkapi" ein. Noch erfolgreicher bei einem breiten Publikum sind seine Auftritte als Detektiv Hercule Poirot.

Obwohl Ustinov 1942 bis 1946 in der britischen Armee dient, ist er ein überzeugter Pazifist. Seit 1969 unterstützt er aktiv das Kinderhilfswerk UNICEF. 1991 wird er Vorsitzender der "Organisation der Weltföderalisten". Die Queen erhebt ihn für sein soziales Engagement in den Ritterstand. Aus zwei Ehen hat Ustinov einen Sohn und drei Töchter. 1972 heiratet er ein drittes Mal und lebt mit seiner Frau überwiegend am Genfer See. Trotz seiner Herz- und Diabetes-Erkrankung tritt Ustinov bis in sein letztes Lebensjahr öffentlich auf. Er stirbt am 28. März 2004.


Stand: 16.04.06