Stichtag

24. März 2005 - Vor 185 Jahren: Alexandre Edmond Becquerel in Paris geboren

Seit dem Super-GAU von Tschernobyl kennt fast jeder den Begriff Becquerel. Plötzlich gab es Becquerel im Regen, in Pilzen und in der Milch. Denn in Becquerel misst man die Strahlung radioaktiver Stoffe - benannt nach Antoine Henri Becquerel. Der entdeckte die radioaktive Strahlung des Urans und erhielt dafür 1903 gemeinsam mit dem Ehepaar Curie den Nobelpreis für Physik.Antoine Henri ist schon der dritte Becquerel, der sich mit Physik befasst. Sein Großvater Antoine César begründet die Wissenschaftler-Dynastie: Er forscht Anfang des 19. Jahrhunderts am Museum für Naturgeschichte in Paris. Dort begründet er die Elektrochemie. Unter anderem entdeckt er den Piezo-Effekt, der bis heute den Funken in Feuerzeugen zündet.

Antoine Césars Sohn Alexandre Edmond wird am 24. März 1820 geboren. Der Vater macht ihn zu seinem Assistenten und schlägt ihn später als seinen Nachfolger am Physik-Lehrstuhl des Pariser Museums vor. Später wird er auch Präsident der französischen Akademie der Wissenschaften und führt die Elektro-Experimente des Vaters fort, indem er sie mit der Erforschung der Sonnenstrahlung verbindet. So entdeckt Alexandre Edmond die unsichtbare ultraviolette Strahlung. Er arbeitet mit den ersten Batterien und beobachtet, dass sich ihr Stromfluss unter Sonneneinstrahlung steigern lässt. Deshalb gilt er heute als Vater der Photovoltaik, der Herstellung von Strom aus Sonnenenergie.
Der zweite Becquerel, Alexandre Edmond, führt ein Leben im Luxus. Er besitzt ein großzügiges Haus nahe den Champs Elysées und ein Anwesen auf dem Land. Er hat zwei Söhne. Einer von ihnen scheint das Faible für die Physik nicht geerbt zu haben. Er führt ein so verschwenderisches Leben ohne Arbeit, dass ihn der Vater schließlich enterbt. Sein Bruder Antoine Henri dagegen wird wieder Assistent des väterlichen Lehrstuhls - und damit später der bereits dritte Becquerel auf dem selben Lehrstuhl. Und er macht den Familiennamen unsterblich - der Strahlung wegen.
Auch in die vierte Generation reicht die Physik-Leidenschaft der Becquerels noch:  Henris Sohn Jean Becquerel wird ebenfalls Physik-Professor am Museum für Naturgeschichte, befasst sich mit der Relativitätstheorie und wohnt im Hause des Urgroßvaters. Er stirbt 1954.


Stand: 24.03.05