24. September 2005 - Vor 60 Jahren: Hans Geiger, der Erfinder des Geigerzählers, stirbt

Stichtag

24. September 2005 - Vor 60 Jahren: Hans Geiger, der Erfinder des Geigerzählers, stirbt

Hans Geiger liebt das Unsichtbare. Die kleinsten Teilchen haben es dem Physiker angetan. 1908 weist er als Assistent Ernest Rutherfords, des weltberühmten Entdeckers der Alphastrahlen, den Atomkern nach und begründet damit maßgeblich dessen Atommodell. Gerade einmal 26 Jahre ist er alt. Mit Rutherford gemeinsam entwickelt er eine Methode, um Alphateilchen elektrisch zählbar zu machen. Von nun an wird das Teilchenzählen Geigers Lebensinhalt.1928 sitzt Geiger mit seinem Assistenten Walther Müller in einem Physiklabor der Universität zu Kiel. Vor ihm liegt ein fingerdickes Röhrchen, das von einem Metallfaden durchzogen ist. Zwischen Rohr und Faden herrscht Hochspannung: Das kleinste überspringende Teilchen reicht aus, um einen Kurzschluss auszulösen, der es zum Knacken bringt. Mit der Erfindung will Geiger seine Zählmethode verbessern. Aber das Gerät scheint defekt zu sein. Ununterbrochen knackt das Rohr. Dann öffnet sich die Tür zum Nebenraum, wo ein Student mit Radium hantiert. Das Knacken geht in Knarren über. Sofort ist Geiger klar, dass er ein Instrument erfunden hat, dass nicht nur radioaktive Strahlung nachweisen, sondern auch deren Energiegrad direkt messen kann - und zwar von Alpha-, Beta-, Gamma- oder Röntgenstrahlung gleichermaßen. Je lauter, desto stärker, heißt die Schlussfolgerung. Der Geigerzähler ist geboren.

Mit seiner Erfindung macht Geiger die unsichtbare Strahlung hörbar. Und er gibt der Menschheit ein Methode in die Hand, mit der sie die Bedrohung radioaktiver Verseuchung frühzeitig erkennen kann. "Geiger hätte sicher den Nobelpreis verdient", sagt Alexander Piel vom Institut für Experimentelle und Angewandte Physik aus Kiel. "Aber leider ist es ihm nicht vergönnt gewesen, ihn noch zu bekommen." Geiger stirbt am 24. September 1945, von den Alliierten aus seinem Haus geworfen, bettelarm und nahezu vergessen, in einem Notasyl in Potsdam. Was von ihm bleibt, ist nur ein Knacken.

Stand: 24.09.05