14. Februar 2005 - Vor 150 Jahren: Firmengründer Heinrich Emanuel Merck stirbt

Stichtag

14. Februar 2005 - Vor 150 Jahren: Firmengründer Heinrich Emanuel Merck stirbt

Präzise, zielstrebig und mutig - Heinrich Emanuel Merck ist schon mit 22 Jahren Apotheker und übernimmt 1816 die väterliche Engel-Apotheke in Darmstadt. Bereits während seiner Ausbildung beschäftigt er sich mit der Chemie pflanzlicher Naturstoffe. In seinem Labor gelingt ihm die Herstellung verschiedener Alkaloide, einer Klasse hochwirksamer Pflanzeninhaltsstoffe. Dazu gehören Morphin, Strychnin und Chinin. In seiner Schrift "Pharmaceutisch-chemisches Novitäten-Cabinet" stellt Merck 1827 die Stoffe vor und bietet sie Kollegen, Chemikern und Ärzten an. Die Nachfrage ist enorm. Merck baut eine Fabrik vor den Stadttoren und produziert dort industriell. Damit legt er den Grundstein für ein weltweites Pharma-Imperium. Die Palette der Produkte wächst beständig. Darunter sind auch Stearinkerzen oder Chlorkalk zur Bekämpfung der Choleraepidemie von 1830. An seinen Sohn Georg schreibt Merck 1842: "Was der Mensch tun kann, habe ich an mir selbst erfahren: dass man durch festen Willen viel leisten kann."

Fünf Jahre vor seinem Tod am 14. Februar 1850 gründet Heinrich Emanuel Merck mit seinen drei Söhnen die Firmengruppe "E. Merck". Es entstehen Niederlassungen in Paris, Moskau, London, Budapest, Stockholm und New York. 1889 wandert Georg Merck, ein Enkel des Gründers, nach Amerika aus, übernimmt die Vertretung in New York und gründet die "Merck & Co". Nach dem Ersten Weltkrieg verliert "E. Merck" viele seiner ausländischen Vertretungen, darunter auch die "Merck & Co" in den USA. "Merck & Co" wir ein eigenes, unabhängiges Unternehmen. Nun gibt es zwei Firmen mit dem gleichen Namen: Die eine hat ihren Sitz in Amerika, die andere weiterhin in Darmstadt. Auf diesen Unterschied legt die deutsche "Merck" größten Wert, denn der US-Konzern hat einen Skandal am Hals: Im Herbst 2004 nimmt "Merck & Co." das Rheumamittel "Vioxx" vom Markt. Studien sollen ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall bei der Einnahme des Schmerzmittels festgestellt haben.


Stand: 14.02.05