19. April 2006 - Vor 45 Jahren: US-Invasionsversuch auf Kuba scheitert

Stichtag

19. April 2006 - Vor 45 Jahren: US-Invasionsversuch auf Kuba scheitert

Am 17. April landen vor Sonnenaufgang fünf Schiffe in der so genannten kubanischen Schweinebucht. In der Nacht haben Flugzeuge der USA die kubanische Luftwaffe bombardiert. Jetzt gehen 1.500 bewaffnete Exilkubaner an Land. Zerstörer der US-Marine geben ihnen Feuerschutz. Am Morgen sendet eine Radiostation des amerikanischen Geheimdienstes CIA eine Botschaft an die Kubaner: "Eine Befreiungsarmee befindet sich auf der Insel, um gemeinsam mit euch gegen den kommunistischen Tyrannen Fidel Castro zu kämpfen!"Die Invasion ist von langer Hand vorbereitet. Seit Fidel Castro 1959 den kubanischen Diktator Batista stürzte und anschließend die kubanische Wirtschaft einschließlich der einflussreichen US-Firmen auf der Insel verstaatlichte, will Washington den Sozialisten im eigenen Hinterhof beseitigen. Präsident Eisenhower genehmigt dem CIA im Sommer 1969 den Aufbau eines geheimen Ausbildungslagers in Guatemala. Hier werden die künftigen Kämpfer für den Umsturz in ihrer alten Heimat ausgebildet. Eisenhowers Nachfolger John F. Kennedy übernimmt den Plan, mit dem die US-Regierung offiziell aber nichts zu tun haben will. Noch vier Tage vor dem Landungsunternehmen erklärt Kennedy: "Unter keinen Umständen wird eine Intervention amerikanischer Truppen in Kuba erfolgen."Gefangen im SumpfUm diesen Schein zu wahren, erlaubt Kennedy kein weiteres Eingreifen seiner Truppen, als sich in der Schweinebucht ein Desaster abzeichnet. Der Landungsplatz ist denkbar schlecht gewählt: ein Sumpfgebiet mit nur einer Ausfallstraße. Außerdem sind die kubanischen Flugzeuge keineswegs ausgeschaltet und greifen nun ihrerseits an. Das wichtigste Schiff der Eindringlinge wird in Brand geschossen. Der vom CIA prophezeite Aufstand der unterdrückten Kubaner bleibt aus. 114 Exilkubaner und vier US-Piloten verlieren bei den Kämpfen ihr Leben. Schon am 19. April, zwei Tage nach seinem Beginn, ist der Kampf um Kuba beendet. 1.189 Kämpfer geraten in Gefangenschaft. Die USA kaufen sie später für 60 Millionen Dollar zurück. Das Lösegeld wird als humanitäre Hilfe deklariert.

Die Niederlage ist für Präsident Kennedy voller Peinlichkeit: Im Land wird ihm Unfähigkeit vorgeworfen, in der UNO klagt ihn Moskau an. Fidel Castro bedenkt die Besiegten in seiner Siegesrede mit einem Schwall von Schimpfworten. Sie seien "Würmer, Privilegierte, Parasiten und Söhne von Parasiten, Muttersöhnchen". Castro bleibt der Lieblingsfeind des CIA. In den folgenden Jahren scheitern mehrere Mordanschläge auf den Revolutionär. Kennedy rehabilitiert sich politisch durch sein besonnenes Management der Kuba-Krise, als im Oktober 1962 Raketen der UdSSR auf der Insel stationiert werden sollen. Der Schlüssel für die ErmordungKennedys am 22. November 1963 wird bis heute in Kuba gesucht: Manche vermuten Exilkubaner und CIA hinter den Schüssen von Dallas, neuere Recherchen dagegen Fidel Castro, dessen Geheimdienst den Spieß umgedreht habe.

Stand: 19.04.06