30. Juli 1901: Walter Oehmichen wird geboren

Stichtag

30. Juli 1901: Walter Oehmichen wird geboren

"Urmel aus dem Eis", "Kater Mikesch", "Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer" - von 1953 an laufen über 60 Produktionen der Augsburger Puppenkiste im Fernsehen. Kinder und Erwachsene lassen sich faszinieren von "Bill Bo und seine Kumpane", den Abenteuern des Löwen und von Oblong Fitz Oblong, dem kleinen dicken Ritter. Zu Beginn jeder Sendung öffnen sich zwei Holztüren. Auf der rechten Seite steht jeweils: Oehmichens Marionetten-Theater. Der am 30. Juli 1901 geborene Walter Oehmichen ist der Sohn eines Zirkusclowns. Nach einer Lehre als Fotograf besucht er eine Schauspielschule in Düsseldorf. 1920 macht er den Abschluss und spielt in den nächsten zehn Jahren vom Boulevardtheater bis zum Klassiker alles, was ihm angeboten wird.
Am 21. Januar 1953 wird zum ersten Mal eine Aufführung der Puppenkiste im Fernsehen ausgestrahlt. Die Sendung ist live, weil es die technische Möglichkeit einer Aufzeichnung noch nicht gibt. Gezeigt wird "Peter und der Wolf". Abgesehen von einer kurzen Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk arbeitet Oehmichens Marionetten-Theater von 1954 bis 1994 mit dem Hessischen Rundfunk zusammen. Als Walter Oehmichen den Ehrenring der Stadt Augsburg bekommt und mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wird, lautet sein Kommentar: "Das sind bedenkliche Alterserscheinungen." Er stirbt am 2. November 1977.

Nach der Geburt seiner zweiten Tochter kehrt er 1931 in seine Heimatstadt Augsburg zurück und wird Oberspielleiter des Stadttheaters. Im Zweiten Weltkrieg wird Soldat Oehmichen 1940 in einer Schule in Calais einquartiert, entdeckt ein kleines Puppentheater und unterhält damit seine Kameraden. Drei Jahre später bauen er, seine Frau Rose und ihre Töchter Hannelore und Ulla ihr eigenes Puppentheater. Der so genannte Puppenschrein verbrennt allerdings 1944 nach einem Bombenangriff auf Augsburg. Oehmichen entwickelt daraufhin eine mobile Puppenkiste, die für Gastspiel-Tourneen geeignet ist. Doch dann findet er im zerbombten Augsburg einen unzerstörten Saal des Statistischen Amtes, wo er sein Marionetten-Theater einrichten kann. Das ist die Geburtsstunde der Augsburger Puppenkiste. Ihre Premiere findet am 26. Februar 1948 mit dem Märchen "Der gestiefelte Kater" statt.

Stand: 30.07.06