20. Januar 2009 – Barack Obama wird vereidigt

Vereidigung von Barack Obama, 2009

20. Januar 2009 – Barack Obama wird vereidigt

1901 wagt es der gerade erst ins Amt gekommene US-Präsident Theodore Roosevelt, mit dem Sozialreformer, Bildungspolitiker und Bürgerrechtler Booker T. Washington einen Schwarzen zum Dinner ins Weiße Haus zu laden. Die Empörung, vor allem im Süden des Landes, ist grenzenlos.

Eher könne Roosevelt die Sterne am Firmament auslöschen, als den weißen Amerikanern die Überzeugung einpflanzen, dass frühere Sklaven ihnen ebenbürtig seien, schreibt damals die "New Orleans Times-Democrat".

108 Jahre später wird Barack Obama von den US-Demokraten mit dem Slogan "Yes, We Can!" Präsident der USA.

Sicherheitseid im Weißen Haus

Am 20. Januar 2009 vereidigt der Oberste Richter Obama vor dem Kapitol als 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten. Weil beide den Eid nicht worttreu wiedergeben, wird er zur Sicherheit am nächsten Tag im Weißen Haus wiederholt. Die 1,8 Millionen Menschen auf den Straßen in Washington lassen sich vom holprigen Amtseid nicht irritieren. Sie freuen sich, dass zum ersten Mal ein Farbiger US-Präsident geworden ist.

Vereidigung von Barack Obama als US-Präsident (am 20.01.2009)

WDR 2 Stichtag 20.01.2019 04:17 Min. Verfügbar bis 17.01.2029 WDR 2

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Unmittelbar nach der Inauguration fahren zwei große Möbelwagen bei den Obamas vor, um den Besitz des neuen Präsidenten, seiner Frau Michelle und den beiden Kindern ins Weiße Haus zu schaffen.

Krankenversicherung für Alle

Obama ist erst acht Jahre lang Abgeordneter von Illinois im Repräsentantenhaus, dann drei Jahre Senator im Bundesstaat. 2008 triumphiert er bei den Vorwahlen gegen die viel erfahrenere, aber auch blassere Hillary Clinton. Er folgt auf US-Präsident George W. Bush, der nach zwei Amtszeiten verfassungsgemäß ausscheidet.

Obama sagt, er wolle die entzweite Nation über Parteigrenzen hinweg einen. Er wolle "die Truppen nach Hause holen", das Gefangenenlager Guantanamo schließen und "endlich eine Krankenversicherung für jeden Amerikaner erschwinglich machen". Die ersten beiden Wahlkampfversprechen wird er auch in zwei Amtszeiten nicht einlösen.

Erfolge in Wirtschaft und Diplomatie

Unter Obama wird die Arbeitslosigkeit halbiert. Er rettet Autokonzerne und Finanzwirtschaft vor dem Kollaps. Er gestaltet einen Abrüstungsvertrag mit Russland und verändert die Einstellung zu Homosexuellen auch beim Militär. Er fördert alternative Energien. Und er bringt die USA mit der Krankenversicherung für Alle auf einen neuen Weg.

Als die Demokraten 2010 die Mehrheit im Repräsentantenhaus verlieren, geraten seine Reformen ins Stocken. 2016 wird Obama von Donald Trump abgelöst, der seitdem vor allem die Reformen Obamas rückgängig zu machen sucht.

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Stand: 20.01.2019, 00:00