22. September 1981 - Vor 25 Jahren: Erste Fahrt des TGV

Stichtag

22. September 1981 - Vor 25 Jahren: Erste Fahrt des TGV

Zehn Minuten lang darf der französische Staatspräsident Lokomotivführer spielen. Francois Mitterrand, Sohn eines Bahnhofvorstehers, steht am 22. September 1981 bei der Einweihung des Hochgeschwindigkeitszuges TGV (Train à Grande Vitesse) im Führerstand. Der Zug fährt mit einer Geschwindigkeit von 260 Kilometern pro Stunde von Lyon nach Paris. Zwei Stunden und 40 Minuten braucht der TGV für die über 500 Kilometer lange Strecke. Bisher hat die normale Fahrzeit über dreieinhalb Stunden betragen. Ab 1983 benötigen Reisende nur noch knapp zwei Stunden, nachdem auch das letzte Stück der Hochgeschwindigkeitstrasse fertig gestellt ist.Das Netz wird in alle Himmelsrichtungen ausgebaut: Auf den TGV Sued-Est folgen der TGV Atlantique, der TGV Nord, der TGV Rhone-Alpe. Im Sommer 2006 wird der TGV Est eröffnet - von Paris nach Reims, Metz und Luxemburg. Im Endausbau soll der TGV auf der Ostroute auch nach Frankfurt und Stuttgart fahren und der deutsche ICE im Gegenzug nach Paris - in weniger als vier Stunden. Als Eurostar fährt der TGV durch den Kanaltunnel nach London, als Thalys über Brüssel bis Köln. Auch in Spanien und Südkorea bringen TGV-Varianten Tempo auf die Schiene. Der TGV ist ein Prestigeprojekt der Grande Nation - ähnlich wie das Überschall-Flugzeug Concorde.

Die Idee für einen Hochgeschwindigkeitszug entsteht Mitte der 60er Jahre. Die französische Eisenbahngesellschaft SNCF schickt 1967 den ersten europäischen Zug mit einer Reisegeschwindigkeit von 200 Stundenkilometern auf die Strecke Paris-Toulouse. Es werden Pläne für eine neue Schienenführung für die Linie Paris-Lyon  entworfen. Sie soll möglichst kurz, also schnurgerade sein. Auch Tunnels und Überführungen sollen vermieden werden. 1971 bewertet eine Regierungskommission das Projekt TGV als "wirtschaftlich interessant". Bereits ein Jahr später verlässt der erste Prototyp des Zuges die Fabrik. Vom Bau der neuen Trasse sind rund 5.000 Grundbesitzer betroffen. Es kommt zu Verhandlungen und Enteignungen. 1976 wird auch der letzt Einspruch von der obersten Instanz zurückgewiesen.

Stand: 22.09.06