7. November 1979 - Verordnung über die Einführung der Sommerzeit

Am letzten Wochenende im Oktober werden die Uhren umgestellt

7. November 1979 - Verordnung über die Einführung der Sommerzeit

Zwei Mal im Jahr lautet die Frage: vor oder zurück? Wann und in welche Richtung müssen die Uhren im Frühling und im Herbst umgestellt werden?

Die Medien erinnern jeweils an das Prozedere. Die Sommerzeit beginnt am letzten Sonntag im März: Um 2 Uhr werden die Uhren um eine Stunde vorgestellt. Am letzten Sonntag im Oktober endet sie wiederum: Die Uhren werden um 3 Uhr eine Stunde zurückgestellt.

Einführung der Sommerzeit (am 07.11.1979)

WDR 2 Stichtag 07.11.2019 03:57 Min. Verfügbar bis 04.11.2029 WDR 2

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Tageslicht besser nutzen

Anstoß für diese Regelung ist die Ölkrise von 1973. In Europa wird diskutiert, wie der Energieverbrauch und damit die Abhängigkeit vom arabischen Öl reduziert werden kann. Um das Tageslicht in den Sommermonaten besser zu nutzen, setzt Frankreich ab 1977 auf die Einführung der mitteleuropäischen Sommerzeit.

Die meisten Länder der damaligen Europäischen Gemeinschaft (EG) folgen der Idee. Auch der Bundestag beschließt 1978 mit dem sogenannten Zeitgesetz die Einführung der Sommerzeit.

Zeitumstellung per Hand

Doch die Bundesrepublik steht vor einem Problem: Die DDR will zunächst nicht mitmachen. Erst als Ost-Berlin im Oktober 1979 einlenkt, verabschiedet der Bundestag am 7. November 1979 die Verordnung über die Einführung der Sommerzeit.

Da es noch keine funkgesteuerten Uhren gibt, ist die Zeitumstellung damals eine logistische Herausforderung. Bundesweit sind über 2.000 Beauftragte im Einsatz, die 1980 in der Nacht zum Ostermontag alle öffentlichen Uhren vorstellen.

Umstrittene Wirkung

Über die Wirkung der Sommerzeit gibt es unterschiedliche Ansichten. Nach einer Umfrage der Bundesregierung von 1982 begründet eine Mehrheit ihre Zustimmung zur Neuregelung damit, dass der Feierabend als eine Stunde länger empfunden wird.

Doch es gibt auch Klagen über Schlafstörungen durch die Umstellung. Eltern kritisieren, dass sie ihre Kinder abends nicht ins Bett kriegen. Auch die Frage, ob Energie eingespart wird, ist umstritten.

Mehrheit für Abschaffung

Über die Jahre werden Gutachten über Gutachten angefertigt. Doch Einigkeit wird nicht erzielt. Auch im EU-Parlament, das mittlerweile für die Zeitumstellung zuständig ist, gibt es heftige Debatten.

Bei einer EU-Umfrage sprechen sich 2018 über 80 Prozent für eine Abschaffung der Sommerzeit aus. An der Online-Umfrage haben rund 4,6 Millionen Menschen teilgenommen.

Im März 2019 plädiert das EU-Parlament für ein Ende der Zeitumstellung ab 2021. Ob es auch so kommt, ist unklar. Noch immer hapert es an Absprachen der Mitgliedsländer, um zu verhindern, dass verschiedene Zeitzonen entstehen.

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